Core Gamer Treff Podcast

Next Level Or Game Over mit der Mediensuchtprävention NRW

machomanmo Season 1 Episode 98

Use Left/Right to seek, Home/End to jump to start or end. Hold shift to jump forward or backward.

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Ein Stadion voller Menschen, die für ein Videospiel ausrasten, klingt erst mal nach purem Hype, aber was passiert, wenn aus Faszination Eskapismus wird? Ich war bei der Fachtagung „Next Level oder Game Over“ der Mediensuchtprävention NRW in der BayArena Leverkusen und bringe dir meine wichtigsten Eindrücke mit: von Gaming-Kultur und E-Sports bis zu den harten Schattenseiten, die viele Familien und Fachkräfte täglich sehen.

Wir sprechen über Dark Patterns in Videospielen, Lootboxen und die Frage, warum gerade Kinder und Jugendliche so leicht in suchtfördernde Mechaniken rutschen. Dazu kommen Zahlen aus dem Markt, Parallelen zur Social-Media-Sucht und der Gedanke, dass isolierte Einzelmaßnahmen kaum helfen, wenn das nächste Dopamin-Angebot nur einen Swipe entfernt ist. Ich erzähle auch, was ich aus den Vorträgen und Gesprächen mitnehme und wo ich dringend politische Regulierung sehe.

Außerdem nehme ich dich mit in meinen Workshop „Intervention mit Gamer:innen“ und zeige, wie ich im Core Gamer-Treff Prävention praktisch denke: offline, gemeinsam, mit kooperativen Spielen wie Pico Park, mit Familienformaten, Jugendarbeit und Medienkompetenz statt Dauer-Online. In der Podiumsdiskussion wird es dann sehr persönlich, mit einer eindrucksvollen Suchtgeschichte rund um League of Legends, meinem eigenen Blick auf exzessives Counter-Strike früher und einem überraschenden Abzweig zum Thema Cosplay und Kaufdruck.

Wenn dir ein gesünderer Umgang mit Gaming, Medienbildung und Mediensuchtprävention wichtig ist, dann hör rein, teile die Folge mit jemandem, der sie brauchen könnte, und lass mir eine Bewertung da: Welche Regel oder welches Angebot würdest du dir als Nächstes wünschen?

(Leider ist ein kleiner Teil der Aufnahme draußen wegen den Störgeräuschen unbrauchbar geworden)

(Dieser Text wurde mit KI erstellt)

Intro Soundtrack:
Artist : chibi-tech
Album : Psyvariar THE MIX
Release date: 2008

Mid-Roll Soundtrack:

Sonorode - NES Cafe

Dieser Podcast dreht sich um den Core Gamer Treff - ein Treffpunkt in Mönchengladbach NRW für volljährige Fans von lokalen Multiplayer Spielen.

Wir haben unseren eigenen privaten Treffpunkt, wo wir regelmäßig zusammen kommen, einfach nur so zum Spielen, Quatschen und Spaß haben.

Und auch ihr seid herzlich eingeladen dabei zu sein!
Also kommt uns doch einfach mal besuchen. Wir öffnen regulär jeden Dienstag ab 17 Uhr Freitags ab 17 Uhr und Samstags ab 14 Uhr und darüber hinaus veranstalten wir auch regelmäßig Special Events.

Kommt einfach in unser Discord oder schaut auf unserer Homepage vorbei, um mehr über uns zu erfahren.

Ankommen Und Ziel Der Folge

SPEAKER_00

Willkommen zurück im Chorgamer Treff. Ich habe es mir heute mal gemütlich gemacht für meinen Solo-Podcast. Bin ich in den Maria Lenzengarten gegangen mit meinem mobilen Podcast-Aufnahmegerät. Ich hoffe, die Qualität ist auch dementsprechend gut genug und man hört hier nicht zu viele Störgeräusche. Aber ja, probieren geht über Studieren. Ich möchte heute über den Fachtag sprechen. Die Fachtagung Next Level oder Game Over von der Mediensuchtprävention NRW organisiert. Gesponsert war es von der Bergischen Krankenkasse. Da war ich letzten Dienstag, 12.05. von morgens 9.30 Uhr, ging es da los bis 16.30 Uhr unterwegs, bevor ich meinen Laden dann abends noch aufgemacht habe. Und ja, das war eine hochinteressante Fachtagung für mich, weil es da genau um mein Thema ging, nämlich um Videospiele bzw. Videospielsucht und Prävention davon. Und ich bin da hingefahren mit ein paar Leuten aus dem Kompetenznetzwerk Medienpädagogik, Medien, Sucht, Prävention. Ja, genau, das waren Leute vom Fachbereich Kinders, Schule bzw. Jugend, genau. Also im Prinzip

