Core Gamer Treff Podcast
Deutschsprachiger Podcast über den Core Gamer Treff aus Mönchengladbach.
Wir haben unseren eigenen Treffpunkt, wo wir regelmäßig zusammen kommen, einfach nur so zum Spielen, Quatschen und Spaß haben.
Und auch ihr seid herzlich eingeladen dabei zu sein!
Also kommt uns doch einfach mal besuchen. Wir öffnen regulär jeden Dienstag ab 17 Uhr, Freitags ab 17 Uhr und Samstags ab 14 Uhr und darüber hinaus veranstalten wir auch regelmäßig Special Events.
Kommt einfach in unser Discord oder schaut auf unserer Homepage vorbei um mehr über uns zu erfahren.
Core Gamer Treff Podcast
Arcade Kultur mit Lars Vegas zu Gast
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Eine Münze, ein Herzschlag, ein flackernder CRT: So beginnt für viele die Liebe zur Arcade. Wir sprechen mit Lars, der seit 1989 zwischen Pommesbuden-Cabs, japanischen Candy Cabs und Turnieradrenalin lebt, und fragen uns ehrlich, was vom Mythos geblieben ist – und was heute wirklich zählt. Heraus kommt ein Bild, das weit über Nostalgie hinausgeht: harte Spiele, klare Ziele, echte Begegnungen.
Wir gehen Schritt für Schritt durch den Maschinenraum der Szene: Jamma-Standard, IO-Boards, Button-Layouts, Monitorrotation und warum ein drehbarer Viewlix plötzlich alles verändert. Lars führt durch seine Sammlung vom Sega Astro City über Blast City bis zum seltenen Namco Consolette und erklärt, wie aus Leidenschaft schnell Wartung, Ersatzteile und Suicide-Batteries werden. Gleichzeitig entzaubern wir Hardware-Mythen: Gute Ports auf Switch, PS5 und PC machen Arcade-Gameplay zugänglich, präzise und bezahlbar. Wer nicht auf Weltrekordniveau jagt, spürt kaum Unterschiede – aber alle spüren, wenn die Freude am Spiel dem Dogma weicht.
Inhaltlich dreht es sich um Scoring statt Story, OneCC als persönliches Etappenziel, und die Frage, warum ein Match gegen einen Menschen immer mehr erzählt als jeder Trainingsmodus. Wir reden über Street Fighter 2, GGPO und den Online-Modus, über Shmups wie Ikaruga als Puzzle unter Kugelregen und über die Realität der Preise: Früher 900 Euro, heute 2000 Euro ohne Board. Und wir halten fest, was Arcade unersetzlich macht: der Raum, die Soundkulisse, zittrige Hände am Stick, das Wissen, dass hinter dem Bildschirm ein echter menschlicher Gegner sitzt.
Unser Fazit ist pragmatisch und warm: Bau kein persönliches Museum, sondern bau Orte der Begegnung. Ein gutes Cab, ein sauberer Port, ein Abend pro Woche mit Freunden – so bleibt die Kultur lebendig. Wenn dich diese Reise kickt, abonniere den Podcast, teile die Folge mit deinen Retro- und Fighting-Game-Freunden und sag uns: Team 1CC oder Team HighScore?
(Dieser Text wurde mit KI generiert)
Intro Soundtrack:
Artist : chibi-tech
Album : Psyvariar THE MIX
Release date: 2008
Mid-Roll Soundtrack:
Dieser Podcast dreht sich um den Core Gamer Treff - ein Treffpunkt in Mönchengladbach NRW für volljährige Fans von lokalen Multiplayer Spielen.
Wir haben unseren eigenen privaten Treffpunkt, wo wir regelmäßig zusammen kommen, einfach nur so zum Spielen, Quatschen und Spaß haben.
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Also kommt uns doch einfach mal besuchen. Wir öffnen regulär jeden Dienstag ab 17 Uhr Freitags ab 17 Uhr und Samstags ab 14 Uhr und darüber hinaus veranstalten wir auch regelmäßig Special Events.
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Begrüßung & Thema Arcade-Kultur
SPEAKER_00Willkommen zurück im Chorgamer Treff Podcast. Ich habe heute wieder einen spannenden, interessanten Gast hier, der in Lars Vegas, und wir reden über ein Thema, ja, was schon sehr, sehr lange überfällig ist. Das Thema soll sein Arcade-Kultur. Ich bin ja auch ein riesen Arcade-Fan und wer auch so ein paar Storys erzählen, aber der Lars ist wahrscheinlich ein noch größerer Arcade-Fan als ich, vor allen Dingen auch in den letzten Jahren hat er sich noch viel mehr mit dem Thema beschäftigt als ich. Lars, für alle, die dich nicht kennen, stell dich doch einmal vor, wer bist du, wie alt bist du, wo kommst du her und was machst du so?
SPEAKER_01Hallo, danke, dass ich hier sein darf. Mein Name ist Lars, Gamertech LS Vegas, kurz LSV aus alten Arcade-Zeiten. Ich bin Arcade-Spieler und Videospieler seit 1989. Aufgewachsen, als es das noch gab. Immer große Faszination. Und ja, früher war die Welt halt noch ein bisschen kleiner. Jetzt durch das Internet hat man natürlich mehr Zugang dazu. Und ja, seit acht Jahren sammle ich auch Arcade-Platinen, Arcade-Automaten, bevorzugtweise aus Japan. Reise auch nach Japan, nehme da an Turnieren teil und streife da durch die Arcades, die noch übrig sind aus vergangenen Zeiten.
SPEAKER_00Genau, da freuen wir uns auf jeden Fall gleich, die ganzen Storys zu hören. Aber erstmal vorweg, wie bist du dann zu Videospielen gekommen? Als kleiner Junge dann schon? Was war dein erstes System und dann später vielleicht der Übergang zu Arcade-Kultur dann?
SPEAKER_01Ja, das ist ganz interessant, weil so Ende der 80er Jahre kamen natürlich die ersten Nintendos auf, Game Boy, und man musste natürlich als Kind sowas haben. Und ich wollte immer einen Gameboy haben und mein Vater sagte damals, Junge, so weit hier haben für einen Fernseher, das wird auch viel besser. Ja, und dann habe ich zu Weihnachten ein NES gekriegt. Und ein NES muss man halt auch sagen, im Vergleich zu Konsolen von heute, sind natürlich auch ein bisschen Arcade-lastiger, weil das war natürlich zu der Zeit das Nonplusultra überall auf der Welt. In Deutschland hatten wir ja das Problem, dass der Staat uns da einen kleinen Strich durch die Rechnung gemacht hat, aufgrund des Gesetzes, dass halt Arcade-Automaten, sobald sie nicht altersgerecht sind, direkt ab 18 waren und somit in Spielhöllen standen, wo auch die ganzen Glücksspiele sind und somit kam man da natürlich als 18-Jähriger nicht rein.
SPEAKER_00Genau, ich habe das so verstanden, dass es aufgrund der Münzeinwurfgeschichte gleichgestellt wurde mit Glücksspielautomaten. Und das war letztendlich das Problem.
Street Fighter 2 Und Erste Arcades
SPEAKER_01Vollkommen korrekt. Also es gab tatsächlich auch einige Automaten hier in Deutschland. Also man hat vereinzelt auch noch welche gefunden. Genau, mit dem NES habe ich gestartet und wie gesagt, die Spiele da sind ja auch sehr arcade angelehnt. Man hat natürlich, heutzutage sind die Spiele groß, man rennt rum, man kann halt eigentlich gar nicht verlieren. Früher, damit der Spielspaß, bei den kurzen Spielen, die man hatte, natürlich länger bleibt. Gab es halt nur X Leben, wie selbst Mario. Man muss das Spiel halt mit denen leben, die man hat, durchspielen. Ansonsten fängt man halt wieder von neu an. So. Und Anfang der 90er kam dann direkt auch Street Fighter 2 und ich hatte das Glück, dass wir eine Pommesbude hatten, die natürlich so einen Arcade-Automaten hatten. Oh, wie geil, ja. Genau. Und da haben wir natürlich als Kinder alle vorgehangen. Das war natürlich rappelvoll. Als Pendant dazu gab es ja früher auch diese, ich glaube, man nennt die Kiosk, wo Konsolen, Kaufhäusern ausgestellt waren, die aktuellen Spiele liefen und man Test spielen konnte. Und natürlich gingen da auch schon die ersten Street Fighter-Matches, Winner's Days. Ja. Und dann konnte man halt zeigen, wer so im Viertel der Beste ist.
SPEAKER_00Das war bei uns auch so, Toys Ass und Karstadt sein.
