Core Gamer Treff Podcast
Deutschsprachiger Podcast über den Core Gamer Treff aus Mönchengladbach.
Wir haben unseren eigenen Treffpunkt, wo wir regelmäßig zusammen kommen, einfach nur so zum Spielen, Quatschen und Spaß haben.
Und auch ihr seid herzlich eingeladen dabei zu sein!
Also kommt uns doch einfach mal besuchen. Wir öffnen regulär jeden Dienstag ab 17 Uhr, Freitags ab 17 Uhr und Samstags ab 14 Uhr und darüber hinaus veranstalten wir auch regelmäßig Special Events.
Kommt einfach in unser Discord oder schaut auf unserer Homepage vorbei um mehr über uns zu erfahren.
Core Gamer Treff Podcast
Videospiele und Social Media in der Gen Z mit simpl
Use Left/Right to seek, Home/End to jump to start or end. Hold shift to jump forward or backward.
In dieser Podcast Folge spreche ich mit dem Supporter simpl über Videospiele und Social Media in der Gen Z.
simpl ist als einer der wenigen Digital Natives mit 21 bei uns im Core Gamer Treff einer der jüngsten Spieler und hat die Corona Zeit als Jugendlicher durchleben müssen.
Er erzählt, wie er von klein auf umgeben von Smartphones, Videospielen und Social Media aufgewachsen ist und wie Ihn diese Erfahrung geprägt hat.
Zum Schluss erzählt simpl was Eltern von jungen Kindern heute besser machen könnten, um ihre Kinder zu unterstützen einen gesünderen Umgang mit dem gesamten Spektrum der Digitalisierung zu finden.
Intro Soundtrack:
Artist : chibi-tech
Album : Psyvariar THE MIX
Release date: 2008
Mid-Roll Soundtrack:
Dieser Podcast dreht sich um den Core Gamer Treff - ein Treffpunkt in Mönchengladbach NRW für volljährige Fans von lokalen Multiplayer Spielen.
Wir haben unseren eigenen privaten Treffpunkt, wo wir regelmäßig zusammen kommen, einfach nur so zum Spielen, Quatschen und Spaß haben.
Und auch ihr seid herzlich eingeladen dabei zu sein!
Also kommt uns doch einfach mal besuchen. Wir öffnen regulär jeden Dienstag ab 17 Uhr Freitags ab 17 Uhr und Samstags ab 14 Uhr und darüber hinaus veranstalten wir auch regelmäßig Special Events.
Kommt einfach in unser Discord oder schaut auf unserer Homepage vorbei, um mehr über uns zu erfahren.
So Leute, willkommen zurück hier im CoreGamer Treff Podcast. Ich habe heute den Barisch alias Simple hier im Podcast, einer, der schon sehr lange hier auch Supporter ist und hier hinkommt. Und ja, für alle, die dich nicht kennen, stell dich doch bitte einmal vor, wie alt bist du, bekommst du her und was machst du so?
SPEAKER_00Hallo, ich bin Barisch, ich komme aus Menschen Gatbach aktuell. Ich gehe arbeiten und sonst zocke ich halt gerne. Ich bin seit 2021, glaube ich, hier im Treff. Oder zu Ende 22. Und ja, das bin so ich.
SPEAKER_01Ja, cool. Ja, du bist heute hier mein Gast, weil du vom Alter her in einer ganz interessanten Spanne bist, wo tatsächlich nicht so viele hier sind. Die meisten sind ja eher so Ö30, die hier hinkommen. Und du gehörst eher zu den Jüngeren. Und du hast tatsächlich als einer der Jüngeren, die ja, ich sag mal, Social Media und Videospiele auf Handys und so diese ganzen Neuzeit, der Videospiele halt von kleinster Kindheit auf mitbekommen im Prinzip.
SPEAKER_00Ja, auf jeden Fall sehr interessante Zeit. Also seit ich klein bin, gibt es halt schon immer Handys, also solange ich denken kann, hat mein Opa zum Beispiel, als ich 5, 6 war oder 7, hatte damals einen Samsung Galaxy S3 Mini gehabt. Damals, wir hatten nicht wirklich viele Konsolen, die moderner waren. Das heißt, wir haben halt auch sehr viel Zeit auf dem Handy verbracht, haben halt geguckt, dass man die ganzen Spiele, die man so kennt, auf dem Handy gespielt hat. Das hat auch schon eine ziemlich interessante Geschichte an sich, glaube ich, wie sich Handyspiele einfach über die Zeit entwickelt haben und wo es halt heute ist.
SPEAKER_01Ja, ja, dann erzähl doch mal, wie hat das alles bei dir angefangen? Was waren so deine ersten Erfahrungen mit Videospielen, dann mit Handyspielen vielleicht und auch mit Social Media dann?
SPEAKER_00Also Handyspiele waren ja am Anfang ein ganz komischer Markt, weil Smartphones kamen neu raus, man hat ja vorher nur so Controller oder halt an Maus und Tastatur gespielt und Videospielpulen muss natürlich nicht, was man halt mit diesem neuen Touch-Display anfangen soll, wenn man dieses Gerät nutzen soll. Früher gab es zum Beispiel oft einfach nur Importe von so Spielen wie Sonic the Hedgehog, wo da hinten ein Poster hängt, wo man dann einfach nur ein digitales Joystick-Layout gehabt hat und damit einfach nur versucht hat, ja ein Klassiker zu spielen. Hat halt natürlich nicht so viel Spaß gemacht wie auf den richtigen Geräten. Und ich glaube, eins der ersten Handyspiele, die ich wirklich viel gespielt habe, war tatsächlich Super Monkey Ball auf dem iPhone von meinem Vater. Er hatte damals, glaube ich, ein iPhone 4 und ich habe ihn dann auch immer gefragt, wann er wieder rüberkommt und dann kann man Monkey Ball spielen. Das waren halt so die Spiele, die man gespielt hat.
SPEAKER_01Ja, lustig, ich bin ja auch großer Monkey Ball-Fan, wie du weißt. Und ich habe die auf dem auch, ja nicht als Kind, aber als junger Erwachsener auch auf dem GameCube dann gespielt. Aber das Monkey Ball-Handyspiel war dann auch noch eins, wo du im Prinzip das Originalspiel mit einem Joystick imoliert hast oder warte das schon richtig gute, angepasste Touch-Controls dann?
SPEAKER_00Das hatte tatsächlich, hast du das, diesen emulierten Joystick, soweit ich mich erinnere. Aber du konntest auch Gyro-Steuerung aktivieren und konntest einfach dein iPhone damals tilten und das Spiel halt so spielen, was gar nicht mal so eine schlechte Art ist, das Spiel zu steuern. Also war auf jeden Fall interessant, auch gegenüber einem Controller. Hat es auch ein bisschen schwieriger gemacht, um ehrlich zu sein.
SPEAKER_01Ja, okay. Also für dich war das dann einfach natürlich, dass du am Handy gespielt hast. Für mich ist das ja halt total komisch oder mache ich ja auch bis heute nicht, weil das irgendwie für mich so komplett zwei eigene Welten sind, ein Smartphone und Videospiele. Aber für dich war das von Anfang an auch eins dann tatsächlich, oder?
SPEAKER_00Ja, also soweit ich denken kann, hat man eine Wii-Sauce gehabt und dann hat man, keine Ahnung, wenn, wenn man gerade nicht an der Wii war oder wenn man gerade, zum Beispiel wenn ich bei meinem Vater war, wo die gerade nicht war, dann war es halt nochmal, dass man dann so lange an dem Handy gespielt hat. Das war halt, ich habe da nie eine große Unterscheidung zwischen gemacht. Für mich war das einfach so, da gibt es Spiele auf meiner Wii, auf meiner PS2 habe ich Spiele und wenn man halt unterwegs ist, kann man halt Mama fragen, ob man auf dem Handy ein bisschen Minecraft spielen kann oder Super Monkey Ball oder was auch immer da gab es.
SPEAKER_01Ja. Und wie war das so in der Schulzeit? Habt ihr dann auch mit den Handys in den Schulen dann damals schon gespielt?
SPEAKER_00Auf jeden Fall, auf jeden Fall. Da hat das immer angefangen. Wir haben zum Beispiel in der Schule, da gab es alles Mögliche, es gab so Spiele wie Clash Royale, die man kann oder Clash of Clans. Ich weiß nicht, ob du Clash of Clans kennst.
SPEAKER_01Ich kenne solche Spiele nur von dem, was ich mir so angelesen habe. Gespielt habe ich die tatsächlich nie.
SPEAKER_00Clash of Clans, da baust du dir alles in allem eine Basis auf und du kannst dann Truppen ausbilden, machst du so eine Art Armee und kannst dann einfach die Basen von anderen Leuten raiden. Und da gibt es Clans, wo man zum Beispiel gemeinsam im Clan sein kann. Man kann sich Truppen spenden, mit den Leuten halt im Chat interagieren. Es gibt so einen allgemeinen Chat und das ist halt, da kann man sich halt vergleichen, wer hat die bessere Basis, wer hat sein Rathaus besser hochgelevelt, wer ist allgemein weiter oder es gibt natürlich immer so ein Leaderboard-System in diesen Spielen, wo du auch in deiner Freundessiste nachgucken kannst, wer ist wie weit hoch und das hat halt, auf dem Schulo war das super normal, dass man dann mit einem befreundet war, geguckt hat, wer ist am höchsten halt. Das war auch so ein bisschen Status einfach.
SPEAKER_01Das klingt für mich so ein bisschen wie die Browser-Games, die es zu meiner Kindheit gab. Hast du sowas mal gesehen? Da hast du dich im Prinzip einfach in irgendeinem PC mit einem Webbrowser eingeloggt und hast dann auch, ja, das waren so simulationsartige Spiele, Turn-based waren die im Prinzip. Also du musst dich immer wieder regelmäßig da einloggen und immer wieder ein bisschen was machen und hast dann halt über einen langen Zeitraum ganz viel dann schaffen können in dem Spiel. Ist das ähnlich gewesen da?
SPEAKER_00Ja, das gibt es tatsächlich, also es war in unserer Generation tatsächlich auch noch relativ offen. Also so Flash-Games sind einfach, zum Beispiel wenn man in der Schule, da hatten wir auch einen PC-Unterricht, da hat man sich mal diese Spiele gezeigt. Oder im Internet-Café, also ich weiß, was für Flash-Games du so gespielt hast. Es gab ja alles Mögliche. Es gab Sachen wie Spielhaft, das waren einfach nur Seiten, wo reihentausende Flash-Games sind, die von allen möglichen Leuten gemacht werden.
SPEAKER_01Man hat so Pokémon-Rollenspiele online. Also die, die ich jetzt meinte, das waren tatsächlich noch gar keine Flash-Games, das waren noch vor der Flash-Ära, die waren noch HTML-basiert, ohne Flash. Also ganz wenig Grafik und ganz viel Numbers-Go-Up-Game halt, wo du im Prinzip einfach in irgendwelchen Tabellen dann da irgendwelche Zahlen hattest und dann hast du jemanden angegriffen über Nacht oder so und dann musste der dann am nächsten Morgen halt den Angriff abwehren oder so. So war das so ein bisschen.
SPEAKER_00Ja, sowas direkt nicht, aber ich glaube, dass auch sehr viele von diesen Handyspiel-Konzepten oder Flash-Games, die ich dann später gespielt habe, so die Kinder davon sind und davon sehr stark.