Anreise Und Start In Leverkusen

SPEAKER_00

das ehemalige Jugendamt. Da waren ganz viele auf jeden Fall mit dabei. Und wir sind morgens dann zusammen mit dem Zug hingefahren. Das war in Leverkusen in der Bay Arena. Und das war sehr cool, dass ich da die Möglichkeit zu bekommen habe, da mitzumachen, weil dieses Kompetenznetzwerk aus Mönchengladbach von der Andrea Würz geführt ist, das meine ich, hat uns ermöglicht, dann als Netzwerk da umsonst hinzufahren mit dem Zug. Also die Tickets haben wir da bezahlt bekommen. Von der Medienprävention NRW war ja die Fachtagung. Und die haben mir da ermöglicht, einen Workshop zu machen, also da auch aktiv mitzumachen und meine Expertise bzw. meine Erfahrung mit dem Chorgänertreff da einzubringen. Das fand ich ganz, ganz toll. Und deshalb wollte ich auf jeden Fall auch mal diesen Podcast hier aufnehmen und auch ein bisschen zu schildern, wie es da ablief und mein Feedback zu geben, falls das jemand von den Kollegen dort hört. Genau. Wie gesagt, das war in Leverkusen in der Bay Arena. Wir sind dort mit dem Zug hingefahren und ja, die Hinfahrt war ganz toll von den Leuten her. Hat das Spaß gemacht, mit denen zusammen dahin zu fahren. Und ja, der Spaß wurde dann aber auch relativ schnell ein bisschen gedämpft von der Deutschen Bahn natürlich, weil die war natürlich erstmal zu spät, beziehungsweise der Zug ist dann erstmal ausgefallen, sodass wir dann einen anderen nehmen mussten. Der kam dann meine ich auch noch zu spät. Aber das Gute, wie das oft so ist, der Folgezug nach Leverkusen von Düsseldorf aus war dann irgendwie auch wieder zu spät, sodass es dann am Ende irgendwie gepasst hat und wir pünktlich hingekommen sind. Allerdings war das wieder so eine typische Bahnerfahrung, ewig viel Getchecke und Gestresse und verbunden mit dem Bangen und Hoffen, dass man ja rechtzeitig um 9.30 Uhr dann irgendwie auch dabei sein kann. Das haben wir dann zum Glück geschafft und dann ging es auch direkt los. Da gab es dann Grußworte aus der Politik, war da jemand dabei gewesen von der CDU und die Bergische Krankenkasse hat sich vorgestellt und die Mediensuchtprävention, NRW erstmal.

Gaming-Kultur Und E-Sports Faszination

SPEAKER_00

Dann gab es den ersten Vortrag zum Thema Faszination von Medien und E-Sports. Das war von dem Markus Gennert, Fachhochschule Münster. Das war sehr interessant. Der Vortrag hat mir super gefallen, weil der sehr toll die Faszination von, ja gut, er hat sehr viel auf Esports bezogen. Ich würde es einfach auch ein bisschen allgemeiner halten. Die Faszination vom Gaming, also die Gaming-Kultur an sich, hat er sehr schön dargestellt. Er hat das da anhand von einem Beispiel von der Dota 2-Weltmeisterschaft mit einem Video direkt eingespielt, direkt zu Beginn. Und da sah man dann natürlich die Emotionen hochkochen und der hat das ganz toll beschrieben als die absolute Hochzeit von der Gaming-Kultur und wie dort alle zusammenkommen in ein Riesenstadion und zusammen eben die Dota-Finals gemeinsam feiern, ihre Spieler anfeuern und einfach ein ganz tolles Gaming-Kulturfest dort feiern. Ja, und er hat natürlich auch noch ganz, ganz viele andere Sachen beleuchtet, von Gamern, Cosplay und E-Sports war natürlich generell so das Hauptthema dort, also den professionellen E-Sports, wie sich dort Gaming-Kultur hoch etabliert hat und dort wie in Sport schon quasi Teams entstehen und Sponsoren und Menschen, die davon leben können und Fans, die das alles anfeuern und so weiter und so fort. Ja, ganz toll, denke ich, für Außenstehende. Für mich war wie immer so ein bisschen das Problem am E-Sports, was da mitgeschwungen ist, dass es eben sehr nur so eine ganz kleine Spitze vom Eisberg quasi abbildet und darunter die ganzen Fans natürlich dem Ganzen dann nur zufeiern und nicht wirklich mitspielen können. Das ist ja immer so meine Kritik am E-Sports. Also in dem Fall spielen dann da irgendwie zwölf Stunden an so einem Dota-2-Event einige Teams aus fünf Leuten im 5 gegen 5 gegeneinander. Sind dann vielleicht, weiß ich nicht, bei fünf Teams 25 Leute oder sechs Teams, damit es aufkommt, 30 Leute, die dann auf der Bühne spielen, zwölf Stunden lang und was war das, 20.000, 30.000 Leute gucken zu. Spielen nicht mit, sondern gucken nur zu. Und ja, das ist halt wie beim Sport auch, beim Profisport. Das heißt, sie werden dann zu Fans und haben natürlich auch wahnsinnig Spaß, da ihre Teams anzufeuern. Aber mein Kritikpunkt ist immer so ein bisschen, oder was ich immer ein bisschen schade daran finde, ist, dass man eigentlich auch mal Angebote beleuchtet, wo Menschen einfach zusammen mitspielen können, wo es also nicht darum geht, dass einzelne Superstars in den Himmel gelobt werden, sondern noch inklusiver, dass alle einfach mitspielen können, egal wie gut oder wie schlecht, dass einfach alle Teil von diesem