Emulation, Dodonpachi Und Ikaruga
SPEAKER_01Genau, Toys Ass, Karstadt. Und ich sag mal, das war so das höchste aller Gefühle, was halt für in meinem Horizont mit sieben, acht Jahren so an Arcade nahen Ding ging. Das Ganze ist dann ja weitestgehend ausgestorben. Und die Videospielewelt hat sich halt weiterentwickelt. Siehe Super Nintendo und später dann PlayStation. Irgendwann kamen die ersten PCs. Und da habe ich dann relativ schnell Emulation für mich entdeckt. Und ich war halt immer begeistert von diesen Shoot'em'ups. Und wie der Zufall es wollte, gab es Dodonpachi. War irgendwie dabei. Aber ich habe mir da nichts dabei gedacht. Dachte, okay, das ist halt so ein Spiel, was halt irgendwie in diesem Emulator mit drin ist, aber man wusste ja nichts. Also man hatte ja keinen Zugang damals zum Internet großartig. Das kam ja gerade erst auf, Ende der 90er. Und dann hat man natürlich ein bisschen gesucht, was verwandt ist. Dann gab es diese Show Renshar und somit habe ich das abgetan als, sag ich mal, ja, Fanmade, Eigenentwicklungsspiele. Und richtig los ging es dann, ich meine, es war Anfang 2000, kam das Shoot'em Up Ikaruga von Treasure Games. Und das Spiel hat mich komplett gepackt. Ich spiele es heute noch. Und hab's damals auch gespielt und es gab dann ein Online-Forum und Videos aus Japan und da hat man dann gesehen, was eigentlich so möglich ist. Und da war für mich klar, okay, es geht halt um Score. Solche Spiele spielt man auf Punkte und das war das, was mich fasziniert hatte. Ein GTA oder ein Zelda war für mich dann schon irgendwie nicht mehr interessant, weil das Spielprinzip war immer dasselbe. Man konnte nicht verlieren und für mich war halt immer klar, man muss halt als Mensch gegen den Automaten gewinnen.
SPEAKER_00Ja, ja, genau. Das ist im Prinzip das Game Design von früher, auch wie du sagst, auch die Nähe zu Arcade-Spielen auf dem NES, da war das Game Design ja auch schon so, du kämpfst gegen das Spiel und nicht das Spiel lullt dich ein und will dir eine gute Zeit machen, sondern nein, das Spiel will, dass du es besiegst. Das ist für mich so Arcade-Gaming irgendwie. Genau.
SPEAKER_01Und natürlich ist es ja auch so, dass in der Arcade, das ist natürlich eine riesen Maschinerie, wo es halt darum geht, dass Leute halt Geld einwerfen. Und deswegen darf es halt nicht einfach sein. Man will ja viel Geld haben von seinen Kunden. Und ja, das war so mein Einstieg und dann habe ich erstmal jahrelang erstmal kaum noch was gemacht mit Videospielen. Mit einem Freund haben wir immer Street Fighter gespielt. Das war so das Einzige, was uns irgendwie noch interessiert hat. Und das haben wir dann so für uns gespielt. Dann hat man mal so ein Kombo-Video, gedacht, krass, da gehen ja Kombos, das ist ja interessant. Und irgendwann, das musste 2010, 11, 12, irgendwie sowas gewesen sein, gab es dann dieses GGPO?
SPEAKER_00GGPO, ja. Das ist von den Canon Brothers, die Evo gegründet haben, tatsächlich, entwickelt worden.
Score-Jagd Statt Story-Modus
SPEAKER_01Genau, und da gab es dann Street Fighter Online und man konnte gegen Leute aus der ganzen Welt spielen und man dachte sich so, boah, was geht hier ab? Was ist das? Wie gut sind diese Leute? Wie kann man gegen die gewinnen? Und dann wurde das Feuer wieder entfacht, und ja, wir haben dann angefangen, uns da ein bisschen mehr zu interessieren. Es war ja auch alles mau. Videospielzeitschriften damals oder auch ganz früher. Das war halt anders hier in Deutschland als woanders auf der Welt. Man hat ein neues Spiel gesehen, dann gab es halt die Special Moves, vielleicht ein paar Cheatcodes, das Spiel halt diese und diese Neuigkeiten und das war's. Aber man ist nie tiefer in diese Materie eingetaucht. Framedata oder was auch immer. Das gab es halt alles gar nicht. Oder irgendwelche Taktiken, irgendwelches Routing für irgendwelche Shoot-em'ups. Das war in anderen Ländern natürlich schon weiter verbreitet. Und die Spieler waren natürlich auch stärker zu der Zeit. Deswegen war für uns damals Japan oder selbst USA das Mecker irgendwie, weil da halt alle guten Leute waren. Und ja, irgendwann habe ich auch angefangen, weil ich liebte halt Arcade, egal wo ich war, ob es ein Flipper-Automat war oder ein Videospielautomat, ich musste mein Geld darin versenken. Sobald ich das gesehen habe, war klar, ich gehe da hin, ich versenkte dein Geld. Dann habe ich mich angefangen mit Flipper-Automaten zu interessieren. Das war so ein Jugendtraum. Auch lange Geschichte. Und über einen Kumpel bin ich dann zu den Arcades nochmal zurück. Er sagte, ey, bau doch mal einen Arcade-Automaten. Dann habe ich mich so ein bisschen damit beschäftigt und dann irgendwann war so klar, boah, das selber zu bauen, irgendwie ist ein bisschen schwierig. Und dann bin ich durch Zufall auf ein Sega-Cap gestoßen, was hier in Europa, sag ich mal, verbreiteter ist. Das Sega-Universal-Kabinett mit einem Sega-Naromi-System und dachte, das ist es doch. Da haben wir einen fertigen Automaten, der sieht super aus, dann bauen wir da einen Computer rein und dann machen wir diese ganzen Arcade-Games. Und so ging das dann weiter, darüber ist man dann halt auf andere Arcade-Caps gestoßen, auf andere Sammler. Und ja, so ging das dann weiter. Und das war dann natürlich der Heilige Gral. 30 Jahre später, man fühlte sich um seine Kindheit betrogen. Ja, und so geht das bis heute weiter und nimmt jedes Jahr neue Formen an.
SPEAKER_00Ja, spannend. Also ich habe mich auf jeden Fall schon krass wiederentdeckt. Ich hatte ja auch 2008 so meine erste Arcade-Phase. Da war das Arcade-Hobby für mich auch quasi neu und alles. Das war noch, bevor ich angefangen habe, Fighting Games zu spielen. Im Prinzip bin ich auch über diese Arcade-Phase dann Transition zu den Fighting Games, weil ich halt einfach die Fighting Games dann super interessant an den Automaten fand. Aber ich habe auch 2008 selber so einen Automaten gebaut mit so einem Marme-PC drin. So genau diese Route, die du vermeiden wolltest, habe ich tatsächlich damals genommen, weil ich einen Bekannten hatte, der Woodworking Skills hatte und der war so ein Schreiner und der hat uns dann so einen riesen Automaten gebaut und dann haben wir den fertig gebaut und auf einmal passte der dann gar nicht durch die Tür so durch. Und da musste man wieder von vorne anfangen zu bauen, so ungefähr. Und das war so ein unglaublicher Schrott, was wir uns da zusammengebaut haben. Irgendwelche Knöpfe bestellt beim Arcade-Shop. Ich weiß nicht, ob du den noch von damals kennst. Irgendeine Shady Seite, der Typ hat auch bis heute irgendwie ganz, ganz komische Sachen abgezogen da mit seinem Shop. Aber wir haben dann da irgendwelche amerikanische Joysticks und Knöpfe bestellt, weil wir einfach gar keine Ahnung hatten. Und die waren halt total schrottig, einfach nur. Als wir dann später die ersten Arcade-Sticks gekauft haben, haben wir gemerkt, was wir uns da eigentlich für einen Schrott zusammengebaut haben. Aber Hauptsache irgendein Automatenzusammenzimmer. So hat das bei uns damals auch angefangen.
SPEAKER_01Das gehört ja auch dazu, wenn man jetzt irgendwo hingeht, solche Automaten wollen ja auch gewartet werden und werden nicht gewartet. Dann schmeißt man da, was weiß ich, früher eine Mark rein oder 50-Pfennig oder heute ein Euro und dann merkt man auf einmal, okay, mein Knopf funktioniert ja gar nicht und irgendwie muss ich ja jetzt das Beste aus meinem Geld machen. Und das ist natürlich auch an der Sache.
SPEAKER_00Dieses Wartungsthema, da wollte ich auf jeden Fall nachher auch noch drauf zu sprechen kommen. Ja, aber ich wollte dich auf jeden Fall noch fragen, du sagtest, du bist eingestiegen jetzt mit einem Sega-Universal Cabinet damals.
SPEAKER_02Genau.
GGPO, Online-Play Und Wissenstransfer
SPEAKER_00Und welche Automaten besitzt du aktuell und im Laufe der Zeit, welche hattest du so und welche hast du wieder verkauft? Kannst du es da immer durchführen, so durch deine Automatenhistorie? Mal gucken, ob ich das mal hinkriege.
