Core Gamer Treff Podcast

Podcast Interview mit (STP)Rock der Virtua Fighter Legende aus Deutschland

machomanmo Season 1 Episode 54

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Wir waren dieses Wochenende erneut mit vielen CGT Supportern auf dem Bare Knuckle Altona Wintersaga Event in Hamburg und haben uns dort ordentlich in diversen Fighting Game Turnieren auf die Mütze gehauen.
STP Rock alias Darius erzählt im Podcast Interview, wie er von kleinster Kindheit an seine große Freude an Videospielen gefunden hat, die bis heute anhält.
Wir erfahren tolle Einblicke in die Anfänge der deutschen Fighting Game und Virtua Fighter Community. Er erzählt von seinen Erfahrungen in Japan sowie bei den World Cyber Games 2009 und 2010, wo er als Deutscher Vertreter gegen die besten Virtua Fighter 5 Spieler weltweit antreten durfte.

Intro Soundtrack:
Artist : chibi-tech
Album : Psyvariar THE MIX
Release date: 2008

Mid-Roll Soundtrack:

Sonorode - NES Cafe

Dieser Podcast dreht sich um den Core Gamer Treff - ein Treffpunkt in Mönchengladbach NRW für volljährige Fans von lokalen Multiplayer Spielen.

Wir haben unseren eigenen privaten Treffpunkt, wo wir regelmäßig zusammen kommen, einfach nur so zum Spielen, Quatschen und Spaß haben.

Und auch ihr seid herzlich eingeladen dabei zu sein!
Also kommt uns doch einfach mal besuchen. Wir öffnen regulär jeden Dienstag ab 17 Uhr Freitags ab 17 Uhr und Samstags ab 14 Uhr und darüber hinaus veranstalten wir auch regelmäßig Special Events.

Kommt einfach in unser Discord oder schaut auf unserer Homepage vorbei, um mehr über uns zu erfahren.

mo

Willkommen zurück im Chorgamer Treff Podcast. Wir sind hier heute auf dem Bernackel-Altona Wintersager, dem zum dritten Mal auf dem Fighting Game-Event in Hamburg. Es ist Januar 2025. Wir sind mit einigen Leuten hier angereist und verbringen ja das Wochenende, um hier auf dem Fighting Game-Turnier, ja, mit diversen Leuten zu zocken, in Turnieren teilzunehmen und so weiter. Und ja, wir haben schon viele interessante Leute kennengelernt und wir spielen ja gerade auch ein bisschen Wirtschaft Fighter V, vorbereitend auf das neue Wirtschaft Fighter 6. Und ja, da haben wir gestern uns mit dem SCP-Rock zusammengetan, der jetzt zu meiner Rechten sitzt. Das ist ein richtiger Oldschool-Fighting Game-Spieler, der Wirtschaft Fighter V schon viele, viele Jahre in Deutschland competitiv gespielt hat. Und ja, wir haben uns da einiges von ihm zeigen lassen gestern. Und ich habe ihn jetzt spontan gefragt, ob er Bock hat, hier im Podcast ein Interview zu geben, weil es doch sehr interessant ist, was er so erlebt hat und wie lange er schon dabei ist. Ja, für alle, die dich nicht kennen, stell dich doch bitte einmal vor, wie alt bist du, wo kommst du her und was machst du so in der Fighting Game-Szene?

SPEAKER_00

Ja, moin, vielen Dank, dass ich dabei sein darf. Ich bin Darius, auch bekannt als STP Rock oder nur ROC oder Eisenbügelhammer auf Steam. Ich bin 42 Jahre alt, bin in Hamburg geboren, hier aufgewachsen, lebe immer noch hier. Ja, ich habe Japanologie studiert, habe ein großes Interesse an Japan und auch an Videospielen und natürlich auch an Fighting Games schon schon lange. Ich liebe das Neo-Geo, ich liebe vor allem Fattle Fury, Garo, Mark of the Wolves und natürlich auch Waterfighter, das sind so meine Lieblingsgames.

mo

Ja, cool, direkt mal sehr viel sehr interessant und da haben wir schon sehr viel gemeinsam. Ich stehe nämlich auch genau auf diese Dinge. Neo-Geo, SNK, Sega, das sind so total meine Lieblingsfirmen und auch Fighting Game-Spiele tatsächlich. Ja, aber erzähl doch mal von Anfang an, wie bist du zu Videospielen gekommen, von frühester Kindheit wahrscheinlich, und dann zu Fighting Games und dann speziell zu Wirtschaftfighter, was ja heute hier der Fokus im Podcast sein soll.