Was Offline-Communitys Besser Machen

SPEAKER_00

Spiel sein können. Genau, ich habe mich dann auch im Nachhinein mit dem Markus Gennert unterhalten, weil ich es auch super interessant fand, die ihn auch gefragt habe, ob er das auch so sieht wie ich, dass das Thema Online-Gaming so ein bisschen schwierig ist und dass es eigentlich schöner wäre, wenn man eben auch Orte wie den Core Gamer trifft, die halt offline funktionieren und eine Offline-Community bilden, mehr beleuchten würde und mehr auch darauf einginge, dass eben dieses ganze Online-Gaming-Thema auch ein starker Eskapismus ist und dass es schade und es schade ist, dass man nicht einfach so wie früher noch mit Menschen sich in der echten Welt trifft und zusammenspielt. Und da hat mich mal seine Meinung zu interessiert. Und er hat da das auch so gesehen, definitiv, aber er sagt, es gibt halt natürlich sehr wenige solcher Angebote wie meins vom Core-Gamertreff. Und wenn es da mehr von gäbe, wäre das natürlich sehr, sehr förderlich für Menschen, die halt viel zu stark in dieser Online-Gaming-Sucht halt sind, dass sie ihm Möglichkeiten finden, da eben auch rauszufinden und auch Menschen in der echten Welt zu begegnen und nicht nur in Anführungsstrichen Online-Fans von Teams sind und sich dann da in einem Chat bewegen. Er hat ja auch dann natürlich mit seinem Beispiel von der Dotha-Meisterschaft natürlich auch gezeigt, wie Menschen dann auch rausgehen und zusammen Fans werden. Also so wie halt auch Menschen, die Fußball zusammenschauen, dann rausgehen ins Stadion oder in der Kneipe sind. Und das war natürlich dann auch ein Beispiel, ein Gegenbeispiel dazu, dass eben ja über diese Online-Community hinaus auch in der echten Welt dann Interaktion stattfindet. Und das fand ich auch gut. Aber meine Frage zielt dann mehr so darauf, können wir denn nicht noch mehr tun? Also vor allen Dingen Orte, wo viel mehr solche soziale Interaktionen in der echten Welt stattfindet, dass wir die halt irgendwie versuchen zu etablieren und mehr nach vorne bringen. Und das fand er spannend, glaube ich, und hat er mir auch zugestimmt, dass es eine tolle Sache wäre, wenn es davon mehr gäbe in der Zukunft.

Dark Patterns Und Lootboxen

SPEAKER_00

Genau, dann ging es weiter mit der Gaming-Falle. Das war ein toller Vortrag von der Dr. Janine Simon. Die hat ein Buch geschrieben zu dem Thema Dark Patterns in Videospielen. Und genau, der Vortrag ging eben um diese Dark Patterns. Das sind ja suchtfördernde Mechaniken, die in Videospielen immer mehr auftauchen, beziehungsweise mittlerweile ja in allen Mobile Games zumindest quasi der de facto Standard sind. Also es gibt kaum noch Mobile Games, wo die nicht drin sind. Und sie hat das sehr kritisch betrachtet, was ich gut fand. Also im Prinzip war dieser Markus Gennard erstmal so eine Art Good Guy, der gezeigt hat, was könnte man oder wie was sind denn die tollen Sachen hier von Gaming-Kultur und E-Sports und sie hat dann natürlich sehr, sehr stark das Ganze wieder runtergerissen, weil sie knallhart die Zahlen, Daten, Fakten da mal gezeigt hat, was alles in den Videospielen drinsteckt, die solche Dark Patterns, also suchtfördernde Mechaniken, haben. Und wie stark das Kinder und Jugendliche, deren Gehirn natürlich noch überhaupt nicht ausgereift ist und überhaupt keine Impulskontrolle hat, dann dementsprechend auch natürlich catcht und dass wir da ein großes Problem geschaffen haben, wo es dringend Regulierung für braucht. Da bin ich auch total auf ihrer Seite. Also das war ein sehr bodenständiger Vortrag, der einem doch gezeigt hat, wie verzwickt die ganze Situation schon ist und wie dringend wir da irgendwie mal eine gewisse einen Umgang mitfinden müssen, weil es in Zukunft einfach auch so nicht weitergehen kann. Und hoffentlich auch in irgendeiner Form auf gesetzlicher Ebene, dass es da irgendeine Gesetzgebung mal gibt, die die Kinder und Jugendlichen wirklich davon schützt und nicht nur so ein bisschen so tut, als ob. Dann ging

Zahlen Zur Sucht Und Eskapismus

SPEAKER_00

es nahtlos weiter mit einem weiteren Vortrag Gaming-Sucht und Mediensuchtprävention von dem Christian Schalk, Landesamt für Soziales Jugend von Rheinland-Pfalz. Und der hat im Prinzip genau da weitergemacht, wo die Janine Simon aufgehört hat, nämlich auch dieses Thema Dark Patterns aufgegriffen und vor allen Dingen aber auch nochmal ganz viele Zahlen, Daten, Fakten aus dem Videospielmarkt in Deutschland knallhart präsentiert, wo man also sieht, wie unfassbar viel Geld damit verdient wird und warum die Videospielindustrie in Deutschland als erfolgreiche Industrie halt so viel dafür tut, dass es auch so bleibt, beziehungsweise so sehr in diesem Dark Pattern, in dieser Dark-Pattern-Problematik verfangen ist, weil damit eben eh mittlerweile das ganze Geld auch verdient wird. Und darüber hinaus hat er natürlich dann auch noch ein paar andere Themen aufgegriffen, wo es dann auch um das Thema Social Media-Sucht und so weiter ging und die Parallelen dazu und generell Online-Sucht. Also er hat dann auch sehr gut dargestellt, wie man, wie häufig eben verschiedenste Süchte wie Social Media-Sucht, Videospielsucht und Online-Sucht im Allgemeinen halt miteinander koellieren und es da halt eindeutig sehr, sehr viel Überschneidung gibt und man, er hat dann auch darauf vorgewarnt, dass man auf keinen Fall jetzt nur anfangen sollte, die Gaming-Sucht, also die Gaming-Disorder so sehr in den Vordergrund zu stellen, dass man da jetzt alles reguliert und dann gleichzeitig aber im Social-Media-Bereich quasi überhaupt nichts macht, weil er da auch sehr darstellende Zahlenfakten, wie häufig mehrere von solchen Sachen zusammenkommen. Und er ist dann auch der Meinung gewesen, dass wenn man dann den Betroffenen das eine wegnehmen würde, wegregulieren würde, die sehr, sehr schnell und sehr, sehr einfach Eskapismus betreiben und dann halt einfach in die andere Richtung gehen. Also dann sprich, wenn sie dann eben nicht mehr so viel spielen könnten oder die Spieler nicht mehr ihnen das Dopamin geben, dann würden sie eben so spüren ganz, ganz schnell abdrehen. Das heißt, sein Statement war, wir müssen alles gleichzeitig im Auge behalten und einmal vernünftig einen Rahmen schaffen, dass alle diese Themen präventiv und schützend vernünftig angegangen werden. Ja, das war alles drei. Ich muss seit mir beschäftigen. Und ich war sehr froh, da doch echt einiges gelernt zu haben. Insbesondere bei den Dark Patterns habe ich ja selber auch schon mehrere solcher Vorträge mal gemacht. Zuletzt zum Beispiel im Rahmen von dem Digitaltag bzw. Digitalwoche letztes Jahr. Dieses Jahr sind wir auch wieder dabei mit unserem CGT Masters. Ja, und da fand ich es dann echt nochmal interessant, auch zu sehen, wie die Kollegen sowas machen. Und ja, habe mir eine Menge Notizen gemacht und Sachen, die ich noch nicht so auf dem Schirm hatte.