SPEAKER_01Genau, mit dem Sega Universalkabinett habe ich angefangen. Dann bin ich auf diese, hier in Deutschland nennt man sie Candy Caps, das sind halt japanische Automaten. Bin ich darauf gestoßen und durch Zufall ploppte ein Automat, bei IWE Kleinerzeigen, auf ein Sega Astro City, New Astro City, muss man sagen. Gesagt, getan, angerufen, einmal quer durch Deutschland gefahren, das Ding nach Hause gebracht und dann stand die Kiste da. Und dann guckt man natürlich, was mache ich jetzt damit. Da baut man halt nicht mal eben einen Computer rein, weil die Anschlüsse dementsprechend fehlen. Und über denjenigen habe ich dann auch wieder neue Bezugsquellen, neue Leute kennengelernt und dann ging das alles so weiter.
SPEAKER_00Du wirst immer tiefer in dieses Rabbit Hole reingezogen, ne?
SPEAKER_01Ja, aber es war halt damals noch machbar. Weil es war alles nicht so teuer, wie es heute war. Ich meine, ich bin auch schon zu spät zur Party gekommen, aber man konnte sich halt einfach was leisten. Und wenn nicht, dann hat man es halt einfach für denselben Preis weiterverkauft und man musste auch keine Angst haben, dass man irgendwas nicht wiederkriegt, weil es kam alle drei Monate kam immer irgendwas auf den Markt oder online hat man immer irgendwas gesehen. Und dann konnte man sich da durchprobieren. Und so ging das dann manchmal ganz schnell. Mein nächstes Cab war dann ein Sega Blast City, was die Weiterführung des Nu Astro Cities ist, mit ein paar kleinen Upgrades. Dann kam zweiter Blast. Dann kam Namco Noir Kabinett, was ein moderneres Kabinett ist mit modernen Monitor, LCD, Full HD. Dann kam vierter New Astro City. Und dann stand ich da mit sechs Caps erstmal. Also irgendwann ist der Platz natürlich endlich. Und manchmal fliegen einem Dinge einfach zu, und da sagt man dann, okay, das kaufe ich jetzt. Dann kam E-Gret 2. Das wird immer schlimm. Hab New Astro City verkauft. Dann kam Taito Vavlix, was im Endeffekt wie ein Noir ist, aber der Monitor ist drehbar. Dann musste der Noir verkauft werden. Dann kam Taito Vavlix. Dann habe ich irgendwann gedacht, der Platz. Und ich musste umziehen und musste mich vor ein paar Automaten trennen. Dann habe ich viele Sachen verkauft. Und mir war wichtig, dass die in gute Hände kamen. Und somit sind dann zwei Blast City, ein New Astro, sind dann nach Frankfurt ins Madgear gegangen.
SPEAKER_00Shoutouts an die Madgear-Leute, die haben auch ein Local dort, wo die auch zocken. Ich habe die auch mehrmals besucht. King of Fighters 11 spielen die noch heute an den Automaten.
Vom Flipper Zum Ersten Sega-Cab
SPEAKER_01Genau, richtig. Deswegen perfekt für die Jungs, die zwei Blast Cities. Und das ist halt einfach wichtig. Und darum geht es einfach auch, dass Leute das spielen. Und ja, dann hat man mal ein bisschen Pause und irgendwann taucht dann mal ein neues Kamp und denkt sich so, okay, cool, das ist ja mal was anderes. Und dann habe ich einen Sega Ero City gekauft, der noch älter ist, nicht so häufig mehr anzutreffen ist. Und dann war mir klar, okay, so diese Art von Kabinett, die liegt mir irgendwie so ein bisschen älter, nicht so diese modernen, was so gängig ist. So wie Sega Astro City, die halt einfach auch in Japan in den Arcades einfach heute noch präsent sind. Und einfach das Flaggschiff und der Hauptautomat ist in Japan auch noch. Und bin eher zu den selteneren Sachen gegangen. Dann kam Iron Madonna, der auch relativ häufig ist, aber nicht so, sag ich mal, common wie andere Geräte.
SPEAKER_00Habe ich tatsächlich noch nie einen gesehen. Also live, ja.
SPEAKER_01Ja, hier in Deutschland eher selten, aber in Amerika und in England gibt es da schon einige von, auch in Frankreich. Das sind im Endeffekt wie in Aero City. Der Monitor ist ein bisschen anders, ein bisschen kleiner, 25 Zoll. Einer der besten Monitore. Genau. Und dann irgendwann habe ich mir gedacht, boah, ich hätte gerne so ein Namco-Konsulett. Diesen Automaten kennt kaum einer, auch sehr, sehr selten. Davon kenne ich, weiß nicht, vielleicht fünf oder sechs, die existieren. Und der kam mir dann irgendwie zugelaufen und ich dachte, okay, das Ding muss ich haben. Und ja, das war dann jetzt der fünfte im Bunde. Jetzt ist der Platz wieder voll. Mit fünf Automaten, E-Rec 2, Taito Vebelix, Namco Consulate, Iron Madonna und Sega Aero City.
SPEAKER_00Okay, cool. Das war auf jeden Fall ausführlich. Und würdest du dann sagen, ja, hast du eigentlich schon beantwortet, dein Sweetspot ist dann auch so die Automaten der frühen 2000er oder ist das Ende 90er, wo du dann noch CRT-Screens auf jeden Fall hattest? Noch früher.
SPEAKER_01Noch früher. Also der aktuellste ist der Igret 2. Ich glaube 1993, 1994. Und der Eero ist, glaube ich, von 89. Der Iron Man Dollar, man weiß es nicht, auch so 89, 90 und Consulette ist auch von 1989. Ach so alt, okay. Genau. Irgendwann, wenn man alles mal irgendwie gehabt hat und auch zweimal und dann gibt man halt den Weg der Seltenheit.
SPEAKER_00Ja. Also für dich ist es auf jeden Fall, genau, das wäre auch eine Frage, wovon du abhängig machst, für welchen Automaten du dich entscheidest, wo du gerade scharf drauf bist. Naja, es ist immer ein Hin und Her.
Sammlerreise: Astro, Blast, Noir, Vewlix
SPEAKER_01Arcade ist halt nicht so einfach wie, jetzt habe ich mal Bock auf eine Konsole und kauf mir eine Konsole und verkauf die mal wieder. Jeder Automat bringt halt seine Gefühls und seine Videos mit. Manche eignen sich halt besser, manche eignen sich eher schlechter für gewisse Dinge. Und natürlich ist es ja auch so gewesen, dass damals hat man halt Dinge auf den Markt gebracht und die wurden dann natürlich mit der Zeit verbessert. Und somit stand erstmal das Gerät da, was halt für die Zeit aktuell war. Und ja. Aber eigentlich, das ist gut an den Automaten, das Prinzip ist halt immer dasselbe. Sei hat man jetzt ein japanisches oder ein europäisches oder ein amerikanisches Gerät.
SPEAKER_00Kannst du das einmal erklären für die Leute, die das vielleicht gar nicht kennen, die mit sowas noch gar nicht in Berührung gekommen sind? System, woraus besteht so ein Arcade-Automat denn genau?
SPEAKER_01Naja, im Endeffekt ist das ganz einfach. Das Grundsystem besteht halt aus einem Anschluss. Der Standard, der in Japan festgelegt worden ist, von einer Vereinigung, der heißt Yamma. Und der war irgendwann Standard, damit man sich nicht immer neue Anschlüsse ausdenken musste und damit alle denselben Anschluss benutzen. Das ist das, ja, das ist der Hauptanschluss für die Platine, was dann auch bedeutet, man kann halt jede Platine mit diesem Anschluss daran anschließen. Da wird einfach das Videosignal ausgegeben, was von der Platine kommt. Die Inputs, die Buttons, der Strom und ein paar Kleinigkeiten. Und natürlich das andere Ding ist der Monitor. Und das war es eigentlich. Inputs, der Anschluss für das Board, der Monitor und der Rest ist halt das Gehäuse, was halt stark variiert. In USA sind es, man nennt sie Dedicated Cabs, die man auch hier in Europa kennt. Man hat halt ein Kabinett, da ist dann das Artwork des jeweiligen Spiels drauf. Aber die Innerei des Automaten ist dasselbe. Alle haben einen Jammer-Anschluss. Und das heißt jetzt nicht nur, weil da Street Fighter auf dem Automaten draufklebt, dass auch nur das betrieben werden kann. Genau, und das sind so die Unterschiede. Japan hat das tatsächlich ein bisschen einfacher gemacht. Die Kultur war auch ein bisschen eine andere. Man sitzt an den japanischen Automaten, die sind ein bisschen kleiner und wir haben kein Artwork. Dafür wurde extra Platz gelassen, dass man dann sein Artwork austauschen konnte. Und somit waren diese Spiele halt universeller. Die Kultur war natürlich da ein bisschen weiter. Es gab viel mehr Spiele, die es gar nicht erst in den europäischen oder amerikanischen Markt geschafft haben. Und damit man nicht jedes Mal ein neues Kabinett rausbringen musste, hat man halt irgendwann gesagt, Sega, Namco, Taito. Taito waren die ersten. Der Space Invaders-Automat, der auch Der Legende nach für 100-Yen-Knappheit gesorgt hat.
Seltenheit Statt Mainstream-Cabs
SPEAKER_00Ja, das Beste wäre, das war der erste extrem erfolgreiche Automat. Der hat quasi die Arcade-Kultur skyrocketed, so ungefähr.