SPEAKER_01Denke ich nämlich gerade auch dran, weil wenn du gerade von Clash of Clans erzählt hast, das ist auch so ein bisschen dann wahrscheinlich ein Spiel, wo es nicht so sehr, ja, das ist nicht sehr direkt, sondern das ist so langfristig gesehen, oder? Man tut sich dann zusammen und greift an. Also man muss nicht jederzeit dann an dem Handy sein oder muss man, während man angreift, dann da irgendwelche Abilities dann irgendwie machen, oder wie ist das?
SPEAKER_00Also du hast Truppenlager, du hast eine gewisse Anzahl, sagen wir 260 Truppenplätze und jede Einheit verbraucht anders viele Plätze und du stellst sie dann deine Armee zusammen, halt, wie viele Truppen du von was drin haben willst. Manche verbrauchen mehr Platz und dann musst du dir halt auf einer Map platzieren, also du scrollst durch die ganzen Dörfer, die du angreifen kannst, suchst sie eins aus, was irgendwann ideal ist, und dann platzierst du halt überall auf der Map vom Gegner, deine Truppen, wo du halt denkst, wo sie am meisten Schaden machen. Währenddessen muss dein Gegner aber nicht online sein, der kriegt dann einfach nur so eine Führung. Genau, das meine ich so. Asynchron ist das im Prinzip dann. Genau, man kriegt dann aber auch so eine Benachrichtigung, dass man auch zusehen kann, wie man da angegriffen wird. Das ist die große Angst von jedem Spieler, wenn man.
SPEAKER_01Ja, aber das klingt genau nach diesem Konzept, dass das eben ein asynchrones Spiel ist, wo man mit sehr viel Zeit investieren halt dann weiterkommt und sich dann zusammentun kann mit anderen und dann andere raden kann und so. Das ist so ein bisschen das, was damals in den Browser-Games auch gab.
SPEAKER_00Genau, es dauert ja auch seine ganzen Sachen abzugraden. Also jedes Mal, wenn du etwas upgraden möchtest, irgendein Gebäude, das hat eine gewisse Zeit, die es dauert und je höher das Level geht, desto länger dauert es. Es gibt ein Rathaus, das ist die Mainbase sozusagen. Wenn du die upgradest, kannst du all deine anderen Sachen höher leveln. Und das dauert dann schon irgendwann auch einfach zwölf Tage, bis es geupgradet ist oder 24 Tage und so weiter. Du kannst natürlich Geld reinpainen und halt das schneller vorbeigehen lassen. Kannst du die Zeit mit Gems dann gut skippen? Aber ansonsten, das ist halt, du kannst nicht sehr viel an einem Tag machen. Du musst immer warten, bis dein Elixier gefüllt ist, eine neue Armee machst und es ist halt, du musst immer warten, warten, warten, damit du irgendwas wieder machen kannst. Dann kannst du erstmal nicht mehr viel machen, dann wartst einfach nur wieder und spielst das dann halt für deine halbe Stunde am Tag oder so.
SPEAKER_01Ja, okay. Also wenn man eine halbe Stunde am Tag, aber dafür halt über einen längeren Zeitraum immer. Und vor allen Dingen mit anderen Leuten irgendwie immer zusammen, ne? Das ist auch mal so ein soziales Ding, so ein sozialer Druck, sozialer Vergleich mit anderen dann auf dem Schulhof gewesen. Oder wie war das dann mit den anderen? Jeder hat dann mitgespielt, oder?
SPEAKER_00Ja, also die meisten hatten es einfach, weil es war halt auf Schulhöfen war das immer so, es gab es immer dieses eine Spiel, was sich rumgesprochen hat, was gerade hochkam, das Skype wurde, super auf Supercell-Sachen, die haben ja viele dieser Hype Games gemacht wie Heyday, was halt jede Mutter irgendwie bis heute noch spielt. Und Gott weiß, wie hoch die inzwischen alle sind und ich glaube gleich auf Clans und man wusste halt, was die anderen spielen, man wollte. Es war nicht wirklich Druck, aber man wollte halt nicht alleine spielen, weil all diese Spiele waren schon ein bisschen darauf konzipiert, dass es halt gemeinsam mehr Spaß macht. Dann haben wir uns natürlich halt auch immer die Spiele geholt, die gerade die anderen haben.
SPEAKER_01Ja. Und wie alt warst du da so, als du dann angefangen hast, in der Schule mit dem Handy dann zu spielen? Wann hast du überhaupt dein erstes eigenes Handy bekommen? War es bei dir?
SPEAKER_00Mein erstes eigenes Handy habe ich mit 13, 14 bekommen. Vorher habe ich halt auch viel an Handys gespielt, aber das war dann immer so am Handy meiner Mutter, wenn sie noch morgens am Schlafen war. Tut mir leid, machen wir, aber hab dann immer irgendwie ihr Handy genommen, hab das Spiel installiert und hab die dann bevor sie aufgewacht, wieder deinstalliert. Richtig sneaky. Aber so mit 14 heißt dann mein erstes eigenes Handy und dann ging das auf dem Schulhof los. Vorher hat man natürlich bei Freunden mit auf den Handys gespielt. Es gab so auch mal so Sachen, wo man auf einem Display gemeinsam spielen konnte. Es gab, glaube ich, Drunken Wrestling, war so ein Spieler, hast du nur zwei Steuerkreuze und leh dann eine Seite vom Handy und dann spielt man so gegeneinander Wrestling.
SPEAKER_01Okay.
SPEAKER_00Und all den Scheiß.
SPEAKER_01Also 13, war das für die damalige Zeit so ein Durchschnitt oder war das nicht sogar schon ein bisschen spät? Ich war sogar ein bisschen spät tatsächlich. Weil ich erinnere mich, unsere Tochter hat mit 10 ihr erstes Smartphone bekommen. Gut, die sind ein bisschen jünger, aber auch nicht viel. Und da war das schon so der Durchschnitt, dass sie mit 10 schon ihr Smartphone bekommen haben.
SPEAKER_00Ja, ich glaube so, meine Klassenkameraden hatten auch alle ziemlich so mit 10, 11 ihre ersten Handys. Meine Mutter hat es ein bisschen Sensor gemacht, dass es auch schulische Leistungen auswirken konnte. Meine Schwester hat ein Jahr früher, als ich ein Handy bekomme. Sie war aber auch halt immer super Einsachschülerin. Aber inzwischen, ich war früher sehr wütend, inzwischen verstehe ich schon ein bisschen, dass ich das Handy so spät bekommen habe. Und vielleicht wäre noch später besser gewesen, aber.
SPEAKER_01Ja, das ist interessant, da sprechen wir nachher auf jeden Fall auch nochmal zu, was so dein Fazit ist, was du, Eltern vor allen Dingen empfehlen würdest. Aber dazu kommen wir gleich noch. Noch erstmal zurück zu den Spielen an sich. Wenn ihr dann auf den Schulhof zusammengezockt habt, habt ihr dann irgendwie auch nach der Schule euch getroffen gezockt? Oder war das so ein Ding, dass man dann irgendwie online zu Hause oder halt auf dem Schulhof dann zusammengespielt hat?
SPEAKER_00Das war ziemlich gemischt. Also man hat sich oft einfach, also man hat auf dem Schulhof zum Beispiel gemeinsam gespielt und dann hat man sich verabredet, dass man dann nach der Schule zum Kollegen geht. Wir waren oft damals beim Kollegen von mir, Florian, und dann hat man halt auf der Konsole weitergezockt. Wir hatten dann Sachen wie COD oder sowas, haben die oder Diablo zu Hause gemeinsam gespielt, aber manchmal saß man da auch und hat am Handy weitergespielt, so je nachdem auf welches Spiel man Lust hatte. Man hat wirklich groß unterschieden, ob man jetzt auf einer Konsole spielt oder auf dem Handy. Das war dann so, aber oft ist man dann auch einfach nach Hause gegangen und hat dann von da mit den Handys gemeinsam gespielt. Also je nachdem, wie das zeitlich ging.
SPEAKER_01Aber du hast zumindest das noch mitbekommen, oder sogar häufiger, dass du nach der Schule mit irgendjemandem zusammen auch gespielt hast im gleichen Raum, so wie wir das hier im Chorgamer Treff auch zelebrieren. Da bist du, glaube ich, dann doch ganz gut, hast du das zumindest noch mitbekommen, ne? Ich weiß nicht, ob das viele Kids heutzutage noch erleben.
SPEAKER_00Also ich krieg oft mit, dass Kinder heutzutage mein Handy spielen, aber es ist halt immer noch, habe ich das Gefühl, wenn man kann, spielen viele Kinder immer noch lieber gemeinsam im Raum. Ich hab das Gefühl, das verfliegt auch so ein bisschen in der Jugend oder auf dem Weg zum Jugend Erwachsenen, wenn man sich einfach, wenn man halt schon diesen Ausweg hat und nicht sich nochmal extra Zeit nehmen muss, extra zu zehn Mannem Gehen, da ist ja auch eine Zeitinvestition, er kann ja auch nur eine gewisse Zeit draußen bleiben oder möchte einfach gerade zu Hause irgendwas erledigen und da ist halt viel angenehmer nebenbei online zu spielen, entweder auf dem Handy oder halt auf Konsolen, PCs, weil heutzutage kann man eh alles online spielen. Gemeinsam auf irgendeinem Weg. Ja.
SPEAKER_01Ja, genau. Ne, wo ich darauf hinaus will, ist eben, weil man heutzutage alles online auch spielen kann und auch teilweise Crossplay, ne, wir haben ja hier zum Beispiel neulich mal Minecraft zusammengespielt in einem Raum. Mit acht Leuten, ne, war das, an allen möglichen Konsolen. Und das geht ja sogar im Handy theoretisch. Und meine Befürchtung ist, dass dadurch aber dazu führt, dass man eben noch weniger sich mit anderen Leuten trifft, weil man nur noch zu Hause irgendwie auch alleine sitzen kann und übers Internet einfach mit der anderen spielen kann.
SPEAKER_00Ja, ich würde sagen, also dass man die Möglichkeit hat, sorgt definitiv dafür, dass man öfter dem ausweicht, dass man es ist. Genau, ja, da will ich drauf hinaus. Das ist nicht komplett weg, aber es ist auf jeden Fall seltener geworden. Also es ist halt schon, man muss schon Leute mehr darauf freuen, also Leute müssen sich schon schon viel mehr darauf freuen und viel größeren Grund haben. Oder es muss schon so ein bisschen mehr Special sein, bis da Leute auch mal vorbeikommen. Weil werden alle sowieso weit weg wohnen und man kann einfach zu Hause, man macht die Konsole an und macht Party auf, geht in den Discord und dann muss sich keiner wegbewegen, nicht irgendwie so eine Stunde wegnehmen oder so. Da passt jetzt halt schon öfter, dass man online gemeinsam zockt, als sich wirklich noch zu treffen.
SPEAKER_01Wie ist das heute bei dir? Machst du das heute auch noch oder ist das eine Phase, die du hinter dir gelassen hast, weil du kommst ja jetzt auch wieder regelmäßig hier hin. Spielst du dann zusätzlich trotzdem noch online mit anderen Leuten oder wie ist das?