BayArena Flair Und Currywurst

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Dann gab es eine Pause und Essen. Und das war ein bisschen schade, weil ich habe noch gar nichts zu der Location gesagt, aber diese Bay-Arena in Leverkusen war echt sehr, sehr toll und das, obwohl ich eigentlich gar nichts so mit Fußball zu tun habe. Wer mich kennt, weiß, Fußball lässt mich ziemlich kalt. Aber von der Location her war das echt super, so von oben da auf das Spielfeld schauen zu können. Und das war einfach eine sehr, sehr schöne, angenehme Location für so eine Fachtagung. Allerdings war das Problem dann in der Mittagspause, sollte es Essen geben, Kirrywurst und keine Pommes, komischerweise. Ich habe irgendwie das Gefühl, da ist irgendwas durcheinander gekommen, weil ich habe noch nie Currywurst gegessen ohne Pommes. Also es gab nur Currywurst, aber keine Pommes. Und dann gab es auch Cirrowwurst vegan, aber so wenig, dass ich mich dann quasi dazu entschließen musste, normale Currywurst zu essen, weil der hinter mir auch lieber die Vegane essen wollte. Ich bin ja Flexitarier, das heißt ich versuche möglichst wenig Fleisch zu essen, aber kann notfalls auch oder genehmige mir notfalls dann auch eben die normale Currywurst und das musste ich dann machen, weil ich sonst die letzte vegane Currywurst ihm weggegessen hätte. Ja, und das war irgendwie ein bisschen komisch, weil es wirkte so ein bisschen so, als ob erstens nicht genug da war zu essen und zweitens haben die Pommes gefehlt, irgendwie, vielleicht war es so gedacht, ich weiß es nicht. Jedenfalls war, muss man sagen, war die Verpflegung so ein bisschen unerwartet gering, uns mal diplomatisch auszudrücken. Man musste da schon gucken, wo man bleibt, damit man überhaupt schnell noch irgendwas zu essen bekommt. Und gleichzeitig waren auch sehr viele, war eine Riesenschlange da dran. Also irgendwie war die ganze Location oder das Personal dort nicht darauf ausgelegt, dass so viele Leute, die gekommen waren, eben schnell mal in einer einen Stunde, in einem 45-Minuten-Slot genug zu essen anbekommen. Entschuldigung, kurz die Nase putzen. Ja. Und so habe ich dann zum Glück aber noch eine normale Chörewurst mir schnell reingeschoben und dann war ich nämlich um 14 Uhr auch direkt dran mit meinem Workshop.