SPEAKER_01Genau. Und das ist der große Unterschied. Und natürlich die Monitore, jedes Land hat seine eigenen Monitore. Die japanischen Automaten haben die besten Monitore, die es so gibt. Heutzutage. Und ja.
SPEAKER_00Und du hast eben schon gesagt, jeder Automat bringt so seine Fürs und Widers mit. Ich nenne das ganz gerne mal Arcade Struggle. Was passiert einem da so, wenn man sich den ganzen Tag mit irgendwelchen Automaten auseinandersetzt? Ja, das Ganze ist relativ komplex.
SPEAKER_01Man hat halt das Grundgerüst, was halt damals angefangen hat. Man hat drei Knöpfe, drei Inputs, standardmäßig über diesen Yammer-Adapter und irgendwann entwickelt sich die Spielewelt halt weiter. Street Fighter zum Beispiel ist wieder mal ein gutes Beispiel. Das hat man eingeführt, es gab auf einmal sechs Knöpfe. Naja, was mache ich jetzt? Für damals die Japaner war das ein bisschen einfacher, weil die Bedienfelder waren austauschbar. Da konnte man einfach ein neues Bedienfeld mit sechs Knöpfen reinmachen. Hat sich dann einen neuen Anschluss überlegt, so wie immer. Das passiert dann natürlich auch in den Folgejahren. Weil man braucht natürlich immer wieder neue Stromversorgung, die Technik entwickelt sich weiter und dann muss man halt gucken, was man da so macht. Und die Monitore entwickeln sich weiter. Und naja, man kann in vielerlei Probleme rennen. Hat man jetzt zum Beispiel einen Automat, der ja der früheren Zeit hat man nur drei Knöpfe, kauft man die Street Fighter, so was mache ich jetzt? Jetzt brauche ich auf einmal sechs Knöpfe. Wie realisiere ich das? Kaufe ich ein Neo Geo-Board, brauche ich vier Knöpfe, wie realisiere ich das? Das Ganze läuft wieder über den Jammer internen Adapter, das andere läuft über einen komplett eigenen Stecker. Dann geht das Ganze weiter ins Ende der Neunziger, ins JVS-System, was wieder eine komplett neuen, eine komplett neue Stromversorgung brauchte. Ein komplett neues, man nennt es Input-Board.
SPEAKER_00Das IO-Board.
Entscheidungskriterien Für Automaten
SPEAKER_01IO-Board nennt man es, genau. Man kann das dann wieder adaptieren und dann fängt man an, Adapter zu bauen und dann irgendwie hat man gefühlt nie sein perfektes Setup. Dann will man vielleicht nochmal zwei Automaten zusammenschließen, so wie es in Japan üblich ist. Da spielt man nicht zu zweit an meinem Automaten, sondern jeder hat seinen eigenen Automaten, die stehen sich gegenüber und jeder hat ein Bedienfeld und einen Monitor für sich alleine. Und dann fängt das Ganze an. Wie realisiere ich das? Dann brauche ich da wieder ein extra Kabel, dann brauche ich da wieder extra Knöpfe, dann habe ich das Panel, da brauche ich dann diesen Joystick von dieser Marke oder den Joystick von der Marke oder wieder einen Adapter und das Ganze nimmt halt kein Ende. Dann muss ich meinen Monitor drehen. Weil es gibt ja wie Shoot 'em-Ups zum Beispiel, die haben eine andere Monitororientierung als Fighting Games.
SPEAKER_0090 Grad gedreht, ne?
SPEAKER_01Genau, vertikal. Und dann muss man den Monitor drehen, dann die alten Automaten drehen sich aber nur links rum, die neuen drehen sich rechts rum. Manche Spiele kann man nicht invertieren. Und ja, so geht es halt immer weiter. Aber dieser ganze Struck. Ist der Teil für dich des Hobbys? Ja, definitiv. Also spielen ist eine Sache, aber das Ganze am Leben zu erhalten ist nochmal eine ganz andere Herausforderung. Zwischenzeitlich hatte ich sechs Clipper Automaten und sieben Arcade-Automaten gleichzeitig. Und das ist immer gar nicht mehr. Das ist immer hier mal was kaputt, das ist da mal was eine Kleinigkeit, das ist manchmal nicht so weit bewegendes, aber es ist einfach viel Arbeit. Auch da gibt es so viele Unterschiede. Manchmal hat man einfach das Board selber, was man diesen Anschluss anschließt, manchmal braucht man dafür wie eine Art Mainboard, Konsolen ähnlich, dass natürlich damals von den Videospielherstellern gedacht war, okay, dann kann man schneller die Spiele tauschen in der Arcade. Man muss nicht immer die ganzen Boards da rausbauen und man wechselt halt einfach wie bei einer Konsole auch. Da gibt es Boards, die haben einen internen Speicher, der über eine Batterie versorgt ist.
SPEAKER_00Suicide Battery, ich habe drauf gewartet.
Jamma-Standard Und Aufbau Eines Cabs
SPEAKER_01Genau, wenn man zum Beispiel das sieht, Suicide Battery heißt halt einfach, wenn diese Batterie leer ist, dann ist das Brett halt tot. Es gibt da, sage ich mal, entspannte Boards, wo das relativ einfach tauschbar ist. Dann gibt es aber andere Boards, die richtig kompliziert sind und wenn die einmal tot sind, sind die tot und sind in dem Sinne nicht mehr über einfache kleine Dinge wieder zum Laufen zu kriegen. Das Originalspiel ist einfach weg. So, und auch die Batterie zu tauschen, man muss konstant 5 Volt dieser Platine zufügen. Das darf nicht einmal abreißen. Und ja, wenn man Pech hat, hat man halt mehrere hundert Euro versenkt und muss mehrere hundert Euro wieder investieren, um das Ganze wieder zum Laufen zu kriegen. Also ja, und das muss man halt alle paar Jahre mal machen oder auch alle Spiele mal wieder anschließen, mal gucken, ob alles läuft. Und natürlich durch Gebrauch, auch Monitore, das sind natürlich auch anfällig für gewisse Dinge. Man weiß halt nie, was man so bekommt. Kann gut laufen. Nach drei Monaten zum Beispiel geht der Monitor einfach aus und dann steht man da, wenn man davon keine Ahnung hat, wie man das macht, dann ja, wird schwierig.
SPEAKER_00Aber Lars, das hört sich für mich echt stressig an, muss ich dir sagen, wenn ich das alles hören. Ist sie das manchmal nicht dann auch zu viel geworden?
SPEAKER_01Naja, man fängt halt immer klein an und über die Jahre entwickelt sich das halt einfach so. Das ist jetzt nichts, was man mal von heute auf morgen lernt. Und was man da macht, ja, es ist manchmal stressig, aber die Community ist sehr groß. Hier in Deutschland ist sie sehr klein. Aber irgendwann kennt man halt die Leute. Es gibt eine Handvoll Leute, die tatsächlich Dinge reparieren können. Ich muss sagen, toi toi toi, ich hatte bis jetzt keine großen Probleme. Aber ja, die eine oder andere Route und musste ich auch schon gehen. Und zwei Jahre lang habe ich dann versucht, das irgendwie zum Laufen zu kriegen. Aber da muss man halt einfach entspannt sein. Und wenn man natürlich so viele Geräte hat, dann tut es jetzt auch nicht weh, wenn ein Automat mal ein paar Monate nicht geht. Aber wenn man natürlich nur einen hat, dann sieht die Welt anders aus. Von daher bin ich da sehr entspannt.
SPEAKER_00Ja, super. Ja, bei mir ist es auf jeden Fall auch meine Erfahrung gewesen, in der Zeit, wo ich selber, wir haben drei Automaten so selber gebaut, so Emulationskisten. Und das war für mich immer eine wahnsinnig stressige Zeit, weil ich so diese Vision hatte, mir so mein perfektes Setup zu bauen und dann bin ich auch da immer an irgendwelche Probleme gekommen. Das ist einfach in dem Hobby für mich auch damals, habe ich das direkt gemerkt, immer so gewesen, dass du halt, du hast irgendwas, wo du dich drauf freust, was du hinkriegen willst und dann kommt ein Problem so. Und dann fixst du das und dann, oh, dann denkst du eigentlich, jetzt müsste ich mich entspannen und spielen so, aber dann hast du irgendwie so die nächste Vision. Was könnte ich denn jetzt noch weiter da dran bauen oder anders damit machen? Und dann kommt das nächste Problem so, weißt du? Deshalb war es für mich auch irgendwann so, dass ich dann den ganzen Kram hinter mir gelassen habe und mir dann auch einmal, ich habe auch gedacht, ich will einmal ein schickes japanisches Cabinet haben. Und seitdem habe ich ja auch den New Net City zu Hause, der allerdings auch mit einem Yammer PC weiterhin noch läuft, weil das für mich auch kostentechnisch mir echt zu krass war, was das damals schon alles gekostet hat. Du könntest ja mal ein bisschen erzählen, so über die Preise, wie waren die damals und wie haben die sich heute entwickelt für die Leute, die so gar keine Ahnung haben. Was investiert man da so, wenn man schicken Automaten haben will mit ein paar coolen Spielen?