SPEAKER_00Kommt immer drauf an, also es ist halt, ich fahre oft zu Freunden und dann, also aktuell, wenn ich mit Leuten zocke, ist das schon eher privat mit den Leuten. Dann zocken die vielleicht nicht gemeinsam spielen, aber treffen und zocken halt so abwechselnd, wie wenn man das gleiche Spiel grindet. Aber es ist gemischt. Es kommt immer darauf an, ob es aktuell so ein Spiel gibt. Es ist ja auch sehr schnelllebig geworden inzwischen. Es gibt immer diese Phasen, ein paar Monate, da gibt es gerade ein Spiel, was alle gerne spielen, wo man sich dann auf Discord trifft und das dann gemeinsam zockt. Und dann gibt es halt diese, dann ist das Spiel tot, es gibt noch kein neues Skype-Spiel, es gibt noch keine neue Sache, die wirklich jeder spielt. Und dann zockt man eigentlich sehr viel, entweder solo oder man trifft sich halt einfach und zockt, aber es ist irgendwie mal phasenweise, weil immer Spiele kommen und gehen, die gerade halt viele Leute spielen.
SPEAKER_01Ja, ich finde das interessant, dass du das so oft schon sagst, dass das Spiel Hype sein muss, ne? Also das ist sehr stark in eurer Generation, würde ich mal sagen, dass Spiele, einzelne Spiele extrem viel Aufmerksamkeit von allen bekommen für einen gewissen Zeitraum, aber andere Spiele dann auch gar keine Aufmerksamkeit, ne? Weil diese Weitsicht, welche Spiele es überhaupt gibt und welche Genres, die habe ich das Gefühl, ist in der jungen Generation gar nicht mehr so vorhanden, weil es wird einfach in der Regel das gespielt, was die anderen spielen. Und da ist natürlich schon sehr interessant, wie kommt es dazu, dass ein Spiel gespielt wird und ein anderes nicht.
SPEAKER_00Ich glaube, das ist auch so ein bisschen einfach durch Social Media, also sowas wie Twitch, also Streaming-Plattformen, weil wenn ein Spiel heutzutage wirklich von super vielen Streamern gespielt wird und so, dann ist ja ständig präsent. Leute wissen ja ständig, das ist ein Spiel, was Leute gerne online mit anderen spielen, zum Beispiel als Among Us damals.
SPEAKER_01Genau, Among Us, ein gutes Beispiel, das ist genauso eins, ne?
SPEAKER_00Es wurde nicht direkt gehypt, ich glaube es hat zwei Jahre gedauert, bis das Spiel dann einen Online-Modus bekommen hat. Aber dann, sobald, man konnte es vorher nur lokal, glaube ich, über das Netzwerk spielen. Und sobald es einen On-Modus bekommen hat, haben es Leute auf Twitch gesehen, dann haben sie mal diese Twitch-Streamer-Gruppen, die dann diese ganzen Spiele spielen, die Leute mit ihren Freunden gemeinsam spielen. Und dann sehen das Leute und dann ist das super präsent eine Zeit, dann zockt man nur das und dann stirbt es aber auch genauso schnell, wie halt, wie es wieder gekommen ist. Das war glaube ich auch mit Kennst du Fall Guys?
SPEAKER_01Ja, ja, klar. Also diese ganzen Hype-Games habe ich, die krieg ich natürlich auch mit, auch wenn ich die alle nicht spiele, ich krieg das alles mit und beschäftige mich ja auch immer und lese mich da auch ein. Ja, oder gab ja auch diese Pokémon-Upklatschspiel, war ja das letzte mega Hype-Game, ne?
SPEAKER_00Wie ist das nochmal? Ich weiß, welches du meinst. Per World.
SPEAKER_01Ja, genau, Perworld war auch so eins, ne?
SPEAKER_00Es hat auch wieder so einen riesen, also so einen Steam-Rekordschlagenden Player-Peak gehabt und das ist heutzutage immer so. Diese Spiele brechen viel schneller, diese Rekord-Peaks. Jede Woche gibt es irgendwie ein neues Spiel, was diesen All-Time-Player-Peak-Score erreicht hat. Aber keins dieser Spiele wird mit länger als zwei Monate gespielt. Es kommt halt immer höher, es spielen inzwischen mehr Leute, gleichzeitig ein Spiel, aber auch viel kürzer. Es ist halt, deswegen hatte ich, glaube ich, auch, Fall Guys angesprochen, das ist eines der extremsten Beispiele, das hat vielleicht zwei Wochen gelebt oder eine Woche, aber jeder hat darüber geredet. Wirklich überall, wo du hingeguckt hast, haben die Leute das gespielt und es hat keine Woche gehalten.
SPEAKER_01Ja. Wie findest du das, dass das so kurzlebig ist und vor allen Dingen so hype getrieben alles? Geht dir das selber nicht auch irgendwie auf den Sack mittlerweile? Oder ist das, jetzt wo du älter geworden bist, auch weniger, finde ich, interessant? Weil ich sehe dich ja auch andere Spiele spielen, die jetzt nicht gerade hype sind. Oder spielst du die nur, wenn du hier bist dann zum Beispiel?
SPEAKER_00Ich glaube, das flacht generell so ein bisschen bei den Leuten ab. Das ist auch ein bisschen Alter, weil viele Leute, also viele meiner Freunde, die auch so in meinem Alter sind, ich hab das Gefühl, dass sie auch so ein bisschen genug davon haben, weil es halt immer dieses Klischee, so neues Spiel, kauft ihr das, Bro, wir spielen das versprochen und eine Woche später findet man keine Party mehr. Ich habe das Gefühl, dass Leute inzwischen sehr viel kritischer werden. Also entweder je älter sie werden oder durch die Zeit, da bin ich mir nicht sicher. Aber ich hab das Gefühl, Leute haben ein bisschen genug von dieser ganzen Hype-Kultur, weil man halt auch kein Spiel, was man sich kauft, wirklich lange spielen kann. Und inzwischen kaufen sich viele Leute Sachen im Hype einfach aus Prinzip gar nicht mehr und bleiben dann halt bei den Spielen, die sie jetzt seit fünf, sechs, sieben Jahren spielen. Es ist so, es tanzt sehr viel rum.
SPEAKER_01Ja, also ich fände es natürlich gut, wenn auch die jüngeren Spieler kritischer werden und sich da mehr Gedanken drüber machen. Vor allen Dingen, wenn man natürlich nicht viel Geld hat als junger Mensch und dann auch immer irgendwie ein Spiel kauft und im Hype hinterher rennt für ein, zwei Wochen und dann wieder das nächste Spiel kaufen zu müssen. Ist ja auch nicht wirklich nachhaltiges Spielerlebnis.
SPEAKER_00Er hast ja auch heute sehr viel mit Life-Support-Spielen. Also sehr viele Spiele versuchen ja einfach so ein riesen Commitment zu sein mit Battle Pässen und du musst halt jedes Season irgendwie aktiv sein, damit du irgendwelche Belohnungen nicht verpasst oder Sachen, die du nur in der Saison kriegen kannst, Items. Und ich glaube, Leute nervt es auch langsam, dass man einfach kein Spiel mehr einfach spielen kann, ohne dass man sich für ein Leben dafür committet. Du kaufst heutzutage ein Spiel und als ob du ein Ehegelübde mit dem Spiel abgeschlossen hast.
SPEAKER_01Ja, das ist ein sehr guter Vergleich, ja. Also das ist auch ein Thema von mir. Jetzt gerade ganz aktuell hatte ich ja neulich auch bei uns im Discord gepostet, macht die EU endlich mal wieder was dagegen? Da gibt es irgendwie so ein Komitee von Leuten, die sich treffen. Das hatte ich ja mal gepostet, so ein Artikel. Und die wollen einen neue Maßstäbe setzen, woran sich Spielehersteller zukünftig richten müssen, was halt in Spielen erlaubt ist, beziehungsweise auch untersagt ist, für die halt Kinder spielen sollen letztendlich. Und da geht es natürlich sehr viel um dieses Thema In-Game Currency und Lootboxen oder Dark Patterns im Allgemeinen, wo also jungen Menschen, Kindern, Jugendlichen auf perfide Art und Weise im Prinzip immer mehr Zeit und Geld geklaut wird und die wirklich literally süchtig gemacht werden nach diesen Spielen. Und das ist ja gerade in ganz vielen von diesen Online-Service-Games ein Riesenproblem. Vor allen Dingen auch in den Handyspielen ist das ja überall drin. Wie du das siehst.
SPEAKER_00Ja, heutzutage gibt es wirklich, also wenn man auf dem Handy Sachen spielt, gibt es keins mehr, was dir nicht versucht, alle drei Sekunden einen neuen Ingame-Kauf anzubieten. Dieses Fear of Missing Out ist sehr stark. Es gibt immer so verkürzte Angebote, je das nur für zwei Tage kannst du das so günstig kriegen und dann wird das wieder so teuer und es wird halt künstlich knapp gemacht, weil das sind alles digitale Ressourcen, die sind unbegrenzt. Das ist eine Null, die der Entwickler da hinzufügt oder mehr. Und es wird halt alles so künstlich verknappt. Man hat Angst, dass man Angebote verpasst und es ist halt, es wird immer mehr versucht, mit genau den Methoden, die auch Casinos zum Beispiel haben, Leuten Geld aus der Tasche zu ziehen, ist ja wirklich eine Riesenwissenschaft dahinter. Bei FIFA zum Beispiel, bei diesen Packs, die ja alle kennen und die tausendmal diskutiert wurden, ist ja wirklich ein Riesenteam dahinter, was es nach Glücksspielprinzipien macht. Dieses, dass du das Pack ziehst und dass du es dann selber aufmachst, das sind ja genau wie beim Glücksspiel, wo du diesen Hebel nach unten ziehst und...
SPEAKER_01Dieses Feeling, ja, ja. Ja, das Gefühl von Kontrolle. Ja, ja, genau.
SPEAKER_00Und auch immer dir zeigen, was du ziehen könntest. Oder wahrscheinlich diesen CSGO-Cases, wo du siehst, dass ganz knapp der Skin, den du wolltest, an dem Fahnenkreuz vorbei ist, du hast das Gefühl, du hast nur ganz knapp verpasst und im nächsten Spin hast du es. Noch eins für jetzt warst du schon nah dran, jetzt kannst du nur noch besser werden. Und da nutzt man ja wirklich heutzutage oft. Also man muss unterscheiden bei Pack-Openings, es gibt welche, die benutzen solche Taktiken, um Leuten Geld aus der Tasche zu ziehen und dann gibt es welche, da kannst du nur kosmetische Sachen gewinnen und die kannst du auch ingame erspielen. Also die Filme sind ja sehr unterschiedlich, wie hart die wirklich auf solche Methoden zurückgreifen.
SPEAKER_01Ja, ja, genau. Also der übergeordnete Begriff in der Szene mittlerweile ist Dark Patterns und da gibt es natürlich sehr viele unterschiedliche und auch stark abweichende Meinungen, was in Ordnung ist und was nicht in Ordnung ist. Und auf jeden Fall ist es gut, dass jetzt gerade von der EU da endlich versucht wird, was zu regulieren zukünftig, weil ja, es sind im Prinzip psychologisch steckt da genau dasselbe hinter, was ja auch im Glücksspiel steckt. Solche Tricks, die vor allen Dingen abziehen auf junge Menschen, die noch überhaupt keine Lebenserfahrung haben. Und mit sozialem Druck, weil die anderen Freunde in der Schulklasse das auch machen, wird das Ganze natürlich noch schlimmer. Da gab es neulich noch eine sehr interessante Doku zu, ich glaube im ARD in der Mediathek kann man sich das nochmal anschauen, wer sich da mal schlau machen will. Da ist FIFA auch ganz schön ehrlich durch den Kakao gezogen worden mit ihrem Ultimate Team tatsächlich.