Mein Workshop Mit Best Practices

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Da gab es dann grundsätzlich mehrere Workshops, wo die Leute sich eintragen konnten. Jeder konnte zwei Workshops wählen. Genau, zwei Runden, 45 Minuten sollte das sein. Ich lese mal alle vor, Impact-Methoden und Elterncoaching, das hat die Tanja Schmitz-Remberg gemacht, Prävention bei Gaming, der Andreas Pauli und Max Kurt. Gaming, Lootboxen, Cosplayer, Medienwelten der Schülerin. Das haben die zwei Mädels von Costucade gemacht. Next Level Gesundheit, Michael Strommacher von der Bergischen Krankenkasse. Und mein Workshop war der Intervention mit Gamerinnen vom Core Gamer-Treff, genau. Und genau, ich habe dann zwei Workshops quasi hintereinander gemacht, 45 Minuten, wobei der zweite, weil wir dann ein bisschen hinterher waren, nur noch 20 Minuten, äh, 30 Minuten lang sein konnte. Aber letztendlich habe ich denselben Workshop quasi mit zwei Gruppen zweimal gemacht. Und ja, es war zahlreich besucht. Das waren dann jeweils so 15, ja, 10 bis 15 Leute, die dann bei mir in dem Workshop waren. Eigentlich genau richtig, weil ich wollte das auch relativ offen halten und auch frei mit den Menschen reden. Also ich habe auch direkt am Anfang dann gesagt, genau, es ist gut, dass es diese Einordnung gab durch diese drei Fachvorträge der Kollegen. Die waren super informativ mit Zahlen, Daten und Fakten, aber auch echt viel auf Dauer. So die drei hintereinander, man merkte dann schon, und ich merkte dann selber auch bei mir, gerade beim letzten, da machte dann der Dozent dann auch immer so unheimlich tolle, der Vortragende dann immer so unheimlich tolle Witze auch drüber, dass wir alle Hunger haben und er sich jetzt beeilt. Und ja, es war halt wirklich sehr anstrengend, die drei Vorträge hintereinander, obwohl sie alle super waren und auch super informativ war, es einfach sehr, sehr viel Input. Und deshalb habe ich dann direkt gesagt, ich mache meinen Workshop möglichst offen. Das heißt, ich werde jetzt hier gar nicht irgendwelche Folien runterbeten, sondern ich habe einfach nur auf dem Beamer ein paar Fotos gezeigt von meiner Arbeit im Core Gamer-Treff und dann relativ offen freigesprochen mit dem, was ich so mache an Projekten und was die anderen so davon halten, beziehungsweise was deren Erfahrungen sind. Das hat mich auch sehr interessiert, ob andere auch Videospiele im Rahmen ihrer Arbeit nutzen, um Menschen irgendwie zu verbinden oder ihnen zu helfen. Und ja, dementsprechend sollte das eben so ein Workshop sein, der recht offen ist. Ich habe dann auch gesagt, jeder kann jederzeit Fragen stellen oder Anmerkungen geben. Und ja, es war jetzt nicht so viel Beteiligung da. Die haben alle sehr interessiert zugehört, hatte ich das Gefühl. Aber so richtig viel Input von denen kam dann nicht zurück. Außer einer einen Gruppe gab es dann einen, der da auch schon so ein paar Erfahrungen gemacht hatte, vor allen Dingen aus dem Jugendtreffbereich, was die Kinder da so spielen und wie die damit umgehen, dass die eben so bestimmte Spiele spielen wollen und so weiter. Ja, und ich habe dann halt sehr, sehr viel Best-Practice-Beispiele gegeben. Ich habe dann zum Beispiel angefangen, damit den Core-Gamer-Treff erstmal zu zeigen, was das ist, viele Fotos gebracht und was wir so für Spiele dann spielen, zum Beispiel im Rahmen von unseren Family Days, wo dann Kinder mit ihren Erwachsenen, also mit ihren Eltern dann zusammenspielen sollen und mit den Leuten, die im Core-Gamer-Treff normalerweise so sind. Dann habe ich dann natürlich erzählt von meinen Besuchen in der Jugendeinrichtungen, wo ich dann mit Jugendlichen dann bestimmte ausgewählte Spiele spiele, die eben vor allen Dingen dieses Zusammenspielen stark fördern sollen, dass man eben nicht immer nur in Konkurrenz miteinander steht beim Spielen, sondern auch als Team was zusammenschaffen kann. Also so Spiele wie Pico Park zum Beispiel, was ich ja sehr viel einsetze für meine Arbeit, wann immer es darum geht, Gruppen von Menschen durch das Spielen zu zeigen, dass sie halt als Team etwas erreichen können. Das ist halt immer ein sehr, sehr tolles Beispiel. Pico Park, sehr empfehlenswert. Und dann habe ich über meine ganzen Projekte so gesprochen, was ich so mache, in den Abenteuerspielplätzen jetzt dieses Jahr oder dass wir auf die Gamescom fahren mit den Kids zusammen oder dass wir, dass ich meine Game Design-AGs mache, Level-Design-AGs und so weiter. Und dass wir Bewegungsspiele nutzen, also Spiele mit Bewegungssteuerung, auch so ein bisschen das Thema Sport mit einzubringen. Ja, und viele, viele weitere Sachen. Ihr kennt das ja alles, was ich alles so mache. Und ja, das kam, glaube ich, ziemlich gut an. Die Leute waren, wie gesagt, sehr gespannt am Zuhören, haben selber jetzt nicht so viel dazu gesagt. Am Schluss ein paar Fragen einzeln gestellt und ich hatte so das Gefühl vom Feedback her, die Leute waren recht beeindruckt davon, aber gleichzeitig hatte ich das Gefühl, dass viele so überhaupt nicht sowas auf dem Schirm hatten. So nach dem Motto, also viele aus dem Suchtbereich haben natürlich arbeiten natürlich täglich mit Menschen mit Videospielsucht und die waren dann halt da. Und ich glaube, die arbeiten dann aber, so wie ich das verstanden habe, an dem ganzen Tag von all den Gesprächen, die ich so geführt habe, sehr viel präventiv und ja, den Menschen versuchen den Menschen zu helfen, davon wegzukommen. Aber die wenigsten arbeiten halt präventiv, sodass sie versuchen, eben dieses Interesse an den Spielen umzulenken in eine gute, gesündere Richtung, was ja mein Ansatz ist. Und klar, das funktioniert natürlich auch nur ab einem gewissen Grad, wenn also eine akute Gaming-Disorder-Videospielsucht schon da ist und der Betreffene dann schon, weiß ich nicht, total verfangen ist in seiner Videospielsucht und da irgendwie acht Stunden am Tag online spielt, dann kann ich natürlich auch wahrscheinlich nicht mehr viel ausrichten mit meinem Konzept, weil meine präventive Arbeit zielt ja jetzt nicht direkt auf die bereits stark Betroffenen, sondern eher präventiv zu schauen, wie kann man, bevor es dazu kommt, ja aufklären und zeigen, hör mal, es wäre doch besser, wenn du vielleicht in diese oder in jene Richtung dich mal umschaust, bevor du in so eine richtige Videospielsucht reingerätst. Genau. Aber da sind so ein bisschen, glaube ich, zwei Welten aufeinander geprallt, aber das, wie immer das, wie immer, wenn das so ist, super, super spannende Gespräche mit den Leuten. Wie funktioniert deren Arbeit, wie funktioniert meine Arbeit? Fand ich alles sehr, sehr spannend. Und genau, mit dem Kollegen von der Bergischen Krankenkasse habe ich dann auch gesprochen, der da diese E-Sports-Abteilung leitet. Und der hatte auch lustigerweise hier das Team Berg, die Smasher, die auch zu uns kommen. Und da bei uns immer die Turniere gewinnen. Lustigerweise hat der mit denen auch irgendwie auf irgendeinem Fachtag gesprochen und die darüber kennengelernt. Und da so hatten wir quasi auch schon direkt eine lustige gemeinsame Sache quasi, dass deren gesponserte E-Sports-Spieler bei uns hinkommen und Smash Brothers spielen in dieser Gemeinschaft. War schon eine sehr, sehr witzige Sache.