SPEAKER_01Ist immer schwierig zu sagen. Der Markt verändert sich natürlich jetzt zur Corona-Zeit, waren diese Geräte halt heiß begehrt. Das Problem ist, Japan ist halt leer mittlerweile. Es gibt kaum noch Automaten. Ab und zu tun sich natürlich nochmal irgendwelche Möglichkeiten auf oder es gibt Enthusiasten, die sich darum bemühen, da noch was rauszukriegen. Als ich angefangen habe, lag so ein Automat ungefähr bei 900 Euro. Zehn Jahre zuvor bei ungefähr 600 Euro. Mittlerweile muss man schon für was Gutes, es kommt natürlich immer auf das Gerät an, aber ich sag mal so, für den Einstieg muss man schon so um die 2000 Euro rechnen.
SPEAKER_00Für ein schickes japanisches Cabinet. Mit Spiel.
Der Arcade-Struggle: Knöpfe, IO, Rotation
SPEAKER_01Nein, ohne, ohne, ohne. Ja, Spiele variieren auch stark. Von, sage ich mal, 200 Euro bis weit in den vierstelligen Bereich. Je nachdem, was man da so haben möchte. Ja, aber ich verfolge das manchmal auch nicht so ganz, weil ich bin zwar Sammler, aber je mehr man hat, desto mehr muss man sich auch darum kümmern. Und irgendwo darf man natürlich das Spielen auch nicht vergessen. Und das ist mir einfach wichtiger manchmal, als das andere. Und jetzt etwas zu haben, was man nicht spielt, macht für mich keinen Sinn. Und das nur aus Liebhaberei zu haben, oder ja, macht einfach Schwachsinn. Und heutzutage ist einfach auch das Angebot so groß. Die Nintendo Switch zum Beispiel, die hat viel Arcade Gaming wieder zurückgebracht. Gerade an so Platinen, die teuer sind und es ist halt einfach ein anderes Thema. Wenn man natürlich jetzt über Videospiele der heutigen Zeit redet, was die Leute so wollen oder was die Leute mögen, oder diese Arcade-Boards, das sind Spiele, wo ich immer sage, die sind nicht für Normalsterbliche gemacht. Ich wohne als E. Ich finde es zwar auch schön, dass so viele Leute da Interesse dran haben, aber auch da muss man sagen, es gibt halt die Sammler, die halt einfach Dinge sammeln des Wertes, der Seltenheit und es gibt die Leute, die halt auch spielen.
SPEAKER_00Weniger, die spielen, ist so meine Erfahrung gewesen. Ich habe ja auch einige Arcade-Treffen besucht und da muss man einige von den älteren Herrschaften schon stark motivieren, mehr als eine Runde Street Fighter mit einem zu spielen.
SPEAKER_01Ja, das ist tatsächlich auch so. Auch gewisse Boards, die über die Jahre sehr beliebt geworden sind, sind halt einfach nicht für normalsterbliche Menschen gemacht. Es ist wie Ikaruga, ich spiele dieses Spiel seit fast über 20 Jahre. Seit dem Release. Das ist ein knüppelhartes Spiel. Es gibt natürlich da auch wieder andere Ansätze. Man kann natürlich sagen, ich spiele auf One Credit Clear, aka One C C. Das ist aber nicht meine Intuition tatsächlich. Für mich geht es da um den Score.
SPEAKER_00Ja, gerade Ikarua hat ja ein extrem ausgeklügeltes Scoring-System, auch mit Chains und so weiter.
SPEAKER_01Ja, also viele Spiele haben das. Ich sag mal, wenn man jetzt One C C spielt oder spielen möchte, reizt man halt selten das Potenzial des ganzen Spiels aus. Das ist halt auch eine Sache, die ich an diesen alten Spielen liebe. Das Spielprinzip ist relativ simpel meistens. Manchmal muss man sich da ein bisschen reinfuchsen, um das Ganze zu verstehen. Aber es macht das Spiel richtig kompliziert und auch interessant. Tief gerade. Genau. Gerade bei Shoot'em'ups, wenn man sich dann mit dem Scoring auseinandersetzt, wird das Spiel auf einmal ziemlich komplex. Und man rennt immer wieder in Situationen, wie löse ich das, wie löse ich das. Also im Endeffekt sind es wie Puzzle-Games. Und da muss man sich halt eine Weile mit beschäftigen. Das ist halt einfach so. Aber auch da sage ich mir, ich sehe das Ganze entspannt und irgendwann schafft man es. Manchmal auch nicht. Aber ich bin da jetzt nicht der One CC-Jäger, sondern spiele eher auf Score und versuche die Spiele zu verstehen und mich damit tiefgründiger zu beschäftigen.
SPEAKER_00Ja, es ist ja generell, es gibt so viele verschiedene Spielertypen und ich sage mal, alles ist legit, solange man wirklich Spaß daran hat, was man da macht. Also es bringt nichts, irgendwie, weiß ich nicht, Score zu jagen, wenn einem das gar keinen Spaß macht. Es bringt aber auch nichts, One-CC zu jagen, wenn es keinem Spaß macht. Manche haben auch einfach nur Spaß, durch die Liste zu scrollen und jedes Shoot im Abend mal eine halbe Stunde zu spielen. Und wenn das wirklich dein Ding ist, dann ist es auch okay, weißt du? Meins ist es nicht, deins auch nicht. Aber, ne? Naja, das liegt halt an der Zeit, ne?
Wartung, Monitore Und Suicide-Batteries
SPEAKER_01Und das ist natürlich auch im Arcade so, wenn man natürlich sein Geld da reinsteckt, dann will man natürlich auch ein gewisses Grad an Spaß aus diesem Automaten halt rausholen. Und egal wie man sich diesen Spaß halt holt, es gibt viele unterschiedliche Möglichkeiten. Das ist ja das Schöne am Arcade-Hobby. Es gibt Leute, die mögen diese sogenannten Brawler, was jetzt gar nicht so mein Thema ist. Ich spiele das ab und zu mal mit den Kindern oder so. Die freut das mehr, da ein paar Münzen reinzujen. Manche mögen eher Fighting-Games, manche shoot'em ups. In Japan zum Beispiel gibt es viele, die einfach dieses Majon spielen.
SPEAKER_00Puzzle Games, noch ein Genre.
SPEAKER_01Games, auch immer gern gesehen, wenn Leute zu Besuch sind. Und das ist zum Beispiel auch wichtig. Ich mag zum Beispiel auch die Kultur, ich mag es mit Leuten zusammen zu spielen. Und das ist auch der Grund, wir spielen halt selber auch Street Fighter bei mir zu Hause. Und das ist der Grund, warum ich diese Automaten habe. Für mich alleine als einzelne Person würde es, sag ich mal, wenig Sinn machen, so einen Automaten oder mehrere Automaten zu besitzen, wenn ich da nur alleine dran sitzen würde. Und das ist auch der Grund, warum ich gerne nach Japan reise. Man trifft halt Leute, man trifft Gleichgesinnte, man muss sich nicht kennen, man muss noch nicht mal manchmal dieselbe Sprache sprechen. Und trotzdem versteht man sich. Und ja, es kommt halt auch was rüber in diesem Spiel. Man merkt halt schon, wie spielt derjenige, man stellt sich auf den ein, irgendwann lernt man die einzelnen Spieler kennen und weiß genau. Und das ist ja mit den Automaten dasselbe. Klar, Shooting-Games sind immer gleich gebaut vom System. Aber gerade bei Fighting Games ist es ja auch ein sehr persönliches Ding, wie jemand spielt und ja, das findet man manchmal halt auch ganz gut heraus, wenn man natürlich mit den Leuten dann zusammenspielt, sich mit den Leuten unterhält und das hat man halt online nicht.
SPEAKER_00Ja, das ist auch, was ich Leuten immer sage, also das habe ich auch selber komplett gemacht, diese Erfahrung, dass man eben den Automaten zu Hause stehen hat, das perfekte Setup und dann ehrlicherweise zu sich selbst sagen muss, ja, now what, weißt du, jetzt sitze ich hier alleine vor. Solange du keine Leute hast, die nicht zu dir kommen und mit dir zocken, ist das irgendwie für mich immer so nur halb so cool, wie man sich das eigentlich vorgestellt hat. Und das ist auch immer das, was ich Leuten sage, die so gerade so Cinderella-Story-mäßig auf diese Idee kommen, so, ne, da erkenne ich mich dann auch mega krass wieder. So, boah, ich brauch mal einen, ich möchte auch so einen Automaten zu Hause haben, mir das perfekte Setup zu Hause bauen. Habe ich schon ganz, ganz oft gehört, diese Story. Und ich sage dann auch immer, du musst dir wirklich überlegen, da steckst du echt viel Geld, Zeit und Energie rein. Und wirst du dann am Ende alleine da sitzen oder hast du jemanden, der überhaupt vorbeikommt, auch Spaß an sowas hat, ne? Weil, wie du auch sagst, du fährst ja trotzdem, obwohl du alles zu Hause hast, mehrere Automaten, fährst du trotzdem noch, fliegst du noch nach Japan, um da halt Leute zu treffen und zu spielen. Genauso wie du auch mal hier hinkommst oder ins Inside-Game oder so. Also viele Arcade-Spiele sind, selbst wenn sie nur Singleplayer-Spiele sind, finde ich selbst auch dann, wir machen ja hier auch Shoot-'Up-Community-Events und selbst dann sagen die Leute mir auch immer wieder, das Feedback kriege ich auch immer wieder, dass sie es halt mega cool finden, einfach, dass es Treffen gibt, wo sie halt nebeneinander diese Games zocken und sich darüber austauschen. Selbst wenn sie alleine nur dieses Spiel aufs Score spielen, wollen sie gerne mit anderen Leuten halt auch in Kontakt kommen und nebeneinander spielen.