SPEAKER_00Ja, FIFA hast du halt auch genau so das Parademitspiel. Es gab es ja auch so eine Präsentation von einem, von jemandem, der da in der Abteilung arbeitet, zum Beispiel genau, und der hat da ja auch darüber geredet, dass sie zum Beispiel die meisten ihrer Einnahmen nicht durch alle Spieler insgesamt machen, sondern durch so 1 bis 2 Prozent der Spieler, die Whales, man versucht halt. Genau, du kennst den Begriff halt schon. Man versucht ja wirklich, Leute abhängig zu machen und es zielt nicht darauf ab, dass viele Leute Geld ausgeben, sondern dass man hinkriegt, dass man ein paar Leute abhängt.
SPEAKER_01Ein paar arme Seelen, die keine gute Erziehung bekommen oder keine gute Strategien vermittelt bekommen von ihren Eltern, sich dagegen zu wehren, ja.
SPEAKER_00Ja, es ist ja auch, es ist ja nicht mal nur das, es gibt ja einfach Leute, die sind genetisch halt dazu veranlagt, schnell abhängig von Sachen zu werden und man versucht ja genau auf diese Menschen abzuzielen und die halt irgendwie anzuhucken. Und es halt am, also und am Ende es gibt so viele Nachrichten von Leuten, die dann die Kreditkarte von den Eltern genommen haben, irgendwelche Kinder da 2000 Euro ins Spiel gesteckt haben oder welche Leute, es gab crazy Fälle, wo Leute von ihrer Firma Geld veruntreut haben und dann so eine halbe Million in irgendeinem In-App-Käufer in irgendeinem Videospiel gesteckt haben. Man versucht ja wirklich anfällige Leute, die anfällig auf Suchterkrankungen sind, spezifisch halt da rauszuholen und die so süchtig wie möglich von dem Scheiß zu machen. Und das Leben zu riechen in dem Endeffekt auch.
SPEAKER_01Ja, es ist auch immer wieder krass. Ich sehe das auch immer wieder ganz viele verschiedene Sachen, auch Beispiele, wo man so gar nicht dran denkt. Auch bei Leuten, die Dinge sammeln, da sieht man das auch immer wieder, dass manche Leute komplett durchdrehen und sich so einen Gedanken fassen, dass die irgendwie von irgendetwas einfach unendlich viel haben müssen, das allermeiste, und dann damit auch noch rumprahlen, irgendwie auf Social Media oder so, wie die, keine Ahnung, 100.000 Euro in irgendwelche Magic-Karten gerade gesteckt haben oder so, ne? Und machen das im Prinzip zu Meme, dass sie sich selber ihr Leben versaut haben damit, ne? Aber da merkst du richtig, dass das genetisch, wie du schon sagst, manche Leute können einfach gar nicht anders, ne, wenn die die Möglichkeit dazu kriegen.
SPEAKER_00Ja, und da finde ich auch nicht, dass das wirklich, dass, also natürlich gibt es auch eine Selbstverantwortung, aber ich finde es auch sehr hart zu sagen, wenn Leute behaupten ja aber selber Schuld, hättest du ja nicht kaufen müssen, Selbstkontrolle, weil diese Firmen arbeiten ja wirklich mit psychologischen Mitteln, daran dich so abhängig wie möglich zu machen und nutzen ja wirklich die Schwächen eines Menschen aus, um denen halt so viel Geld wie möglich rauszuquetschen. Und gerade bei Online-Sachen, ich meine, wenn du deine 100.000 Euro an Magic-Karten gekauft hast, ist halt, je nachdem wie man es sieht, auch Geldverschwendung oder nicht. Aber da hast du ja zumindest diese physische Karte, du kannst die in die Hand nehmen, die ist ja auch wirklich begrenzt. Also es ist nicht so, dass man, also man könnte die jederzeit drucken, aber das wird es halt meistens nicht. Das ist ja, zum Beispiel, wenn du eine limitierte Ausgabe hast, die sagt, die existiert 100 Mal, dann hast du eine von 100. Weil diesen ganzen digitalen Sachen, erstens kann jederzeit der Server schließen und dann hast du gar nichts mehr davon, hast du 100.000 in so ein Spiel investiert. Und die Server sind halt, also alle Server werden ja irgendwann dauernd sein für jedes Spiel.
SPEAKER_01Ja, du kannst ja generell, das erlauben die ja eigentlich auch nie bei solchen digitalen Gegenständen, dass du die auf offiziellem Wege weiterverkaufst. Oder in den seltensten Fällen ist das erlaubt. Also das wollen die von vornherein ja nicht.
SPEAKER_00Das ist ja dann noch schlimmer als Glücksspiel, weil oder halt, wenn du Sachen sammelst, weil da kannst du zumindest auch Plus machen oder wenn es an Wert verliert, dann kriegst du trotzdem irgendwas noch zurück. Oder du hast noch den Gegenstand. Aber bei einem Videospiel, sagen wir, du hast jetzt 500 Juwelen in Clash of Clans gekauft für 5 Euro. Irgendwann schließen die Server, weil sich das gar nichts mehr rentiert und dann ist.
SPEAKER_01Ja, oder das beste Beispiel oder das dreisteste Beispiel ist ja auch ganz klar FIFA oder jetzt FC, haben sich ja gerade umbenannt. Da ist ja jedes Jahr einfach Reset, weil jetzt kommt das neue FC raus und alles, was du gerade, deine tausenden Euros, die du in dein Ultimate Team investiert hast, sind plötzlich irrelevant, weil jetzt wird der Server rebootet, jetzt wird eine neue Instanz aufgesetzt, ein paar Assets geändert und dann musst du alles neu kaufen.
SPEAKER_00Ja, und dann gibt es auch immer so eine Welle wie dann welchen Influencern, die dann wirklich so 10.000 Euro Pack-Openings direkt machen. Pack-Openings. Ja, ja, das ist so krank. Und das ist irgendwelche Streamer, die viel zu viel Geld machen, die dann irgendwie sich für 10.000 bis 30.000 irgendwie Packs öffnen für ihrer jungen Community von irgendwie 12.000 bis 13-Jährigen, die sich das dann angucken, das cool finden und sich denken, ich will auch Ronaldo ziehen und dann Mama halt anflehen, dass sie denen irgendwie eine hier PSN-Karte oder sowas holen.
SPEAKER_01Ja. Und das Pay-Safe-Karte auch oft, ja. Ja, ich finde gerade FIFA nervt mich echt enorm, weil ich bin ja jetzt mittlerweile auch aktiv in Jugendzentren, mit denen spiele ich dann demnächst was zusammen. Und ich habe schon mit einigen Jugendzentren halt, mit einigen Jugendzentren halt gesprochen, mit denen, die da arbeiten, mit den Erziehern und die sagen dann immer, ja, ja, Videospiele haben wir ja auch. Und dann muss ich schon gar nicht fragen, was. Sagen die schon von selber, ja, die Kids spielen hier FIFA. Und die tun, also anscheinend denken auch Jugendtreffs ganz normal, es wäre das Normalste auf der Welt, dass die Kids bei den FIFA spielen.
SPEAKER_00FIFA selber ist ja nicht das, also dieses Offline-Spielen, das ist ja nicht das Problem. Das ist dann ja einfach nur ein Videospiel, aber wenn die dann halt so, nicht überall gibt es ja in-Ap-Käufe in FIFA, sondern ich glaube, in diesem Ultimate-Team-Modus, und so tief drin, in diesem Ultimate-Team-Modus kannst du deinem Team nur aus Karten, also nur aus Spielern ziehen, die du halt gezogen hast. Und das ist aber leider ja der beliebteste Modus bei den Kids, ne, tatsächlich. Ja, ich glaube auch, dass, ich bin mir nicht sicher, was ist aber 10% ca. der Einnahmen von EA sind auch, glaube ich, nur in Abkäufe, wenn nicht mehr.
SPEAKER_01Ja. Naja, jedenfalls finde ich das so schade, weil da will ich jetzt eigentlich auch den Bogen hinzuspannen. Es gibt ja so viele coole Videospiele ohne Dark Patterns, wo es wirklich nur um das Spielen geht. Und die kommen aber überhaupt nicht an bei den Kids heutzutage. Das ist irgendwie so auch so ein bisschen meine Sorge. Und deshalb will ich denen das halt auch zeigen. Wenn ich mit den Kids im Jugendzentrum dann halt zocke, dann will ich halt auch mit denen Partygames mal spielt oder sowas. Und eben nicht Fortnite, FIFA und was sie halt den ganzen Tag sowieso schon spielen, etliche Stunden.
SPEAKER_00Ich glaube, das hat aber auch ein bisschen damit zu tun, wie verfügt man einfach, wie du Spiele heutzutage sind. Der magst du halt wirklich so überflutet mit Trash und du musst ja heutzutage wirklich durch so viele Spiele wühlen, bis du irgendwas findest, was halbwegs nicht versucht, dir dein Geld aus der Tasche zu ziehen. Ich glaube, da ist es halt viel einfacher für den Jugendlichen, statt in den Play Store zu gehen und du hast halt wirklich eine Million Spiele oder auf Steam, keine Ahnung, wie viele Spiele die insgesamt haben. Und dich da durchzuwühlen, bis du etwas Gutes findest. Oder du nimmst halt das Spiel, wo du weißt, all deine Freunde spielen das und du musst das nicht alleine spielen. Du kannst heute Abend in den Discord joinen und kannst es einfach mit denen spielen. Ich glaube, das ist auch einfach ein Riesenfaktor, weil es halt schwerer geworden ist, Spiele zu finden, die halt nicht diese ganzen Mechaniken in sich haben. Das ist ja auch heutzutage einfach so normal ist, dass ja eine Firma, die das nicht so stark macht.
SPEAKER_01Ja, ja. Nee, also im Indie-Bereich gibt es viele. Nintendo macht das weiterhin eigentlich so gut wie nicht. Das ist auch sehr positiv. Naja, Nintendo ist noch recht beliebt, aber ich habe das Gefühl, eher so bei den ganz Kleinen. Und wenn die Eltern da irgendwie auch eine Rolle spielen, dann kaufen die Eltern halt eine Nintendo-Konsole. Aber wenn die Kids auf sich selbst gestellt sind und irgendwie ihr Taschengeld in irgendwas ausgeben, investieren können, dann kaufen sie sich halt lieber Ingame-Währungen für irgendwelche Handyspiele oder Handyspiele selber unter Umständen. Die würden da nicht auf die Idee kommen, irgendwie Geld für ein Nintendo-Spiel anzusparen, was irgendwie 60 Euro kostet oder sowas. Auch wenn sie dann da mit 30, 40 Stunden mit ihren Freunden spielen könnten. Aber das ist dann halt einfach nicht attraktiv irgendwie.