SPEAKER_00

Ja, da kann man natürlich weit ausholen, aber ich mache es mal kurz mit der Liebe zu Videospielen. Ich habe einen Gameboy bekommen, ein Super Nintendo und dann nahm alles seinen Lauf. Ich habe Street Fighter 2 gespielt, auf dem Super Nintendo, PAR-Version. Und irgendwann hat man mir halt ein Neo-Gio CD gezeigt und dann dachte ich so, wow, nice, geil, ich auch. Und dann hat man, dann habe ich gemerkt, okay, Neo-Geo-Modulkonsole ist schon geiler, also weniger Ladezeiten. Und ja, dann bin ich halt, da war ich richtig hockt. Also da habe ich sowas vom Blut gedeckt und Neo-Geo war dann der Pfad, den ich beschreiten wollte. Und so bin ich dann halt immer weiter reingekommen bei Fighting Games und dann hat mir ein Freund Virtor Fighter 4 gezeigt. Ich kannte zwar schon Virto Fighter 3 vom Dreamcast, aber das habe ich noch mit Pat gespielt, ganz casual, ohne mir viel dabei zu denken. Und bei Wortof Fighter 4 ist Klick gemacht und mit einem Freund, einem guten Freund, mit dem spiele ich schon seit Jahrzehnten. Und ja, mit dem haben wir uns da so hochgeschaukelt, trainiert, uns Videos angeguckt, auf Wuttorfighter.com und durchgelesen, was man beachten muss. Und da haben wir uns richtig reingefuchst und ja, das so hat sich das halt entwickelt mit Virtorfighter und ja, später haben wir dann immer mehr Leute kennengelernt und ja, so sind wir jetzt hier.

mo

Du hast gerade schon Virtualfighter.com erwähnt. Du warst, glaube ich, auch relativ früh bei hartage.org dabei, wenn ich das richtig in Erinnerung habe, in dem Forum, als ich 2009 dazugekommen bin mit Street Fighter IV, gab es aber nur noch so Legenden. Ich glaube, zu lesen gab es da nicht mehr viel von dir. Wie sehr hast du dich über diese Online-Sachen mit Leuten vernetzt? Online-Gameplay gab es ja damals nicht. War das wahrscheinlich eine ganz andere Zeit? Da hat man dann so ein bisschen Tech ausgetauscht oder hat man die Leute auch getroffen damals schon? Wie war das bei euch so, als ihr angefangen habt zu spielen? Hat man sich getroffen mit mehreren Leuten, so wie jetzt hier, so ein Local, wie wir heute sagen, oder war das mehr so ein zwei, drei Mann in irgendwelchen Buden von Leuten privat dann?