Stress Oder Teil Des Hobbys?
SPEAKER_01Ja, also ich betone es nochmal, das perfekte Setup gibt es nicht. Man wird es nie haben, egal wie man es macht. Klar, der Shoot'em-up-Spieler ist jetzt, sag ich mal, eher ein Einzelgänger. Die Spiele sind meistens auch dafür gemacht. Es gibt selten Highscores im Koop-Modus. Auch in Japan, das sind meistens Singleplayer-Highscores, die dann in einzelnen Arcades ausgestellt werden. Aber es macht einfach in der heutigen Zeit auch keinen Sinn. Also ich kann das Spiel auf der Nintendo Switch spielen und was ja natürlich auch immer ein Thema ist, ist natürlich Input-Delay und ich sag mal so, dafür muss man Spiele auf einem richtig hohen Level spielen, damit man auch sagt, ich merke jetzt den Unterschied. Ich könnte jetzt, weiß ich nicht, manche Spiele auf der Nintendo Switch spielen, mich danach an den Automaten setzen, ich würde genauso gut klarkommen. Wenn man Spiele dann irgendwann mal auf einem gewissen Level spielt, wo man dann auch in, sag ich mal, einem Highscore-Niveau ist, dann wird das Ganze interessant. Da merkt man dann manchmal doch schon Unterschiede. Und wenn man gerade so von der Gewohnheit her, da kann das sein, aber selbst da, man kann das adaptieren. Fighting Games an sich selber machen kaum Sinn für sich alleine, weil was soll man mit einem Automaten machen? Will man gegen den Computer spielen oder will man das nicht? Ja, macht natürlich auf Dauer auch keinen Spaß.
SPEAKER_00Diese Diskussion hatte ich auch schon mit vielen. Und da sagten dann manche echt, weil die so sehr in diesem Film waren, dass die einen Automaten haben wollten. Ja, ich stelle mir den zu Hause hin und spiele dann online gegen andere darüber. Das kannst du nicht ernsthaft wollen. Das ist doch völliger Unsinn, an einem Automaten alleine zu sitzen, übers Internet dann mit drei Frames Delay gegen irgendjemanden anders auf der Welt zu spielen. Das fand ich schon so traurig, wo das in Japan angefangen hat, dass die Automaten letztendlich auch untereinander übers Internet miteinander vernetzt waren. Da dachte ich auch so, jetzt ist eigentlich der Moment, wo ein bisschen was von dieser Arcade-Kultur gerade gestorben ist.
SPEAKER_01Ja, das ist halt einfach unausweichlich gewesen. Weil es ja im Endeffekt so ist, früher waren es halt Platinen. Irgendwann so um die 2007, 2008, ist es dann so geworden, dass halt selbst die Arcade-Automaten einfach nur einen Computer beherbergen. So. Und das war halt früher nicht so. Früher war halt Arcade das Nonplus Ultra. Was wir jetzt als Kinder kannten, hier in Deutschland zum Beispiel, Super Nintendo, das waren eigentlich für den Heimgebrauch abgespeckte Versionen. Und in den Arcades war halt das Spiel. Weil man wollte natürlich, dass die Leute in die Arcade gehen, die wurden angefixt mit den Heimkonsolen. Aber irgendwann hat sich das halt so entwickelt, dass selbst wenn der Arcade irgendwann auch nur noch ein Computer war, und was macht das für einen Unterschied heutzutage, ob ich auf einer Computer-Hardware in einer Arcade spiele oder gleich zu Hause bleibe und damit spiele, ne? Genau, richtig. Es macht einfach vom Prinzip her keinen Unterschied mehr heutzutage.
SPEAKER_00Finde ich gut, dass du das so ehrlich sagst, als jemand, der die Erfahrung halt auch hat, der die Original-Hardware zu Hause hat, dass selbst du sagst so, ja, dass du die Spieler halt auf einem extrem hohen Level spielen musst, damit du den Unterschied halt richtig krass überhaupt merkst. Und ich bin auch der Meinung, super viele Leute hängen sich da an was auf, was totaler Unsinn ist. Also 99% der Spieler könnten einfach eine Konsolenversion von irgendeinem Spiel kaufen, weil die sowieso gar nicht in den Bereich kommen werden, wo sie irgendwie dadurch limitiert werden. Richtig.
Kosten: Früher 900, Heute 2000 Plus
SPEAKER_01Also, da sage ich auch wieder, es geht halt um den Spaß. Das habe ich davon, wenn ich alleine vor meinem Fighting Game-Automaten sitze und spiele und ja, die Welt bewegt sich halt weiter. Dann spielt man halt online. Das tue ich ja auch. Und das ist ja der, das macht ja Spaß. Ich will ja nicht gegen den Computer, ich will ja mit anderen Menschen spielen. Und das ist halt etwas, was halt einfach zurückgegangen ist durch das Online. Jeder sitzt immer zu Hause, online ist halt das Ding. Und ich muss halt auch sagen, es ist halt einfach auch was anderes. Ob ich jetzt zu Hause an meinem Computer sitze und gegen irgendwen spiele, den ich nicht kenne, oder ob ich halt in der Arcade sitze und gegen Leute spiele, die mir gegenüber sitzen oder ich an Turnieren teilnehme, wo man weiß, okay, das wird jetzt gar nicht mehr. Gestreamt und man sitzt an diesem Automaten und um einen herum stehen halt 30, 40 Leute und gucken einem zu, wie man spielt. Das ist halt einfach ein anderes Gefühl. Da geht man da hin, die Hände zittern, man weiß halt nicht so, okay, schaffe ich das mit meinem Credit, wie viele Runden, überledig, ist das ein starker Gegner oder nicht.
SPEAKER_00Das ist einfach so dieses Jahr Kultur, ne? Das ist das, warum es eine Arcade-Kultur ist. Es ist eine eigene Gaming-Kultur. Ziemlich krasse Hardcore-Gaming-Kultur, die es da gab. Und wie du schon so gesagt hast, früher waren die Systeme ja auch darauf ausgelegt. Die waren engineert für einen bestimmten Zweck. Und nur, dass dieses eine Spiel perfekt läuft. Also Hard und Software haben da perfekt ineinander gegriffen. Da gab es keinen Wenn und Aber. Das Board musste so perfekt aufgebaut sein, dass das Spiel absolut bugfrei und sauber drauf lief. Und die Portierung Street Fighter 2 auf dem SNAS, das ihr zu Ende bringt. Ich werd da so getriggert von, wenn Leute zu mir ankommen und Street Fighter gegen mich spielen und sagen, auf dem SNAS damals. Wenn du wüsstest, wie scheiße die Version ist, die wir damals gespielt haben auf dem SNAS, das ist furchtbar, vor allen Dingen noch 50 Hertz Parl. Also schrecklich, absolut grausam. Kann man sich heute eigentlich gar nicht mehr geben, wenn man weiß, wie sich Street Fighter in der Arcade spielt.
SPEAKER_01Richtig, aber auch dazu muss man sagen, tatsächlich, es sind zwei unterschiedliche Spiele. Dinge, die auf der Super Nintendo-Version möglich sind, sind auf der Arcade-Version gar nicht möglich. Punkt Nummer eins, Punkt Nummer zwei ist, ja, man sagt halt immer, heute gibt es immer wieder ein Update hier, gibt es wieder ein Update da oder das hat es ja früher nicht gegeben. Im Endeffekt nein. Man hat uns halt einfach verkauft, ja, das weiß ich, Street Fighter 2 Dash zum Beispiel, wie es in der Arcade genannt worden ist, ist ein neues Spiel. Die Endbosse sind jetzt spielbar. Im Endeffekt sind es eigentlich auch nur Updates der alten Spiele oder es gab auch Spiele, wo man dann sieht, okay, das ist Version 1.0, das ist Version 1.5 oder Master Version. Also es gab schon Updates, viele Spiele waren auch nicht hundertprozentig perfekt, aber dann hat man halt einfach nur das Name ausgetauscht und dann war das auch gut.