Podium Suchtgeschichten Und Cosplay

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Ja, und dann im Anschluss Quasi ganz zum Schluss gab es dann noch eine Podiumsdiskussion, wo ich eingeladen war. Genau, da war ich dabei. Der Mike Warnecke, der eher ein ehemaliger Videospielsüchtiger ist, der war sehr, sehr stark abhängig von League of Legends und hat quasi seine ganze Jugend, junges Erwachsenen-Dasein mit dem Spiel halt verzockt und er hat sehr, sehr eindrucksvoll gesprochen, kann ich gleich noch was zu sagen. Und die Podiumsdiskussion war geleitet von der Moderatorin Orka Gundl, genau. Die ist auch, die arbeitet auch für die öffentlich-rechtlichen und in einem Sportstudio dann, genau, in dem Sportstudio hat die immer wieder Beiträge, kannte das Gesicht auch irgendwer, musste dann aber nochmal googeln, was die so alles macht, aber ja, die ist wohl ziemlich bekannt. Ich selber habe ja nicht viel mit Fußball im Hut, deshalb kannte ich sie jetzt nur vom Gesicht, aber ja, hab dann mal so rumgefragt, viele kennen sie wohl dann auch aus dem Sport. Und ja, die hat das ganz toll gemacht, weil sie selber war jetzt so überhaupt nicht die Gamerin, aber sie hat sich so als hochinteressierte Mutter dann gegeben, von einem 13-jährigen Jungen. Also sich wirklich versucht, da auch einzufuchsen und war da total offen mit, dass sie selber überhaupt keine Ahnung von Videospielen hat, aber sich halt versucht, damit zu beschäftigen, zum Wohle ihres Kindes und ihrer Familie. Ich glaube, sie hat auch mehrere Kinder. Und sie ist auch die Botschafterin von der Mediensuchtprävention NRW. Und sie hat dann eben diese Podiumsdiskussion geleitet, wo ich dabei war, dieser Mike Warnecke, der so eine Videospielsucht hinter sich gebracht hat und dann die zwei Mädels von, ne, eine von den Mädels von Cos UK, genau. Also eine Cosplayerin dann. Und sie hat das sehr gut gemacht, dann sehr interessiert immer hin und her gesprungen zwischen uns und dann gefragt, wie uns das Thema so in unserem Alltag begegnet. Und der Mike Warnecke hatte dann angefangen zu erzählen. Ja, er hat wohl eine richtig, richtig krasse Geschichte hinter sich. Der hat dann so krass wohl League of Legends damals gespielt, dass er alles verloren hat, quasi in seinem Leben, alles verzockt hat, in Schulden lebte, sich dann zu Hause mit 18, mit seinem Stiefvater, so sehr gestritten haben, dass sie sich gegenseitig volle Kanne auf die Fresse gehauen haben. Also Ruhe Gewalt, hat er richtig krass dargestellt. Und dadurch ist er dann zu Hause einfach ausgezogen und hat dann in der eigenen Wohnung gelebt und sich da quasi komplett, es war komplett verwahrlost, also zu Messi geworden, hat nichts mehr gemacht, sein Studium nicht mehr ernst genommen und nur noch League of Legends den ganzen Tag gespielt, sodass er dann verschuldet war und dann sogar, glaube ich, gedroht bekommen hat, rauszufliegen aus der Wohnung von seinem Vermieter. Und ja, das Krasse war, am Ende, hat er dann erzählt, war quasi so kurz davor, sich umzubringen. Also er wollte dann auf so einen Berg irgendwie in seinem Dorf da und auf so einen Kirchturm oder so, ich weiß nicht mehr genau, was er da gesagt hatte. Jedenfalls hoch oben auf so einen sehr ikonischen Ort und von da hatte er sich dann so schon alles ausgemalt, da runterzuspringen und sein Leben halt ein Ende zu setzen. Und ja, das war ziemlich eindrucksvoll, wie er das beschrieben hat. Sehr authentisch und hat auch echt, glaube ich, die Leute gut mitgerissen. Also im negativen Sinne, beziehungsweise betroffen, ne? Und ja, danach sollte ich dann erzählen, ja, was ich so für Erfahrungen gemacht habe mit meinem Videospielverhalten. Und ich hatte dann auch direkt eingestiegen, dass ich halt auch wahrscheinlich als Jugendlicher sehr stark oder sehr knapp an einer schlimmen Videospielsucht vorbeigeschlittert bin, durch mein exzessives Counter-Strike-Spielen von 13 bis 18. Und dann aber zum Glück die Kurve bekommen habe damals, also durch dass ich meine Frau kennengelernt habe und Vater geworden bin und dann mein Leben automatisch quasi in den Griff kriegen musste, davon wegkommen konnte. So habe ich dann eingeleitet und dann halt erzählt, dass ich, wie gesagt, den Core Gamer-Treff gegründet habe, um wieder gemütlich mit Leuten zu spielen, um eben dieses gemeinsame Spielen, einen gemeinsamen Raum halt zu fördern und aufzuzeigen, ja, ich sage ja immer, der Gesellschaft einen gesünderen Umgang mit Videospielen halt näher zu bringen, was man halt so machen kann mit den Spielen, um