SPEAKER_00Ich glaube, das ist aber ein bisschen einfach, weil ab einem gewissen Alter, Nintendo hat ja immer auch den Ruf von so einer Kinderfirma, also nicht mehr so stark wie früher, aber heutzutage immer noch und wenn du so ein gewisses Alter reichst mit 11, 12, 13, dann willst du ja irgendwie versuchen, erwachsener zu sein oder cooler zu sein. Das ist ja ganz normal, wenn man aufwächst. Wir sind ja alle jung gewesen. Und ich glaube, da ist halt einfach so eine natürliche Abneigung gegen alles, was halt eher so für Kinder ist oder alles, was freundlich gehalten ist. Und man denkt, man ist dann halt erwachsen oder cooler, wenn man dann sowas wie Call of Duty spielt oder FIFA, was die anderen spielen. Ich glaube, da können auch die Kinder nicht wirklich viel dafür. Das gehört ja auch irgendwie ein bisschen dazu, dass man halt versucht, sich da abzuheben, sag ich mal, oder halt davon zu distanzieren. Und dann werden die halt aufgefangen von sowas wie FIFA oder Call of Duty, was sie halt versucht, das Geld am Ende wegzunehmen.
SPEAKER_01Ja, ja, ich verstehe das Argument, aber gleichzeitig merkst du ja auch, wenn du schon sagst, die werden abgefangen. Das ist ja genau die Falle leider, wo man reintappt. Und ich hoffe, dass es da irgendwie EU-weit demnächst eine Regelung gibt, die dem einen Riegel vorschiebt, dass diese Spiele zumindest umgebaut werden müssen, dass die eben nicht diese ganzen In-Game-Währungen haben. Teilweise gibt es ja Währungen, die du dann umwandelst in weitere Währungen, damit du selber gar nicht mehr weißt, wie viel Geld du da reingesteckt hast. Da ist es ja völlig geisteskrank, was da passiert.
SPEAKER_00Alles super perfide. Es ist auch selten, dass du, wenn du ein, wenn du eine Währung kaufst, zum Beispiel für 10 Euro, kaufst du dir dann deine 1200 Ingame-Währung, dann ist es super selten, dass du irgendwas hast, was dann genau 1200 von dieser Ingame-Währung kostet. Dann kosten die Sachen entweder so 800 und wo kaufst du das und du hast noch 400 über und dann denkst du dir, ja jetzt müsste ich ja nur noch einmal ein bisschen kaufen, dann kannst du mir was Neues leisten, das ist ja sonst verschwendet. Das sitzt er sonst am Ende nur rum. Und das halt selten hast du, dass du wirklich genauso viel ausgehen kannst, wie du gekauft hast. Diese Währungen sind auch so ein bisschen dafür, dass du auch einfach kein Gefühl dafür hast, wie viel Geld du gerade ausgibst. Sondern was ganz anderes, 1300 Gold auszugeben, als 10 Euro. Das ist ja nochmal ein Unterschied, wenn da wenn da das eine steht oder halt das andere. Deswegen haben wir auch glaube ich, ich weiß, war das nicht auf Legends, haben angefangen, diese Währungen zu entfernen und haben einfach nur stehen hier 10 Euro für diesen Skin direkt und dann kaufst du den für 10 Euro. Was in meinen Augen viel besser ist, weil dann hast du auch noch zumindest ein bisschen Gefühl dafür, wie viel Geld du direkt ausgibst, als jedes Mal in deinem Kopf so eine Rechnung zu machen, okay, das ist jetzt, das muss ich jetzt mal durch 0,7 nehmen, damit ich da auf den Euro-Preis komme. Weil da hat man keinen Überblick mehr irgendwann.
SPEAKER_01Ja. Was würdest du sagen, wenn du hier an den Chorgammertreff denkst, was ist der Grund, warum hier so wenig junge Leute? Du bist ja mitunter. Wie alt bist du jetzt eigentlich? 21. 21, ja. Du bist wahrscheinlich mit Schinken, mit unten die Jüngsten immer noch weiterhin. Und ich glaube, nach dir kam auch, glaube ich, außer Schinken, sonst glaube ich, keiner in dem Alter hier rein. Was denkst du, woran liegt das? Wie bist du ursprünglich hier zur Tür reingekommen? Wie bist du hier darauf aufmerksam geworden? Und warum klappt das mit vielen anderen? Ich meine, der Treff ist regulär ab 18, aber in der Altersgruppe 18 bis 25 wäre es ja mal spannend, auch ein paar jüngere Spieler hier zu haben.
SPEAKER_00Also ich bin darauf gestoßen, tatsächlich einfach nur durch das Schild da vorne vor der Tür, wo halt einfach nur Core Gamer Treff draufsteht. Bin dir ein paar Mal vorbeigelaufen, random, und dann habe ich das einfach gegoogelt, hab gesehen, dass es halt diesen Treff gibt. Und halt immer reingekommen. Ich weiß nicht, warum nicht so viele Leute sonst in meinem Alter hier hinkommen, aber ich hab ein bisschen das Gefühl, dass einfach das Interesse daran verloren gegangen ist, Leute einfach auf natürlichem Wege kennenzulernen. Man kennt halt Leute über irgendwelche Foren oder über Discord und lernt ja halt so kennen und geht dann halt zu Orten hin und macht was gemeinsam, als alleine irgendwo hinzugehen, alleine in einen Treff zu gehen, noch niemanden zu kennen und hier Leute kennenzulernen.
SPEAKER_01Aber du hast das ja gemacht.
SPEAKER_00Ja, ich begebe mich aber auch gerne in Situationen, in denen ich mich unwohlfühle oder vor denen ich Angst habe, weil ich das super wichtig finde, dass man immer aus seiner Komfortzone raustrifft.
SPEAKER_01Ja, das ist gut und das merkt man bei dir auch, das stimmt, ja. Aber das ist genau der Punkt, weil das würde ich mir ja so sehr wünschen damit, und das versuche ich ja auch damit zu bezwecken, deshalb habe ich ja das Schild da draußen. Und propagiere das auch so, dass man das einfach mal ausprobieren soll. Aber es ist schwierig, ne? Also es funktioniert einfach bei den wenigsten.
SPEAKER_00Ja, es ist halt einfach auch, du, du ist so einfach, im Internet einfach Leute kennst du, die bereits ähnlich Interessen haben, als irgendwo hinzugehen, wo du dir nicht sicher bist, ob du die Leute mögen wirst. Und es ist halt auch ein bisschen, glaube ich, Langweile, weil ich habe mal das Zitat gehört, da ging es um so einen Künstler, den ich gerne höre, und wie er in seiner Jugend angefangen hat, Gitarre zu spielen, damals gab es noch kein Internet und er hat in so einem kleinen Kaff gelebt, wusste nicht, was er tun soll, hat den ganzen Tag seine Gitarre gespielt. Und mit der Geburt des Internets ist halt irgendwie wahre Langweile im Endeffekt gestorben. So es gibt es nie, dass du nicht gar nicht weißt, was du tun sollst, weil wenn du gerade nichts zu tun hast, kannst du halt immer noch an dein Handy. Kannst du immer noch scrollen, kannst mit jemandem telefonieren, schreiben, kannst dir den ganzen Tag YouTube angucken.
SPEAKER_01Interessant, ja.
SPEAKER_00Wahre, Langeweile ist gestorben, ja. Das stimmt. Ja, und es gibt halt heutzutage keinen Moment, wo man nicht wirklich irgendwie was zu tun hat. Du kannst diesen Dopamin raus jederzeit kriegen auf deinem Handy, zu Hause, irgendwie im Internet oder überall eigentlich.
SPEAKER_01Es ist so traurig, weil im Prinzip dieser Incentive, was Neues auszuprobieren, wie du schon sagst, kommt tatsächlich daher in diesen Phasen, wo du gerade nichts zu tun hast. Also gucke ich jetzt einfach mal im Hier und Jetzt, was ist um mich rum. Und das findet natürlich gar nicht mehr statt, wenn ich halt jederzeit dann mein Handy ziehen kann und da halt drauf schaue.
SPEAKER_00Das habe ich auch gemerkt, als ich mit irgendwie 16, glaube ich, für ein Jahr kein Handy mehr hatte, weil mein Handy kaputt war, da habe ich auch viel mehr Sachen gemacht, die ich, bevor ich mein Handy hatte, gemacht hatte, hatte ich mein Handy und da ist mir nicht so oft langweilig geworden, da hatte ich nicht so auf, dass ich gar nichts zu tun habe, sondern wenn ich gar nichts zu tun habe, konntest du halt immer noch einen Mewtwo gucken oder irgendwas machen. Und es ist halt, dass du diese Option hast, dich noch irgendwie zu beschäftigen, hältst du davon ab, einfach mal was ganz Neues zu probieren, einfach dich an so ein Instrument zu setzen, einfach ein Buch zu lesen oder irgendwo ein Neues hinzugehen, ist halt, gibt es nicht mehr so hart den Grund dafür. Es gibt halt keine echte Langweile mehr.
SPEAKER_01Und du versuchst das aber bewusst ein bisschen zu bekämpfen, dich da selbst ein bisschen zuzutriezen, einfach mal neue Sachen auszuprobieren und nicht aufs Handy zu gucken, so oft. Oder wie ist das bei dir mittlerweile?
SPEAKER_00Ja, aber ich hab das Gefühl, dass die Bewegung tatsächlich bei relativ vielen Leuten inzwischen ist. Also wenn ich mal hier sowas sage wie, Mama hatte recht, damit mir nicht so früh ein Handy geben zu wollen, das ist etwas, was ich von sehr vielen Leuten so in meiner Altersklasse höre inzwischen. Weil viele Leute, die sich jetzt so damit beschäftigen, die halt damit groß geworden sind in meinem Alter, lernen langsam, wie psychisch kaputt das ist, also nicht unbedingt kaputt, aber wie psychisch das einen verändert und wie weit man davon entfernt ist, normal in Bezug zu was sie Dopamin zu haben, weil man halt jederzeit, das hat nichts zu tun, ich guck mal an mein Handy. Und sehr viele Leute, habe ich das Gefühl, kriegen, verstehen langsam, dass es ihnen nicht gut tut, aber man ist halt schon drin, man kommt da nicht so einfach raus und immer öfter von Leuten, dass wir halt langsam das Internet regulieren müssen, dass es nicht so geht, da habe ich super oft mit Freunden durch Konversationen drüber, wo wir halt darüber reden, dass wir niemals den so früh ein Handy bekommen sollen, weil man stößt auch wirklich alles, was man nicht sehen soll als Kind. Ist ja, Eltern haben keine Ahnung von dem Internet und Kinder kriegen halt schon mit zehn einen unbegrenzten Zugang zu jeder Information, zu jedem abgefuckten Video. Wir haben mit elf, zwölf haben wir auf dem Schulhof, haben wir sowas die Enthauptungsvideos oder sowas gezeigt bekommen von irgendeinem komischen Mitspüler am Ende. Und das halt, das, ich hab das Gefühl, das wird, dafür kriegen wir langsam mehr ein Gefühl dafür, dass das nicht gut ist. Und viele Leute versuchen mehr, es gibt immer so Trends von Handy-Detalks, versuch mal einen Tag oder ein Wochenende ohne Handy und wie dich das ändert oder versuch mal einfach keine Musik zu hören und einfach in einem Café zu sitzen, einfach mal in deinem Kopf zu sein. Aber es ist halt sehr schwer da rauszukommen, weil du dann natürlich. Die Synapsen sind schon extrem gedehnt in diese Richtung, dauerhaft Bescheid zu werden. Ja, natürlich ist halt schon immer so gewesen, dass wir das konnten. Es ist ja, man kennt es nicht anders, das Ding ist auch natürlich nicht.