SPEAKER_00

Also du hast es ja jetzt nochmal erwähnt, Hard Edge, das war eine wichtige Anlaufstelle, wofür ich halt auch dankbar war. Vor allem für den, also dass es diese Seite damals gab und ich denke da vor allem an Terry, der den, der die Seite, glaube ich, betrieben hat. Ich weiß nicht, wie es jetzt aktuell aussieht. Ja, darüber habe ich die ersten Bekanntschaften geschlossen. Eigentlich außerhalb dieser, also ich hatte ja meinen Freund Sven, auch bekannt als Kaodo, der, mit dem habe ich die ganze Zeit gespielt. Und über Hard Edge haben wir dann die nächsten Schritte gemacht und haben noch mehr Leute kennengelernt, die auch an Fighting Games interessiert waren, natürlich. Und dann war ich zum Beispiel auf dem Maniac-Forumstreffen, ich glaube, das war damals in Bonn. Und da habe ich auch Terry mal persönlich kennengelernt, er hatte sein Neo-Geo dabei. Und es gab noch ein paar Leute aus Norddeutschland, mit denen ich keinen Kontakt mehr habe. Die haben mir auch nochmal Voter Fighter 4 ein bisschen gezeigt und Sachen, die ich damals noch nicht konnte. Ich habe selber noch auf Pad gespielt, zu der Zeit. Und dann wollten sie mir das mit dem Arcade-Stick schon schmackhaft machen. Und da war ich, da habe ich halt schon mehr Leute kennengelernt. Und dann natürlich, darf ich nicht vergessen, die gute Hamburger Community habe ich jetzt, die wir hier auch auf dem Bernackel sehen, also CMA, Fred, also Cyber Hippie, ist er ja, auf Hardedge, glaube ich, die habe ich halt auch über Hardedge kennengelernt. Und dann bin ich da, da habe ich den Adlerklaue, mit der hat mich dann halt vorgestellt bei Fred. Und da haben wir dann halt Neo-Gio gespielt und da seitdem, wenn wir Fighting-Games spielen, treffen wir uns halt und zocken dann. Natürlich haben wir da doch längere Pausen mal zwischendurch, aber wenn uns etwas flasht, dann finden wir immer zueinander und haben dann halt auch viel Spaß. Und dann kommen natürlich weitere Impulse, so, hey, kennst du noch die aus der Stadt oder die aus der Stadt und dann, weißt du, dann nimmt alles seinen Lauf. Aber ja, Hard Edge war eine wichtige Station und hat auch viel Spaß gemacht. Ich bin jetzt aktuell nicht mehr so aktiv, weil ich halt auch teilweise ein paar Jahre immer Pause mache mit Fighting Games und aber immer wieder zurückkomme. Also ich komme immer wieder irgendwie zurück, sei es jetzt nun auf Neogio oder jetzt bei Wurdofighter. Und das waren so die ersten Stationen bei Wurtofighter.com. Da waren halt die ersten Schritte, um halt wirklich neue Sachen zu lernen, um Wutterfighter gut zu spielen. Denn früher gab es ja noch keine großen Anleitungen oder Guides, mit denen man hier wirklich viel was anfangen konnte. Aber das war ehrlich gesagt ein bisschen furchtbar, die erste Erfahrung mit Wurdofighter.com, weil die Seite halt weniger optimiert war als heute und du hattest erstmal überhaupt keine Ahnung, worüber die da reden. Also die benutzen dann halt so Abkürzungen, von denen, da musst du halt rätseln, was meint er denn mit DLC? DLC, also damals hat man noch nicht an Downloadable Content gedacht, sondern DLC, weil die Abkürzung für Dragon Lance. Das ist eine Kombination, eine berühmte von Akira, die ziemlich cool aussieht. Oder halt auch Sport. Sport, was ist Sport? Das ist jetzt kein Punkt oder so, das ist halt auch eine Angelskombination von Akira. Die Stun Palm of Doom, das sind halt jetzt englische Übersetzungen der japanischen Techniken. Und da musst du halt erstmal drauf kommen. Aber die haben halt nur so geredet und man hatte keinen Plan, was das soll, aber irgendwann, irgendwann hat es dann gereiht. Ja, und so hat man dann immer mehr Leute kennengelernt. Ich war auch bei ICQ und ich war ja irgendwann mal in England, 2004 auf The Absolution. Da waren auch so Leute wie Daigo oder Ryan Hart. Da wurde Street Fighter gespielt, Rutterfighter und da hat man auch Leute kennengelernt. Aus Belgien, aus England, aus Japan, aus Finnland. Und bei ICQ hat man sich dann auch noch ein bisschen vernetzt. Und ja, so wurde das dann halt immer mehr. Und ja, später kam noch das Next-Gam, Forumstreffen hinzu, aber ich sag mal, die Core-Wirtorfighter-Leute, die waren dann halt eher schon auf virtualfighter.com und natürlich auch einige auf Hardedge. Aber ja.