soziale Interaktionen zu schaffen zwischen Menschlichkeit, ohne dass man eben dieses exzessive Online-Spielen halt unbedingt nötig hat. Genau, und da hat sie dann sehr interessiert zugehört und sehr viele Fragen gestellt und war dann am Anfang, glaube ich, so ein bisschen von der Einordnung her ein bisschen verwundert, wie ich das hinbekomme, dass die Menschen zu mir kommen und dann bei mir nicht süchtig werden durch das Spielen, sondern quasi mehr oder weniger eine Alternative zu ihrem problematischen Spielverhalten finden, wo das jetzt natürlich auch überspitzt dargestellt gewesen. Es ist ja nicht so, dass bei uns nur Leute rumrennen, die irgendwie problematisches Spielverhalten haben. Das sind ja mehr oder weniger, ist das ja die Minderheit, die da eingegliedert wird und bei uns eben Alternativen dazu findet oder sich darüber austauschen kann. Und ja, ich habe ja dann halt auch gesagt, letztendlich ist das halt dadurch, dass wir gar keine Online-Spiele bei uns spielen auf dem PC, sondern gemütlich Konsolenspiele oder Spiele, die man eben auf sowas wie Steam Deck oder so zusammenspielen kann. Oder Singleplayer-Spiele, die man gemütlich spielen kann, bei uns priorisiert gespielt werden, beziehungsweise Online-Spiele bei uns sind, dass sie gar nicht gespielt werden. Das ist dadurch sowieso nicht und das mehr so ein Thema ist, von wegen Leute kommen zu uns, um andere Leute kennenzulernen und ins Gespräch zu kommen und gemütlich zu spielen. Und dieses Thema, so mit dieses exzessive Spielen gar nicht so krass bei uns stattfindet, wie man das vielleicht erwarten würde, wenn man denkt, wow, das ist ein Gamer-Treff. Also ihre Annahme war wahrscheinlich erstmal, ja, da geht man hin, um noch mehr zu spielen, so ungefähr. Und da war sie dann natürlich hochinteressiert, wie ich das genau im Umkehrschluss nutze, um eben darauf hinzuweisen, problematische Spielativ zu zeigen. Ja, und das habe ich, glaube ich, ganz gut überbringen können. Und die Leute waren da auch echt interessiert, hatte ich das Gefühl. Auch dann im Nachhinein auch der Rückfahrt von den Kollegen, mit denen ich da gefahren bin, auch positives Feedback bekommen, beziehungsweise allgemein meinten die, die Podiumsdiskussion wäre wahnsinnig spannend gewesen und ja, hatte ihre Erwartungen da sogar übertroffen. Das fand ich echt toll zu hören. Und ja, genau, dann hat sie noch natürlich mit dieser Kollegin von Costducate gesprochen, die da diese Cosplay-Community aufgebaut hat in der Gegend hier. Und da ging es dann sehr viel um das Thema Cosplay. Da stecke ich ja tatsächlich überhaupt nicht so drin, aber sie hat das auch sehr, sehr toll wiedergebracht, wiedergegeben, was der Anreiz bei Cosplay ist und vor allen Dingen auch nahegelegt, dass beim Cosplay auch, als es da auch so Themen mit Sucht gibt letztendlich, nämlich nicht die Sucht nach den Spielen, sondern mehr so die Sucht nach den Charakteren bzw. deren Kostümen, sodass man immer neue Kostüme kaufen will und sich da extrem reinsteigern kann, extrem viel Geld für Kostüme auszugeben, für neue Cosplays und ja, dass halt auch da so ein Thema ist. Und dann habe ich auch gedacht, wow, interessant, hätte ich jetzt so gar nicht erwartet, dass selbst da so ein Suchtthema mitschwingen kann. Und dann habe ich auch drüber nachgedacht und letztendlich bin ich dann auch wieder zu dem Schluss gekommen, im Prinzip kannst du aus allem, von allem süchtig werden. Also alles, was man, was zu viel ist, was man, wo man die Kontrolle drüber verliert, was halt im Alltag das gesamte Denken und Handeln einnimmt, das kann halt sehr schnell zur Sucht werden. Und das kann natürlich auch Cosplay als Hobby sein, wenn man immer wieder neue Kostüme kaufen muss, ohne die irgendwie auch nur einmal getragen zu haben, dann direkt wieder das nächste kaufen muss. Und dann hat man da auch letztendlich eine Kaufsucht zwar, aber auch über dieses Cosplay-Hobby wieder geschaffen. Also mir wird halt immer mehr klar, je mehr ich mich mit diesem Suchtthema beschäftige, dass du halt wirklich von allem süchtig werden kannst, solange du nicht das unter Kontrolle hast, wie viel du davon haben möchtest, beziehungsweise wie du dazu stehst. Also alles in Maßen ist okay und alles über einen Übertriebenen, in viel zu viel ist immer sehr, sehr schlecht. Und das zieht sich, glaube ich, durch ganz, ganz viele Lebensbereiche und Hobbys. Und es gibt wahnsinnig viele Süchte, denen man verfallen kann. Und das ist, glaube ich, allgemein etwas, was man immer auf dem Schirm haben