SPEAKER_00Man hatte auch diese ganzen Informationen, diesen ganzen Vergleich, der auch teilweise richtig toxisch wird, finde ich immer, dieses Gatekeeping, was du halt heute hast. Du musst diese Version spielen und das hat zu viel Leck und das ist scheiße und das ist gut. Das hatte man früher nicht. Man hat halt einfach das gehabt, was man zu Hause hatte. Wir hatten einen Genesis, ein Mega Drive, und dann haben wir halt Start gedrückt, um vom Punch auf Kicks zu wechseln. Und so war halt Street Fighter für uns. Und so war für andere Leute dann Streetweighter auf dem SNAS in 50 Hertz halt das Ding so. Und in Wirklichkeit war das halt alles Shit, wenn du einmal in einer Arcade gespielt hättest damals.
Spielen Statt Horten: Switch Und Ports
SPEAKER_01Wie gesagt, mir ist es damals auch gar nicht aufgefallen als Kind. Man war halt einfach froh, boah, cool, ich kann das Spiel zu Hause spielen. Genau. Und in dem Alter, und ich sage auch heute, also viele Dinge gibt es einfach, wo ich sagen würde, gut, macht das jetzt so einen Riesenunterschied oder es war halt einfach in Deutschland nicht so. Punkt. Woanders auf der Welt lief der Hase halt anders, weil es halt diese Arcade-Kultur gab, weil Leute gegeneinander angetreten sind, weil Leute sich untereinander ausgetauscht haben. Ja, auch wenn man, was weiß ich, mal irgendwelche Videos sieht, wie das 1994 in Japan gelaufen ist. Selbst da die Super Nintendo-Spieler sind halt einfach auf einem ganz anderen Level gewesen, als wir das hier waren.
SPEAKER_00Ja, ja, da ist doch so ein mega geiles, das ist das erste Street Fighter-Turnier ever irgendwann mal vor kurzem auf YouTube aufgetaucht an meiner Timeline. Da haben irgendwie schon, weiß ich, 200 oder 3.000 Killer-Japaner teilgenommen am Super Nintendo. Wenn du siehst, was die da mit ihren Mini-Pads drücken, das ist irre. Ja, und die Taktiken sind halt einfach dieselben, wie sie heute irgendwie auch noch existieren. Einer von den Typen, der damals, glaube ich, der das, glaube ich, sogar gewonnen hat, so Zagat-Spieler oder so, habe ich immer eine Story gelesen, der ist irgendwann auch nochmal nach Evo gefahren hat, sagen, meine ich auch nochmal gewonnen in ST. Er spielt bis heute noch Street Fighter 2.
SPEAKER_01Ja, da gibt es ja auch Amerikaner, die das ja auch so machen und es sind halt einfach komplett andere Spiele, das muss man halt immer sagen. Ob das eine Spiel, das andere, auch wenn es eine Weiterentwicklung ist, und das ist ja auch das Schöne. Leider, ja, in der Arcade-Welt ist es jetzt relativ eingestampft worden. Früher war es so, zuerst kam die Arcade-Version, dann kam die Heim-Version. Das gab es jetzt bei Street Fighter 6 auch nicht. Wir haben schon zu Hause spielen können und Street Fighter 6, Arcade war noch gar nicht in den Arcades in Japan draußen.
SPEAKER_00Im Prinzip ist es jetzt umgekehrt, ne? Es ist umgekehrt. Jetzt wird irgendwie krampfhaft versucht, aus der Heimversion noch eine Arcade-Version zu basteln, damit die Touristen, die in Japan unterwegs sind, das Gefühl haben, ey, ich kann ja das Spiel, was ich zu Hause geübt habe, jetzt auch hier eine Arcade spielen. Komplett andersrum eigentlich jetzt. Richtig, richtig.
SPEAKER_01Von daher, es macht kaum noch Sinn, wenn man am Puls der Zeit bleiben will, auch gerade was Spielen angeht. Und das ist immer das, was ich sage, das Spiel muss im Vordergrund stehen.
SPEAKER_00Ja, ja, sehe ich auch.
SPEAKER_01Ob man jetzt, weiß ich nicht, jeden Tag zehn Stunden davor hängt oder man wird natürlich auch älter, man hat Familie, man hat einen Job. Und manchmal, was weiß ich, auch nur ein, zwei Stunden die Woche oder im Monat. Hauptsache man hat Spaß an dem, was man tut. Und das muss einfach im Vordergrund stehen.
SPEAKER_00Also würdest du sagen, die Entwicklung, die wir jetzt gemacht haben, letztendlich, dass Arcade-Kultur den Weg zurück jetzt in die modernen Konsolen und auf PC gefunden haben, ist das für dich in Ordnung? Kannst du da deinen Fried mitmachen oder bist du da.
Scoring, OneCC Und Spielertypen
SPEAKER_01Ich bin total glücklich. Ich bezahle 10 Euro für ein Spiel, was ich mir sonst so nie leisten würde und kann das Spiel genießen und warum nicht? Darum geht es ja im Endeffekt. Wenn ich dann immer noch Lust habe, kann ich immer noch überlegen, ob ich verrückt genug bin, mein hartverdientes Geld in Original-Hardware zu stecken. Aber ich finde das schön und man sieht halt auch, was halt passiert in der heutigen Zeit. Es war ein Riesenthema jetzt, ne, Arcade, Old School, oder auch Super Nintendo und dieses Sammeln und was mache ich damit, ja, also ich finde das cool, meine alte Kindheit irgendwie wiederbeleben oder soll ja jeder machen, wie er das möchte, aber ich sehe halt einfach für mich, es ist genau wie Super Nintendo-Spiele sammeln, die Switch ist ein super Gerät. Ich kann da all meine alten Spiele spielen und ich finde die Entwicklung ja auch toll. Dass man halt einfach auch mal gucken kann, wo sind Gleichgesinnte, ich meine, du kennst das besser als ich, du warst ja hier in der Fighting Game Community schon früher unterwegs, als ich es war. Das war ja früher ein relativ kleiner Kreis, zu dem ich irgendwie nie Zugang gefunden hatte, weil ich immer mein eigenes Ding gemacht hatte. Und auch nicht so die Freunde hatte, die auch so enthusiastisch waren. Aber da könntest du vielleicht mehr erzählen.
SPEAKER_00Ja, aus meiner Perspektive war das vor allen Dingen damals 2009, wo wir angefangen haben, Street Fighter 4 zu spielen. Das hat so total krass Street Fighter und Fighting Games damals zurückgebracht. Und da war das auch schon so, dass es einige wenige gab, die halt noch schon damals noch an Automaten gespielt hatten. Es gab dann auch einige, die hatten in Düsseldorf, standen dann zeitweise irgendwie so hobbymäßig ein paar Automaten in so einer Kneipe, in der ich auch nie war oder in so einer, was war das, in so einem Café, glaube ich. Es gab es, müsste man mal den OCV fragen. Und da gab es dann auch schon damals immer so diese Puristen, die Leute, die halt vor Street Fighter 4 gespielt haben, die haben gesagt, boah, nee, das geht ja gar nicht. Das ist ja alles nicht mehr so wie früher. Und man kann ja jetzt EX-Shoy-Yukens oder normale Show-Yukens überall rein meshen und keine Ahnung, die Spiele sind so einfach geworden und so. Und dann gab es dann halt Leute wie wir, die halt gesagt haben, boah, wie geil, wir können endlich ein modernes, neues Street Fighter zusammenspielen, uns treffen, eine gute Zeit haben und so richtig krass Fighting-Games abnurden. Und das war damals so ein Riesenthema, das haben die immer Old vs. New genannt. Da gab es wirklich so zwei Gruppierungen. Und ich fand das damals immer schade, deshalb habe ich dich da auch zugefragt und finde ich auch deine Antwort echt super, weil also mein Konsens letztendlich ist jetzt wirklich, diese Arcade-Zeit, man hat sie gebraucht, sie war auch super wichtig für die Entwicklung des Ganzen, sonst würden wir das alles gar nicht so haben, wie das heute ist. Das ganze Game Design und die ganzen Genres und so, wenn die nicht so super krass hardcore damals gepusht worden wären und da waren ja auch groß, eigentlich fast nur Japaner, die das alles gemacht haben. Japanische super Game Designer, die haben halt die geilsten Ideen damals gehabt und in Arcade-Hardware reingepresst. Wenn wir das nicht gehabt hätten, dann hätten wir heute diese ganze Szene nicht und das alles. Und trotzdem finde ich das voll in Ordnung, wenn hier Leute hinkommen und Street Fighter 6 ihr PS5-Pad anschließen und mit dem Analogstick spielen und mich dann einfach abziehen. Das ist ein harter Reality-Check so, dass ich alter Mann, so, der 20 Jahre diese Spiele spielt mit dem Arcade-Stick, jetzt verliert so, ne? Aber so ist halt, der Full Circle. Das sind halt die jungen Leute jetzt, die Bock haben, loszulegen, die sind jetzt so heiß darauf, so wie wir das damals waren, 2009, ne? Und ja, das ist halt okay, da muss man seinen Frieden mitmachen. Da muss man sagen, das ist in Ordnung und so hat sich das Ganze halt jetzt weiterentwickelt und es ist trotzdem halt noch Street Fighter, es ist trotzdem noch Arcade da drin, so weißt du?