SPEAKER_01Das ist halt der Unterschied zwischen uns. Für dich ist es schon immer so gewesen, ich kenne auch die Welt, wie es war, ohne dass es das gab. Und deshalb fällt es mir natürlich leicht, ich muss selber auch bei mir immer wieder feststellen, dass es für mich auch viel zu viel schon ist, was ich mache. Gut, ich habe natürlich jetzt auch noch diesen Laden hier, sonst würde ich mich komplett aus allem rausziehen, würde ich auch am liebsten gar kein Discord, gar kein Twitter bzw. X benutzen. But sobald du halt ein Business hast, bist du sowieso gefangen in that world. And when du da nicht mitmachst, hast du gar nicht mehr da raus. Ansonsten kannst du gar kein Business mehr machen heutzutage.
SPEAKER_00Und genauso fühlt sich das ja auch für das Privatleben an. Wenn du heutzutage nicht im Internet bist, irgendwie, zumindest auf Instagram reaktiv oder zwischendurch mal eine Status hochlädst, dann bist du halt nicht mehr wirklich so dabei, bei allem, so einfach in deinem Sozialleben. Das ist natürlich auch ein sehr starker Aspekt. Niemand will aus seinem eigenen Sozialleben ausgeschlossen werden. Oder das Gefühl haben, dass andere Freunde halt mehr connected sind als man selber, weil die dann halt auch darüber super viel kommunizieren miteinander und miteinander interagieren und es ist halt sehr schwer rauszukommen, wenn es halt dein ganzer Umkreis ist und nicht nur dein Umkreis, sondern die Welt. Das ist ja nicht einfach nur in meinem privaten Umkreis so viele Leute heutzutage sind Handysüchtig.
SPEAKER_01Ich meine, das ist der Standard einfach.
SPEAKER_00Selbst die Boomer, die uns damals gesagt haben, du kriegst rechteckige Augen, weil du so viel aussandy guckst, selbst die hängen heute den ganzen Tag auf Facebook oder spielen Candy Crush. Also die Candy Crush-Topliste wird doch bestimmt von irgendwelchen Omas im Altenheim dominiert.
SPEAKER_01Ja, ja, das kann sehr gut sein. Ja, ich habe dazu auch mit dem Michael hier gequatscht, das ist der Lehrer und der hat auch seine Perspektive mal gesagt als Lehrer. Und zwar hat der gesagt, es ist sehr häufig so, dass die Eltern tatsächlich sich anmaßen, auch noch so frech zu sein und zu sagen, ja, dass die Lehrer im Prinzip die Verantwortung hätten, dass die Kinder, zumindest in der Schule, ja, nicht die ganze Zeit aufs Handy gucken dürfen und wenn da irgendwelche Dinge gemacht werden, dass die Lehrer dann halt in der Verantwortung sind. Und er sagt halt, kann ja nicht sein, dass die Eltern die ganze Verantwortung auf die Lehrer abschieben wollen. Die Eltern müssen sich ja auch damit beschäftigen. Wenn du Kinder kriegst, dann musst du ja auch dich damit beschäftigen. Genauso wie wenn dein Kind klein ist und Fahrradfahren lernen will, dann musst du oder sollte, dann musst du ja auch lernen, wie man dem Kind Fahrradfahren beibringt oder schwimmen oder was auch immer. So sollte das ja eigentlich auch mit dem Handy sein, dass man sich selber auch so weit damit Kompetenzen aneignet, dass man das überhaupt dem Kind auch beibringen kann.
SPEAKER_00Ja, das in der Theorie schon, aber da stimme ich nicht ganz mit ein, weil es ist so ein weitgreifendes Thema und es ist einfach schwer, gerade wenn man nicht damit groß geworden ist. Deswegen sind ja Kinder, also Leute meiner Generation viel besser mit Technik als Leute aus deiner Generation zum Beispiel, weil als Kind baust ja deine Realität auf und lernst Sachen viel schneller und das ist halt Teil meiner Realität. Ich kenn's nicht anders, deswegen kann ich super mit sowas umgehen. Aber für Eltern ist das schon ein bisschen viel, die haben keine Ahnung, die kommen damit selber nicht gut klar, keiner hat die dafür geschult und die wissen nicht, welche Gefahren da wirklich so auf ihre Kinder lauern und es ist auch schwer, die da rauszuhalten, weil du kannst denen das Handy wegnehmen, weil die könnten ein Zweithandy haben, die können bei Freunden ans Handy, die können um in der Schule an irgendeinem PC, du kannst Kinder nicht wirklich davon abhalten, im Internet zu sein, weil die werden immer einen Weg finden. Und da ist es halt schwer, die ganze Verantwortung auf Eltern abzuwälzen, weil es gibt nur so viel, was du tun kannst. Ich finde es sehr, was ich wichtig finde, ist einfach, dass wir sozialkomp, äh, dass wir Internetkompetenz, also digitale Kompetenz allgemein in der Schule unterrichten würden, weil Leute werden ins Internet, absolut. Und da kannst du die halt nicht von aufhalten. Aber wir lassen Kinder wirklich ins Internet, wo sie alles sehen können, wo du mit elf schon sehen kannst, wie jemand erschossen wird oder ein Porno oder was weiß ich oder Glücksspiel aufs Twitch zugucken, ohne dass wir denen je gesagt haben, wie man wirklich vernünftig damit umgeht, wie man Sachen einzuordnen hat, wenn man sie im Internet sieht, oder dass sie nicht auf Scams reinfallen, dass nicht jeder im Internet sein bester Freund ist, dass der Nigerianische Prinz dir nicht 1000 Euro geben will, wenn die ihm Puppy-Shicks auf PayPal. Yeah. Das muss halt irgendwie unterrichtet werden. Es kann nicht sein, dass wir Kindern die größte Erfindung überhaupt ran lassen.
SPEAKER_01Ja, digitale Kompetenz in irgendeiner Form. Müsste wäre so eine Art Unterrichtsfach. Ich weiß, dass das auch schon lange immer diskutiert wird in den Schulen, aber leider wird das immer so ein bisschen auf den Informatikunterricht abgewälzt und so ein bisschen gesagt, ja, jeder kann das ja nach eigenem Ermessen jeder Lehrer so ein bisschen in seinem Fach platzieren oder sollte das auch tun. Aber die Lehrer sind natürlich auch nicht gezwungen, das zu tun. Das heißt, es gibt auch Lehrer, viele Boomerlehrer, die sagen, nee, da will ich gar nichts mit zu tun haben, lass mich damit mal in Ruhe und ich mache da überhaupt nichts mit. Und die können auch Lehrer bleiben an der Stelle. Die müssen sich damit nicht beschäftigen und können einfach weiter ihren Fahrplan abfahren im Unterricht und sich überhaupt nicht mit digitalen Medien beschäftigen.
SPEAKER_00Ja, da kannst du dich ja bald auch nicht wirklich beschuldigen, weil das ist halt ein super schwieriges Thema für die, das ist super schwer zu begreifen. Und die sind nicht dafür ausgebildet.
SPEAKER_01Deshalb gebe ich dir auch recht, dass es da ein eigenes Fach für geben sollte, weil, wie gesagt, der jetzige Weg ist eben zu sagen, ja, jeder kann das ja ein bisschen in seinem Fach mitmachen und der Informatikunterricht ist ja auch noch da, da wird immer sehr viel versucht, drauf abzuwälzen, Medienkompetenzen können ja den Informatikunterricht machen.
SPEAKER_00Das ist weitgreifend, um das einfach irgendwo noch nebenbei in so einem Zwischensatz in Informatikunterricht. Genau das, ja. Leute, die dafür ausgebildet sind, Leute, die wirklich Experten auf dem Gebiet sind, Spezifisch nur das machen, also als eigenen Nährgang, weil das ist ein super weit greifendes Thema. Das kannst du nicht einfach auf jemanden abwälzen, der zehn Jahre vor der Rente steht und Privatkeiten nicht wahrscheinlich nicht mein Handy hat am Ende.
SPEAKER_01Ja, genau. Ja, aber was ist dann die Lösung? Also die Eltern sagst du, können das nicht, die Lehrer, sagt der Michael, können das nicht auffangen. In der Schule gibt es kein eigenes Fach dafür. Ja, keine Ahnung.
SPEAKER_00Was kann man dann machen, ne? Ja, ist sehr schwierig, weil du kannst Leute, egal wie sehr du die unterrichtest, nicht davon abhalten, dass sie dann trotzdem tun, was sie wollen im Internet. Du kannst, egal wie sehr du dich anstrengst, niemals 100% kontrollieren, was deine Kinder im Internet machen.
SPEAKER_01Nee, nee, aber so irgendwie das in geordnete Bahnlängen. Ich meine, das Argument zu sagen, ja, man hat da keine Ahnung von, dann können ja, die wissen das ja eh alle besser und die können ja überall ins Internet gehen. Gut, das kann man ja im Prinzip dann zu allem sagen. Das könnte man auch zu Drogen sagen im Prinzip, ne? Habe ich nie genommen. Also habe ich keine Ahnung davon, dann können die woanders nehmen. Ich kann ihnen das auch nicht erklären, was das alles bedeutet. Also ein bisschen beschäftigen muss man sich ja damit, denke ich, und zumindest so ein paar ganz gefährliche Dinge auch bei seinem eigenen Kind erkennen können, wenn da irgendwas in falsche Bahnen läuft. Zum Beispiel, wenn das Kind, weiß ich nicht, nur noch den ganzen Tag in einem Zimmer sitzt und League of Legends spielt und sich und komplett ausrastet den ganzen Tag, muss man natürlich ganz, ganz schnell was machen und kann das nicht einfach so laufen lassen, denke ich.
SPEAKER_00Ja, man muss halt, also man, es ist halt schwer zu regulieren, deswegen muss man mehr den Fokus darauf setzen, dass man den Kindern von Anfang an beibringt, wie man gesund damit umgeht, dass man denen nicht versucht, so lange wie möglich vom Handy fernzuhalten und hoffen, dass es dadurch irgendwie besser wird, sondern dass man den von Anfang an erklärt, dass dann nicht jeder dein Freund ist, wie man mit Sachen umgeht, zum Beispiel wenn man störende Sachen sieht, wie man sieht, dass etwas ein Scam ist, dass sehr viel auf. Man muss den Kindern im sehr jungen Alter auch einfach beibringen, dass super viele Fehlinformationen verbreitet werden, dass man nicht alles glauben kann, was man liest. Und vielleicht, weil ich habe auch das Gefühl, dass es nicht nur an den Kindern selber liegt, dass sie abhängig vom Handy werden, sondern auch ein bisschen an den Eltern, weil die sehen das auch so ein bisschen als Möglichkeit, heutzutage so Popstadt mit den Kindern zu spielen, sich mit denen zu beschäftigen, die einfach vor ein iPad zu setzen. Also super viele Eltern, wenn die spielen nicht mehr mit den Kindern, sondern hier so ein iPad, guck mal, kannst du YouTube gucken und.