Von Zigarettenentzug Zu Regulierung

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sollte. Also ich selber bin ja nur einmal richtig süchtig von was gewesen und das waren Zigaretten. Und ich weiß noch, dass ich von 13 bis 26 durchgehend quasi eine Packung geraucht habe und dann vom einen auf den anderen Tag geschafft habe, aufzuhören. Ich habe da aber bestimmt 20 Anläufe für gebraucht, 20 Mal versucht aufzuhören. Manchmal habe ich es zwei Tage geschafft, manchmal eine Woche, manchmal sogar Monate und trotzdem wieder rückfällig geworden. Und selbst heute ist es so, seit 2014 habe ich aufgehört, also zwölf Jahre jetzt. Und selbst heute ist es so, wenn ich mal ein Bierchen trinke und eine richtig, richtig gute Zeit ein paar Leuten habe, dass ich, wenn ich könnte, mir gerne mal eine Zigarette rauchen würde, einfach nur so zum Spaß. Und dann ja, einfach um den Moment zu genießen und dann nie wieder. Aber ich weiß ganz genau, dass ich sofort wieder rückfällig werden würde. Und deshalb rauche ich zum Beispiel auch noch nicht mal, wenn man in einer Shisha beißt oder so an der Shisha mit, weil ich ganz, ganz genau weiß, dass ich das eben nicht unter Kontrolle habe und ich da wirklich extrem süchtig von war nach Zigaretten. Und diese Sucht hinter mir zu lassen, war definitiv eine der schwersten Sachen, die ich je geschafft habe in meinem Leben. Und seitdem ich das geschafft habe, habe ich sehr großen Respekt vor allen, die versuchen, sich ihren Süchten ehrlich zu stellen und zu versuchen, sie loszuwerden. Und selbst wenn die das nicht schaffen, sondern das immer wieder versuchen, habe ich da sehr großen Respekt vor. Einfach, dass sie da nicht aufgeben, sondern sich ehrlich mit der Sache auseinandersetzen, dass sie da ein Problem haben und dranbleiben und den Willen nicht aufgeben, das halt hinter sich zu lassen. Weil wie gesagt, bei mir hat es auch 20 Anläufe gebraucht. Und ich hätte auch nach Anlauf 5, 6, 7, 8 sagen können, nee, es macht keinen Sinn. Ich schaffe es einfach nicht, aber ich wollte einfach nicht aufgeben. Und habe es dann letztendlich irgendwann tatsächlich doch geschafft, die Raucherei aufzugeben. Bis heute. Genau, das war es zum Fachtag, Fachtagung Next Level oder Game Over von der Bergischen Krankenkasse. Das war eine sehr, sehr gelungene Veranstaltung. Ich hatte dort wahnsinnig viel Spaß und guten Austausch, gute Gespräche, sehr, sehr viel gelernt und ich hoffe, dass es da in Zukunft auch noch mehr Zusammenarbeit gibt. Also es gab auch viele, die auf mich zugekommen sind und denen ich dann gerne auch meine Visitenkarte gegeben habe, weil die sich für meine Arbeit interessiert haben und sich vorstellen können, mal zusammen Projekte zu machen. Gerade so bei dem Thema, oh, jetzt kommt gerade ein Flugzeug, gerade so bei dem Thema Medienbildung, was man da so an Projekten zusammen einfach mal anstoßen könnte, um einerseits diese Faszination des Gamings eben mitzunehmen, aber andererseits darüber auch gute Inhalte zu vermitteln und auf die Mediensuchtprävention aufmerksam zu machen. Also dass man eben auch kritisch hinterfragt, sein eigenes Mediennutzungsverhalten einfach mal kritisch zu hinterfragen. Genau, das war, wie gesagt, eine tolle Veranstaltung und ich hoffe, dass ich nächstes Jahr wieder dabei sein darf. Und ich fand es sehr, sehr gut von der Bergischen Krankenkasse nochmal, dass die das möglich gemacht haben, weil das war bestimmt nicht billig. Aber es ist ein super wichtiges Thema in unserer Gesellschaft. Mediensucht ist ein sehr, sehr wichtiges Thema und wird, glaube ich, auch stark unterschätzt. Rede ich ja auch schon oft drüber, dass ich glaube, dass es da sehr große Probleme, dass da sehr große Probleme auf uns zukommen, wenn wir da nicht einen besseren Umgang mitfinden als Gesellschaft und vor allen Dingen auf Gesetzesebene hinschauen, was wir da regulieren müssen in Zukunft. Ich selber bin ja tatsächlich auch großer Befürworter von einem Social Media Einschränkungen, manche nennen es Verbot nach dem australischen Modell. Ich denke, zumindest mal ab 14 oder ab 16 wäre tatsächlich sinnvoll. Und in dem Zuge auch gleichzeitig Lootboxen unbedingt regulieren. Es kann nicht sein, dass Kinder und Jugendliche, die überhaupt keine Impulskontrolle haben, total anfällig für sowas sind, von klein auf konditioniert werden, solche Glücksspielmechanismen halt in ihrem Alltag, ihrem Alltag ausgesetzt zu sein und da immer tiefer reingezogen zu werden. Genau, das hatte auch noch der Christian Chark ganz eindrucksvoll gezeigt. Da gibt es auch

Schlusswort Und Ausblick

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Statistiken drüber, wie viele Kinder und Jugendliche letztendlich durch dieses Thema Glücksspielsucht halt in eine echte, also im Videospiel auch in die Gefahr kommen, in eine echte Glücksspielsucht zu kommen und dann halt wirklich ins Casino zu gehen und wortwörtlich ihr Leben dort zu verzocken. Das ist dann nämlich der nächste Schritt, wenn man so konditioniert wurde, dass dieses Gambling von klein auf einfach Teil von einem wird. Vielen Dank nochmal an alle, die dabei waren und es war ein sehr, sehr toller Tag.