mo

Ja, auf jeden Fall mega interessant, wie lange es Hardedge schon gibt. Ich habe diesen Terrier auch nie kennengelernt, der sozusagen der Urvater von Hardedge ist, wenn ich das. Wobei er hat es, glaube ich, auch nochmal von jemandem übernommen oder sowas. Auf jeden Fall ist es super interessant, wie viele Leute sich über hartage.org kennengelernt haben, heute noch kennen und was daraus alles entstanden ist. Und ja, was es alles für eine Legacy hat. Heutzutage sind ja viele Leute gar nicht mehr mit Hardedge groß vernetzt, haben ihre eigenen lokalen Communities gegründet. Aber ich habe ganz oft Gäste im Podcast oder Leute, mit denen ich spreche, oder auch Leute, die ich kennengelernt habe, die zu mir in den Laden kommen, ja, wir haben uns über Hardedge.org kennengelernt. Ganz viele. Also diesem Forum verdanken ganz viele Leute in Deutschland, die Fighting Games spielen, eine ganze, ganze Menge und das sollte man auch echt nie vergessen. Ohne das hätte es das vielleicht alles gar nicht gegeben damals. Ja, wie ist dein Lernprozess grundsätzlich, wenn du ein neues Fighting-Game anfängst? Hast du da irgendwie spezielle Techniken? Was für ein Typ Lerner bist du grundsätzlich dann?

SPEAKER_00

Also erstmal, das hängt immer sehr damit zusammen, was ich an dem Spiel gut finde. Und zwar vom Audiovisuellen her. Was finde ich cool an dem Game. Was finde ich stylisch. Also man muss es mir schon erstmal präsentieren. Ich brauche Trailer, ich brauche Gameplay-Szenen. Und am besten brauche ich auch gleich schon Input von Pro-Spielern. Früher waren es halt immer japanische Spieler, wo es das Spiel zuerst in der Arcade gab, wo man zuerst gesehen hat, okay, so spielt man dieses Spiel, bevor das überhaupt hier erschienen ist. So war das früher. Und dann dachte ich mir so, wow, geile Kombo. Möchte ich auch machen. Und dann tatsächlich, es muss mir halt wirklich, der Stil muss mir halt sehr zusagen. Es muss stylisch sein. Für mich. So darüber komme ich da rein. Und hole mir da meine Motivation daraus. Und tatsächlich will ich dann halt erstmal die coolen Moves durchdrücken, ein paar leichte Kombos. Und dann spiele ich einfach. Ich spiele gegen die CPU, Arcade-Modus. Und will das natürlich aber auch schnell mit anderen Leuten spielen. Also auch gleich Versus-Erfahrungen sammeln. Und dann geht es auch schon los mit, ja, was sind die, was sind die Hauptfeatures dieses Fighting Games? Ja, wie wirft man, wenn es jetzt ein 2D-Beat'em'up ist, kann man halt so einen Shoto-Style durchspielen oder dieses Footsi-Gameplay, also ist das hier von Bedeutung oder gibt es halt ein sehr spezielles Feature? Also ein ganz besonderes, das man beachten muss. Ja, und das werde ich, das verändere ich mir schon, versuche ich mir schnell zu verinnerlichen. Also die Features, die dir wirklich einen Vorteil bieten und die das Spiel unique machen, ja, das versuche ich mir auf jeden Fall auch schnell anzugucken. Und früher habe ich mir noch Guides gekauft, also richtige Bücher. Also zu Wutterfiler zum Beispiel halt gab es auch richtige Guide-Bücher mit Framelisten und halt auch so Setups, die waren schon ziemlich gut. Also das war, das geht schon über Einsteigerguides für andere Spiele weit hinaus. Aber diese Bücher habe ich schon lange nicht mehr gesehen. Ich habe noch eins von Final Showdown zum Beispiel zu Hause, aber er ist jetzt halt nicht mehr aktuell, dadurch, dass es jetzt Version 2.0 gibt. Ansonsten klar, gucke ich mir im Internet Sachen an, Gameplay-Videos aus Japan, gucke ich mir auch gerne an, weil ich da halt auch so Sachen rausgezogen habe, die kennt man hier nicht. Von japanischen Spielern. Und ja, Wuttoffighter.com ist natürlich, da gibt es richtige Community Manager für die Charaktere jeweils. Und die tragen neue Sachen sehr schnell zusammen. Also wenn es so eine Anlaufstelle gibt, auch für ein anderes Beat'em'up, gucke ich mir das auch an. Und dann gibt es ja, glaube ich, noch so Seiten wie Know Your Tech oder so. Ich komme auf die Namen nicht mehr, aber ich weiß noch bei Samurai Showdown, also bei dem neueren, da wurden dann halt auch so Setups und Option Selects und kleine Kombos gezeigt zu einem bestimmten Charakter und dann kann man das sehr schnell sich einholen. Und genauso X, ehemals Twitter, wird auch sehr viel von Fighting Game Fans gepostet. Das ist auch der einzige Grund, warum ich noch auf X bin, sonst wäre ich da, glaube ich, schon weg. Ja, das ist so im Großen und Ganzen meine Herangehensweise, also mehr oder weniger strukturiert. Ich sehe mich da ehrlich gesagt nicht. Also für mich ist das jetzt keine besonders professionelle Herangehensweise, aber es ist auch nicht mein Anspruch. Aber ich will halt schon ein Spiel dann halt möglichst schnell auch einigermaßen gut können, aber wenn ich viele Fehler mache, ist es auch okay, dass lange Spaß bringt und die Kombos immer noch stylisch sind.