SPEAKER_01Und das ist ja auf jeden Fall mal ein Punkt, wo man auf jeden Fall ansetzen kann und auch sollte. Weil das ist auch genau das, was ich auch sehe, wo ich auch die große Befürchtung habe, dass viele Eltern den Easy Way Out suchen und da irgendwelche Geräte anschaffen, anstatt sich mit den Kindern hinzusetzen. Weil, um nochmal den Bogen zurück zu den Videospielen zu spannen, wo es ja hier im Podcast auch immer darum geht, wo ist das Problem, dass ich mich mit meinem Sohn mal hinsetze und mit dem mal eine Runde Super Mario oder Mario Kart zusammenspiele. Das wäre doch eine tolle Erfahrung für beide. Und das Kind lernt auch, wie viel Spaß das machen kann, zusammen zu spielen, lernt direkt auch ein gutes Spiel kennen und nicht irgendwie ein Spiel, wo einem durch Dark Patterns versucht wird, irgendwie Ingame-Käufe und so weiter schmackhaft zu machen.
SPEAKER_00Ja, also wenn, ich bin natürlich sehr weit davon entfernt, aber wenn ich Kinder hätte, würde ich es glaube ich so versuchen, dass dem Kind halt schon von Jung auf immer, weil es wird ja immer präsent sein, es wird ja im Wohnzimmer wahrscheinlich ein PC stehen und es halt immer ein Handy haben. Also das Kind wird ja immer wissen, dass es existiert, weil man von Jung auf immer Stück für Stück beibringt, wie man damit umzugehen hat. Also das halt, dass man nicht einem glauben sollte, aber sich auch mit dem Kind hinsetzt, gemeinsam einfach mal durchs Internet navigiert oder durch Videospiele, dem das zeigt und sich aber auch Zeit nimmt, wirklich mit dem Kind einfach mal zu spielen, auch außerhalb von dem Bildschirm, auch mal mit dem Kind zusammen zocken, aber den Kindern auch zeigt, dass die echte Welt existiert und den und den, die nicht einfach die ganze Zeit vor dem Bildschirm setzt, damit man sich nicht mehr drum kümmern muss, weil dann kennen die halt auch kein Sozialleben neben dem Handy. So, ich glaube es ist sehr wichtig, dass man mit den, dass man viel Zeit mit den Kindern verbringt, dass sie gerade im jungen Alter lernen, dass es halt super schön ist, mit Menschen gemeinsam was zu machen und sich zu sozialisieren, weil wenn sie, wenn man sich von Kind auf, Kindern auf nicht sozialisiert, es gibt später nicht mehr wirklich einen Grund, weil du halt die ganze Zeit dem ausweichen kannst. Weil du es von Kindern nicht gelernt hast, dann wird sich halt auch nicht interessieren, dein Leben lang.
SPEAKER_01Ja, und ich glaube, wir haben sehr viele auch sehr starke Defizite leider. Jetzt schon und wird noch schlimmer, habe ich das Gefühl. Weil die eben diese Sozialisierung, dieses andere Menschen kennenlernen, Orte der Begegnung aufsuchen, wo man andere Leute trifft. Echte Menschen und nicht nur irgendwie Menschen, die im Discord sind oder so. Das findet halt viel zu wenig statt heutzutage leider. Das ist auf jeden Fall ein Riesenproblem, denke ich. Und ich hoffe, dass es irgendwie besser wird. Also du sagst ja jetzt schon mehrfach, dass du so mit deinen Kumpels und mit Leuten in deinem Alter so gesprochen hast und viele tatsächlich auch zu lange auf den Trichter kommen, das ist alles gar nicht so cool gewesen, dass wir so früh halt so Zugriff auf immer auf alles hatten. Und ja, vielleicht ist es auch wichtig, dass man halt Leute wie dich halt hört, weil ihr seid halt einer der ersten, die jetzt quasi erwachsen geworden sind und die mit den Handys aufgewachsen sind. Und das passiert ja jetzt noch früher mit allen, die nach euch jetzt kommen.
SPEAKER_00Ja, und wir können halt auch absolut nicht wissen, was das halt in der Zukunft für die Generation bedeutet. Also ich bin jetzt 21. So wer weiß, wie Männ, also wie Leute, weil es gibt keine 40-Jährigen, die mit einem Handy um Instagram und so aufgewachsen sind, das gibt es alles noch nicht. Wir können uns noch gar nicht vorstellen, wie sich das auf die Menschen einfach immer auswirken wird. Das sind ja wirklich ein bisschen wie so, wie die Test-Mer, hier, die Testhausen-Generation, wie nennt man das nochmal?
SPEAKER_01Ja, ihr seid so ein bisschen Testobjekte, ja.
SPEAKER_00Und es fühlt sich so ein bisschen so an, als ob man einfach diese Technologie genommen hat, auf uns geschmissen, als wir klein waren und jetzt einfach guckt, was es aus der Generation macht, während halt von Älteren oft einfach so geschossen wird, dass wir faul sind, dass wir nichts mehr machen und dass wir so süchtig davon sind und uns nicht kontrollieren können. Während halt viele in unserem Alter einfach das nie anders beigebracht bekommen haben und jetzt wird so an uns getestet, was das für Langzeitfolgen hat, während wir ein bisschen dafür angegriffen werden, dass wir so geworden sind, obwohl das einfach nur die Realität ist, mit der wir halt groß geworden sind, hat es uns auch nicht anders gezeigt.
SPEAKER_01Ja, das ist auf jeden Fall ein guter Punkt. Ja, dass es an euch mehr oder weniger getestet wird, wie du schon sagst. Getestet worden ist, da kann man euch natürlich auch nicht den Vorwurf machen, weil es ist nun mal auf euch von klein auf runtergekommen. Und genau ein Riesenthema natürlich, was auch noch dazu kam, was ja auch noch voll in deiner ja, du bist ja auch noch jemand, der genau in der Corona-Zeit auch noch jugendlich war tatsächlich, ne?
SPEAKER_00Ja, ich war glaube ich. 2019 bis 21.17 war, hat glaube ich Covid angefangen, circa.
SPEAKER_01Ja.
SPEAKER_00So 16, 17 war.
SPEAKER_01Das hat das Ganze natürlich noch mehr verstärkt, oder? Wie siehst du das? Weil mit der ganzen sozialen Isolation und so.
SPEAKER_00Leute sind ja super sozial isoliert gewesen. Das ist ja, ja, wie lange waren wir eingesperrt? Ein, zwei, drei Jahre, gab es ständig Lockdowns, man hatte auch kaum Möglichkeiten, sich irgendwie draußen miteinander zu treffen. Jeder hat irgendwie auf einmal ein Social Media angefangen, angefangen zu posten oder jeder hat angefangen Brot zu backen aus irgendeinem Grund. Und halt mehr Hobbys gesucht, die alleine sind. Und ich hab das Gefühl, dass die Welt einfach ein bisschen durchgedreht ist und dass wir einfach als Gesellschaft ein bisschen traumatisiert sind. Hab ich auch, ja. Jung bis alt, so Leute sind verschieden stark betroffen. Aber im Endeffekt, es gibt super viele Verschwörungstheoretiker heute. Also egal worüber du redest, sagen wir, Trump wurde ja neulich versucht, als jemand auf Trump geschossen hat, da gibt es ja super viele Leute, die sagen, dass es gestellt, dass es extra so, ohne dass, und jetzt sagen zu wollen, was ich da selber denke. Aber ich hab das Gefühl, Leute versuchen in allem eine Verschwörung zu finden. Und das kommt ja oft durch Schicksalsschläge. Also wenn Leute starke Schicksalsschläge haben, die halt eher durch Zufall passieren, neigen sie dazu, Verschwörungen zu suchen, weil es sehr viel einfacher ist, für deinen Psycho zu sagen, es gab's einen Bösen, es gab's jemanden, der mir das angetan hat, als zu akzeptieren, es hatte keinen Grund, durch Zufall ist mir halt sowas geschehen. Es ist halt so eine Art Coping-Mechanismus. Halt vom Höhen. Und ich habe das Gefühl, dass super vielen Leuten so, dass das halt, sie versuchen einmal Verschwörungen zu sehen oder dass Leute einfach auch nicht mehr miteinander reden können, dass man einfach versucht, überall irgendwelche Feinde zu sehen und so entweder bist du für mich oder gegen mich.
SPEAKER_01Ja. Ich finde das so krass heutzutage, wenn ich, also ich mache ja einen ganz weiten Bogen um Social Media, aber manchmal, wenn ich irgendwie auf YouTube oder so, nur mal so ganz kurz mal in die Kommentare reinschaue, ich bin das so abgefahren, was da, was da, das kommt mir wie eine Simulation vor, ne? Wie können Leute im Internet so miteinander kommunizieren? Und wenn ich dann, also ich bin ja jemand, der sehr wenig im Internet unterwegs ist und sehr viele Menschen halt im echten Leben treffe, durch den Laden hier, ich treffe andauernd neue Leute. Und nie würde irgendjemand dich trauen, mir sowas ins Gesicht zu sagen, wie das, was da im Internet geschrieben wird. Und zwar überall, unter jedem Kommentar, ne?
SPEAKER_00Kennst du die Dead Internet Theory?
SPEAKER_01Nee?
SPEAKER_00Das ist eine sehr interessante Theorie, dass das Internet irgendwann gestorben ist und das ist ein großer Teil, und ich finde das sehr interessant, weil es eher, also es ist eine Verschwörungstheorie sozusagen, aber es hat auch einen Wahrheitsgehalt. Ein großer Teil des Datenflusses auf Internet ist heutzutage auch Bot getrieben und es kam vor ein paar Jahren raus, dass tatsächlich ca. 50% der User im Internet allgemein Bots sind, dann irgendwie überall politische Sachen schreiben, also zum Beispiel auf Twitter sehr stark, generell in Social Media Kommentarsektionen, und super viel im Internet, also super viel von den Kommentarsektionen sind Bots, die politische Hetze posten, keine echten Menschen und darauf antworten dann Bots und die streiten dann auf einem Beitrag, der von einem Bot gemacht wurde. Und es ist halt, du Bots machen einen Beitrag und darunter streiten sich andere Bots und Leute beefen sich die ganze Zeit mit irgendwelchen Accounts und Social Media, die dumme politische Takes posten. Oder es einfach nur dafür da ist, halt Polite Stimmung zu machen und Leute zu radikalisieren. Es ist halt super viele Interaktionen, die du siehst im Internet, du interagierst ja nicht mit den Leuten, aber super viele Streitigkeiten, die du siehst, da ist entweder ein Bot dabei oder da streiten sich zwei Bots gegeneinander. Und es ist so eine Shit-Show.
SPEAKER_01Würde auf jeden Fall halte ich auch für relativ realistisch, dass das teilweise zumindest so sein kann. Weil ich kann das gar nicht mehr glauben, was ich da in diesen Kommentarzeilen lesen. Also das ist für mich so irre, weil ich, also ich denke mir immer, entweder die Leute sind Leute, die noch nie in ihrem Leben mit echten Menschen geredet haben, die sowas schreiben, oder es sind eben Bots. Weil das würde sich doch nie jemand trauen, um anderen Menschen an den Kopf zu werfen, was da teilweise geschrieben wird.