Gemeinschaft Vor Perfektem Setup
SPEAKER_01Das Prinzip ist ja das Gleiche. Ja. Ich weiß auch nicht, warum man. Das ist wie Catering, Videospielen ist wie Catering, man kann nicht alle glücklich machen. Aber es ist halt einfach trotzdem schön zu sehen. Ich meine, selbst die aktuellen Fighting Games, ja, die bringen halt Neuerungen, ja, die bringen halt andere Spielprinzipien, und das Ganze existiert ja jetzt schon seit fast 40 Jahren. Und ich finde es trotzdem immer schön zu sehen, dass es da doch noch Dinge gibt, wo man halt sagt, okay, wir haben jetzt noch eine neue Idee oder wir schrauben das Ganze vielleicht mal zurück, vielleicht war das letztes Mal zu viel, und das ist halt die, ja, und dass sich die Spiele auch durch diese Updates auch weiterentwickeln irgendwie. Wenn man halt ein Jahr nicht dabei ist, gefühlt, hat man ein komplett neues Spiel, was man vielleicht nicht merkt, wenn man jeden Tag spielt. Also, ja, aber es ist einfach so. Es gibt viele tolle neue Spiele, viele Genres sind halt einfach eingeschlafen. Es liegt aber halt einfach auch an der Zeit. Der Casual Gamer von heute, und das hat man auch jetzt gemerkt, es war alles Hype, jetzt mal für eine gute Zeit, weil jeder zu Hause war, seine Zeit vertreiben wollte. Und jetzt ist aber auch mal gut wieder. Deswegen, ich sag mal, Shooting Gaming ist Shoot'em-ups. Lässt jetzt auch wieder stark nach. Ja, das ist mir auch aufgefallen.
SPEAKER_00Die Schmapp-Szene, die ist so ein bisschen durch Corona in der Zeit, habe ich auch so gemerkt, da bin ich da ja auch so tiefer eingestiegen. Hat so einen Push bekommen, habe ich auch gedacht, krass, jetzt wählen Shoot-'em-ups mal ab, ne, so wie Fighting Games vielleicht irgendwann, ne? Dass es eine Nische ist, aber eine größere Nische. Aber jetzt habe ich auch das Gefühl, Shoot-em-Ups sind ein bisschen stagniert, so in letzter Zeit. Nicht mehr viele neue Leute, die solche Spiele spielen wieder.
SPEAKER_01Ja, und es ist mit Fighting Games genau dasselbe. Ich meine, guilty Street Fighter. Das sind so, ne, die, vielleicht mal für mich jetzt, so die auch in Japan, in den Arcades noch so ab und zu mal gespielt werden. Wenn überhaupt, aber den Rest spielt ja auch kaum einer. Und vor zwei Jahren war ja das Fighting Game ja überhaupt. Wie viele Fighting, also viel Geld konnte man ja gar nicht ranschaffen, muss ja jeden Monat ein neues Fighting-Game kaufen.
SPEAKER_00Passt halt auch nicht zu der Mainstream-Audience, die halt ein Spiel kaufen will, das eine Woche spielen will und dann das nächste kaufen will. Da passen diese Spiele halt gar nicht rein, weil jedes dieser Spiele ist eigentlich so wie eine Fremdsprache zu lernen, vom Aufwand her.
SPEAKER_01Richtig. Es sind halt einfach, das muss man sagen, es sind einfach zeitintensive Spiele, wenn man die richtig gut spielen möchte. Was mich jetzt auch daran reizt. Aber dafür muss man halt schon ein richtiges Mindset haben. Und es hat sich halt einfach gezeigt, dass halt die meisten Leute, die wollen halt einfach ein bisschen Entertainment zu Hause haben. Und ja, Spiele wie GTA oder wie sie nicht alle heißen, Assassin's Creed oder Cyberpunk, will ich jetzt meine Meinung nicht zu sagen. Die wäre vielleicht genauso wie die Meinung von allen anderen. Ja, das ist halt einfach das, was die meisten glücklich macht, auch einen einfachen Zugang hat. Und die kann halt jeder Mensch spielen und das ist das, worum es halt auch den Entwicklern geht. Die wollen natürlich auch. Was ist gefragt, wie sieht der Gamer von heutzutage aus? Und da befindet man sich halt mit Arcade-Spielen oder Spielen, die halt ursprünglich mal aus der Arcade kamen, dann doch sehr im Stand.
SPEAKER_00Abseits des Trends, ja, definitiv.
SPEAKER_01Das ist halt einfach für moderne Menschen ist das einfach nichts mehr. Dieser Frust, es ist viel Frust, es ist viel, ja, man muss auch mental einfach auch, wenn man mal keine Lust hat, sich da einfach konstant hinsetzen und sein Level da irgendwie nach vorne zu bringen. Und man muss halt einfach auch ein bisschen bescheuert sein und 30 Jahre lang dasselbe Spiel spielen. Das darf man ja auch niemandem erzählen.
SPEAKER_00Ja, cool. Was würdest du dir noch abschließend, genau, abschließende Frage, was würdest du dir noch für die Zukunft von der Arcade-Kultur wünschen? Oder wie die Zukunft aussehen sollte?
SPEAKER_01Also ich glaube, eine Zukunft für die Arcade-Kultur gibt es nicht. Also es wird immer weniger. Wäre natürlich schön, wenn man mal wieder neue Sachen rausbringen würde. Aber ich glaube, dafür ist es halt einfach überall zu leer in den Arcades. Selbst in Japan ist kaum noch was los. Es sei denn, es sind große Events.
SPEAKER_00Du bist mehrere Jahre hintereinander jetzt in Japan gewesen?
SPEAKER_01Ja, ich war jetzt schon fünfmal da.
Online Bequemlichkeit Vs. Arcade-Nervenkitzel
SPEAKER_00Okay, und du hast auch das richtig krass mitbekommen, wie immer mehr Arcades geschlossen haben auch.
SPEAKER_01Richtig krass nicht. Aber ja, die eine oder andere hat tatsächlich mal geschlossen. Aber wenn man tagsüber in den Betrieb geht, in gewisse Arcades ist halt einfach nichts los. Es ist sehr überschaubar. Selbst abends manchmal, es sei denn, es sind jetzt gewisse Abende wie Street Fighter Abend, Fist of the Noster Abend, Empire Saviour Abend oder Virtual Fighter, dann kommen die Leute noch zusammen. Aber ansonsten sitzt man manchmal auch mit nur zwei, drei anderen Leuten in der Arcade. Deswegen glaube ich, es gibt nichts Neues. Die Leute, die das gerne mögen, ist halt Nostalgie. Oder die Leute, die halt sich wirklich in so einem Spiel verliebt haben und so verrückt sind, die werden das weiter betreiben. Und solange wird es das auch noch geben, solange es die Leute gibt, die an gewisse Spiele festhalten. Ansonsten, es wird alles so passieren, wie es passieren wird. Also ich bin eh schon froh, wie sich das alles entwickelt hat in den letzten Jahren. Es ist alles viel mehr zugänglicher geworden. Man hat viel mehr Möglichkeiten, man hat viel mehr Ersatzteiloptionen, ob man sie dann wirklich dann noch bekommt, ist natürlich eine andere Frage.
SPEAKER_00Das sind vor allen Dingen Sachen, die dann aber nachgebaut werden. Das sind ja keine originalen Ersatzteile dann mehr, wenn du von Optionen sprichst oder sind das Lager, die dann irgendwie wieder auftauchen?
SPEAKER_01Man kann mal so, mal so, aber ja, es gibt Leute, die setzen sich da ran und versuchen das zu entschlüsseln und dann eigene Ersatzteile zu produzieren. Das Einzige, was ich mir halt wirklich wünschen würde, und das ist nicht nur für die Arcade, es ist auch einfach generell, dass die Leute halt einfach Spaß am Spielen haben. Egal ob es jetzt Arcade ist, ob es jetzt eine Nintendo Switch ist, Fighting Games, Shoot'em-Ups. Ich muss mich nicht immer mit diesem ganzen technischen Zeug auseinandersetzen, wie Input-Lag, Der und der Monitor, das und das. Wie wir ja vorhin auch gesagt haben, manchmal sitzt man auch an einem Cap, dann funktioniert der Knopf nicht und dann muss man trotzdem für seine 50 Cent gucken, dass man da irgendwie klarkommt und ich genieße einfach das Spiel. Ob ich ein Frame, Input Lag habe oder fünf, das ist mir dann auch egal.
SPEAKER_00Ja, sehr cool. Ich glaube, das wären gute Schlusswort gewesen. Dann danke ich dir, dass du hier heute unser Gast warst, Lars.
SPEAKER_01Gerne, gerne.
SPEAKER_00Und bis zum nächsten Mal. Ciao.
SPEAKER_01Bis zum nächsten Mal.