mo

Kannst du gut verlieren? Und wie gehst du mit Niederlagen um? Hast du da irgendwie eine spezielle Technik für dich oder bist du da besser drin geworden über die Jahre? Wie gehst du mit Verlieren um?

SPEAKER_00

Schönes Thema. Ich muss sagen, früher konnte ich nicht so gut trainieren. Also das kann ich schon mal festhalten. Also ich konnte es halt wegstecken, muss man ja auch. Aber es hat auch mal wehgetan. Und es ist halt ein Scheißgefühl gewesen. Und ja, also ich erinnere mich noch an Partien, wo es dann danach nur geschwiegen wurde. Und also gerade wenn ich halt mit einem Freund gespielt hatte und man spielt zwei, drei Stunden und man hat kaum ein Wort gewechselt. Und dann halt der eine mal ein bisschen mehr verloren hat, das ja, das hat so ein bisschen Spuren hinterlassen, ist leider so. Aber es hat halt auch motiviert, es hat auch nichts daran geändert, dass man dass man halt Freunde bleibt und man trifft sich halt auch wieder und es spornt halt auch an. Und es hat sich über die Laufe der Jahre, ich meine, ich spiele jetzt über 20 Jahre Fighting Games, hat sich halt schon ein bisschen gewandelt. Also man ändert sich ja selber auch und entwickelt sich. Verlieren kann sich immer noch scheiße anfühlen, absolut. Aber es ist mittlerweile schon was anderes. Also manchmal denke ich mir halt so, ja, Schwamm drüber. Manchmal denke ich mir so, scheiße, warum hast du mich denn damit jetzt besiegt? Also nicht so, aber nicht bitte nicht so. Komm, noch eine Partie. Geh jetzt bloß nicht offline. Das gibt es natürlich auch noch. Also wenn du halt erstmal wieder Blut geleckt hast und halt leidenschaftlich dabei bist, dann sind Niederlagen auch nicht immer egal. Aber natürlich, also ich raste jetzt nicht so richtig aus, aber ich ärgere mich schon manchmal noch so ein bisschen. Aber ich sag mal, bei den Offline-Sessions habe ich das schon lange nicht mehr gehabt, dass ich bei Niederlagen dann, glaube ich, negativ reagiert habe. Ich habe auch, glaube ich, noch nie einen Controller kaputt gemacht und Leute jetzt irgendwie beleidigt oder so. Aber ja, Niederlagen, ich war früher mal phasenweise ein schlechter Verlierer. Aber nicht immer. Und ich glaube, es ist besser geworden. Ja, ich. Also ich meine, ich verliere jetzt, also ich spiele jetzt seit zwei Wochen mit der Wurterfighter und ich verliere jeden Tag. Also ich, wenn ich online spiele und ich bin wieder mit so einigen europäischen Spielern zusammen in einer Lobby, dann ja, dann muss man sich halt damit abfinden zu verlieren. Ist halt einfach so. Und ich habe letztens gegen einen gespielt, da war meine Quote drei Siege, 15 Niederlagen. Ist jetzt auch nicht so geil. Und ich habe auch schon mal in Worto Fighter 50 Matches hintereinander verloren. Gegen einen anderen Spieler in Europa. Das hätte ich einfach früher aufhören müssen, weil ich dann zu verbissen war und dann halt wenigstens diesen einen Sieg holen wollte. Da muss man einfach früher aufhören, eine Pause machen, weil du sonst versteifst und dann geht es nur noch ums Gewinnen und nicht mehr darum, irgendwie den eigenen Matchplan wirklich zu ändern und besser zu spielen. Es geht nur darum, um zu gewinnen. Und das ist dann eigentlich nicht mehr gut. Also es kommt halt immer mal wieder vor, dass das Verlieren einfach sich scheiße anfühlt. Aber es kennen, glaube ich, alle.