SPEAKER_00Ja, die Leute haben diese Gedanken ja auch im Alltag, aber Anonymität zeigt halt viel mehr den echten Charakter eines Menschen.
SPEAKER_01Ja, ich weiß nicht. Vielleicht ist es auch andersrum und das Internet holt halt das Schlimmste aus den Menschen halt raus.
SPEAKER_00Da bist du mehr das Gefühl, dass das Internet mehr, also dass uns. Komisch zu erklären, aber ich hab auch nicht wirklich das Gefühl, dass das Internet uns so kaputt gemacht hat. Also schon, aber dass es nicht das Problem ist, sondern einfach nur ein Symptom davon, wie das Internet heutzutage ist, also dass wir halt immer extremer werden, dass wir immer weniger anderen Leuten vertrauen und dass ich hab das Gefühl, das Internet verstärkt das einfach nur, aber das ist schon irgendwo in uns drin. Es holt halt nur dieses Schlechte, wie so ein Megafon wird das.
SPEAKER_01Ja, ja, nee, das ist auch genau das, was ich meine. Das holt das Schlechte aus den Menschen raus. Neid beispielsweise, ne? Es wird extrem verstärkt durchs Internet, Social Media. Geht es ja nur noch darum, der soziale Vergleich, andauernd. Leute haben da ja so ein Problem mit, dass andere irgendwie da besser aussehen. Aber trotzdem können sie da nicht weggucken und müssen sich da anmelden und da mitmachen bei diesem Schwachsinn.
SPEAKER_00Ich meine, es ist ja auch viel einfacher zu sehen. Also früher, du hattest natürlich schon immer Celebrities, du hattest einen, keine Ahnung, eine Kim Kardashian. Genau, Kim Kardashian. Und sowas gab es ja schon immer, dass es so super aufgepunkte Models gab mit ihren tausend Schönheit OPs. Aber heutzutage kannst du ja wirklich viel mehr als nur ausgewählte Celebrities sehen. Es gibt tausend Influencer, die dann in guten Licht stehen mit filtern oder so, die halt, wo es halt wirklich besser sind als du. Du hast viel mehr Leute, mit denen du dich vergleichen kannst, hast viel mehr das Gefühl, dein Leben is beschissen as this from them, whether Leute have forgotten that social media nurse-name is ducks halt einen komplett beschissenen Tag haben, alles läuft schief, aber du machst dir ein geiles Essen, richtet das schön an, machst du ein Bild davon, das dauert zehn Sekunden, lädst das in deine Story auf und Leute sehen nichts von deinem ganzen stressigen Alltag, sondern nur diese 10 Sekunden, wo du etwas Leckeres auf den Tisch hattest und denken, warum ist mein Leben nicht so geil, warum kann ich es mir jetzt nicht irgendwas geiles gönnen?
SPEAKER_01Ich hab das Gefühl, die meisten checken das, aber trotzdem können die nicht widerstehen, dabei mitzumachen.
SPEAKER_00Ja, natürlich, es ist halt auch irgendwo, sieht es mit anderen, wir sind ja nicht dafür gemacht, dass wir uns jederzeit mit allen Menschen vergleichen können. Genau, das meine ich. Das sollte doch eigentlich klar sein, oder? Dir ist das klar, oder? Leuten, klar, ist halt in uns drin, aber.
SPEAKER_03Ja, ich weiß nicht.
SPEAKER_00Wir sind nicht dafür gemacht, dass wir mit so vielen Menschen gleichzeitig interagieren können.
SPEAKER_01Ich weiß nicht, ob ich das gelernt habe oder ob das nicht so stark in mir drin ist, aber ich bin immer wieder verwundert, wie sehr andere Menschen generell ihr eigenes Glück von äußeren Umständen abhängig machen. Also mir ist hundertprozentig klar, dass alles, was da draußen passiert, ist ja nicht das, was in mir drin passiert. Also alles muss ja aus mir heraus entstehen. Und daraus, das ist halt das, was echt ist. Und die äußeren Einflüsse, die sind ja eigentlich nicht das, was in mir drin ist, letztendlich. Und das ist, glaube ich, ich weiß nicht, ob vielen Leuten das gar nicht klar ist oder wieso die das so an sich ranlassen. Also mir wäre es scheißegal, was im Internet passiert letztendlich, solange ich ein paar gute Freunde habe und eine gute Zeit im Hier und Jetzt.
SPEAKER_00Ja, es ist aber auch hart, weil es ist halt, du siehst wirklich den ganzen Tag, Leute sind super unzufrieden mit sich selber und du siehst den ganzen Tag, dass es Leute in deinem Alter ohne Grund besser geht als dir, die haben das bessere Haus, mehr Geld, mehr alles. Du kannst dir so oft sagen, wie du willst, dass das nicht echt ist, dass social media einfach nicht echt ist. But that's genau wie wenn ich dir sage, ey, das ist nicht böse gemeint und sag dir jeden Tag, dass du dumm bist. Irgendwann glaubst du aber auch, dass du dumm bist. Wenn die wirklich 100 Leute jeden Tag sagen, dass du dumm bist, du kannst dir so oft sagen, wie du willst, dass das nicht stimmt, irgendwas wird das schon mit dir machen. Das ist halt, egal wie bewusst du das bist, wenn du den ganzen Tag damit konfrontiert bist, dann wird das halt schon irgendwie was machen im Endeffekt.
SPEAKER_01Ja, sollte man sich auf jeden Fall mal gut überlegen, ob man sich dem aussetzen will. Also wenn mir jeden Tag Leute im echten Leben sagen würden, um ein Beispiel zu bleiben, dass ich dumm bin, dann würde ich das halt, würde ich diese Leute meiden, ne? Und genauso würde ich halt auch Social Media meiden, wenn ich merke, dass mir das selber nicht gut tut, tatsächlich, ne?
SPEAKER_00Ja, das ist halt die Kunst dabei, wie viel sollte man Social Media auch benutzen, damit man auch irgendwie Teil von, also noch irgendwie ein Sozialleben da in die Richtung hat und wie viel ist zu viel, das ist schwer zu sagen.
SPEAKER_01Wie gehst du damit um?
SPEAKER_00Ich erwische mich super oft dabei, dass ich halt sehr viel am Handy bin, sehr viel dann auf so Insta oder YouTube oder so scrolle, wenn ich halt.
SPEAKER_01YouTube bin ich auch anfällig für geworden, ja.
SPEAKER_00Ja, das ist schlimm. Das ist super oft, wenn ich nicht weiß, was ich sonst tun soll. Und versuche einfach mich zu beschäftigen. Also dass ich dann irgendwie rausgehe, spazieren, irgendwie ein gutes Musikalbum anmache und das irgendwie anhöre. Oder keine Ahnung, dann merke ich, dass ich gerade eh nur am Scrum bin und kann geh mal ins Hüttenstudio oder versuche dich mit Freunden zu treffen. Aber jedes Mal, wenn ich zu Hause sitze und nicht aktiv was zu tun habe, ist halt die Versuchung sehr groß, ans Handy zu gehen. Dann auch sehr viel mehr am Handy, als ich halt gerne wäre. Wenn ich über die Stimmen mindestens drei, vier Stunden am Tag sitze ich nur rum. Und das ist, ich bin da relativ niedrig von. Ja, ja, ich wollte gerade sagen, das ist unterdurchschnittlich. Ja, früher waren drei, vier Stunden Screentime crazy. Heutzutage denken Leute, du benutzt nicht mal dein Handy, wenn du drei, vier Stunden Screentime hast. Leute fragen dich, wofür du überhaupt eins hast.
SPEAKER_01Das ist schon echt extrem, ja. Gut. Ich gucke gerade mal, was ich mir noch aufgeschrieben hatte. Ja, also was wäre dein Tipp dann für werdende Eltern oder junge Eltern, die jetzt junge Kids haben und es noch steuern können? Ja gut, hast du ein bisschen schon gesagt, mit den Kindern dann zusammen.
SPEAKER_00Also zusammenfassen, die können das Beste, was ihr für eure Kinder machen könnt, ist denen halt eine Welt zu zeigen, wo es halt besser ist, anstatt denen das verbieten zu wollen, wie es nicht, also denen das verbieten zu wollen oder dir von wegbringen zu wollen, weil das Beste, was sie machen könnt, ist den Kindern zu zeigen, dass es halt auch was Schöneres gibt, dass sie dann auch freiwillig halt mehr mit Leuten machen und halt gerne draußen sind. Also die halt wirklich auf den Geschmack davon kommen zu lassen, ist halt glaube ich das Beste, denen einfach eine Alternative zu zeigen. Dass sie auch wissen, was sie sonst tun können.
SPEAKER_01Ja. Genau. Ja, gibt es sonst noch was von deiner Seite, was wir noch nicht angesprochen haben zu dem Thema?
SPEAKER_00Ich habe eine lustige Geschichte zumindest, weil mir das einfällt, das habe ich neulich in so einem Podcast gehört tatsächlich. Da gab es ein indigenes Volk und die haben dann durch diese Starlink-Satelliten von Elon Musk, wo du jetzt überall Internet haben kannst, haben die so einem indigenen Volk, haben die halt Internet verschafft und dann hat sich irgendwann der Stammesführer beschwert, dass die Männer auf einmal den ganzen Tag nur am Handy sind, Pornos gucken, dass sie das sexuelle, also dass die auch sehr viel mehr sexuell aktiv geworden sind seitdem und dass sie ihr Leben nicht mehr im Griff haben und dann hat er halt super schnell das Internet reduziert auf, glaube ich. Morgens ein paar Stunden, abends ein paar Stunden und sonntags den ganzen Tag. Und der hat das kommentiert mit, mein Volk lernt die Wege des weißen Mannes.
SPEAKER_01Ja, das ist schon krass. Ja, ist auf jeden Fall spannend. Genau. Ja, in dem Sinne. Schön, dass ihr hier dabei geblieben seid. Und wenn ihr mal Bock habt, vorbeizukommen, ein paar Leute zu treffen, dann kommt uns hier besuchen im Core-Gamer-Treff. Hier sind immer Leute, die Bock haben, mit euch was zu zocken.
SPEAKER_00Ihr könnt auch hier Doomscrollen, keine Sorge, man kann es einfach hinsetzen.
SPEAKER_01Und manchmal machen wir tatsächlich auch was anderes als zocken. Das kommt ja auch schon mal vor. Wir waren zum Beispiel, spielen neulich mal Bowler zusammen. Und im Sommer werden wir auch mal wieder grillen gehen, ordentlich, denke ich mal. Und wir wollten mal Badminton spielen gehen, demnächst.
SPEAKER_00Es muss mal mitkommen, wenn ihr grillen geht. Ich war, glaube ich, gar nicht dabei bis jetzt.
SPEAKER_01Nee? Jeden Sommer immer mindestens einmal grillen gegangen.
SPEAKER_00Ja, ich weiß, dass es ja oft im Sommer oft grillen wird, aber irgendwie immer nur genau damit keine Zeit habe, wirklich, als ob das geplant wäre.
SPEAKER_01Ja, das kriegen wir dieses Jahr auf jeden Fall bestimmt mal hin. Also ich bin auf jeden Fall, sobald jetzt die Sonne rauskommt, habe ich richtig Bock grillen zu gehen. Ja, in dem Sinne, danke, dass du hier heute mein Gast warst, Barsch, und bis zum nächsten Mal. Ciao, ciao. Ciao.