mo

Ja, ich kenne es auf jeden Fall persönlich auch und ich finde es immer wieder spannend, Leute das zu fragen. Digo hat ja mal gesagt, das Schwerste an einem Fighting Game ist, eine Niederlage wegzustecken und das einfach so hinzunehmen ohne Wenn und Aber. Wobei das auch schwierig ist, weil ich kenne es auch, wenn es einem egal wird zu verlieren, dass es auch schlecht ist. Also man braucht ja auch irgendwie diesen Peaks. Es darf einem ja auch nicht egal sein, weil man will ja auch besser werden. Wenn es einem komplett egal ist zu verlieren, ist es auch schlecht. Also man muss irgendwie so den Mittelweg finden, habe ich so, für mich rausgefunden. Ja, ich bin ja jetzt auch schon seit 2009 dabei und du noch wesentlich länger hast ja eben gesagt, über 20 Jahre. Ich glaube, ja, das sind ja fast dann Richtung 30, ne? Wenn ich beobachte, wie unterschiedlich schnell Leute Fighting-Games lernen, das ist schon manchmal beeindruckend. Gerade junge Leute, die jetzt in die Szene kommen, wie schnell die zum Beispiel Street Fighter 6 lernen, wo ich seit 15 Jahren Street Fighter spiele und wie schnell die da reinkommen und ausschließen, was denen da in die Wiege gelegt wurde an Talent, was hältst du von der Idee, wie groß, was für eine große Rolle spielt Talent wirklich und was ist am Ende dann doch purer Fleiß? Was ist da so deine Beobachtung?

SPEAKER_00

Also, Talent. Wenn wir über Fighting Games reden, habe ich auf jeden Fall schon jüngere Leute gesehen, die auch sehr schnell gelernt haben, ein Spiel zu spielen und sehr schnell gut geworden sind, aber es ist, ich finde, es ist trotzdem noch zu sehr extrem großem Teil eine Einstellungssache und eine Fleiß-Sache, wie du ein Spiel lernst. Also ich nehme mal ein Beispiel, der eine, da gibt es einen, der spielt nur offline, ja, oder halt nur online auf der Playstation, und der andere spielt bei Fight Cade auf PC und legt sich gleich mit besseren Leuten an. Eigentlich schon zu sagen, ich vernetze mich mehr, geh auf Leute zu, such mir die besten Leute und spiel mit denen. Einfach nur dieser Schritt macht schon so unglaublich viel aus, weil du ohne, dass du jetzt in den Practice-Modus gehst, sondern einfach nur mit Leuten dich triffst und ja, mit denen spielst und da eigentlich Learning by Doing in den Kämpfen deine Erfahrungen sammelst, kannst du unglaublich schnell viel besser werden. Und sehr viel lernen. Und andere Leute geben dir auch Tipps. Also vielleicht nicht jeder, aber zum einen lernst du durch das Spielen selber, aber auch durch den Austausch. Also wenn ich mich daran erinnere, ich durfte ja mal Fodo treffen und auch mit ihm spielen. Und er hat mir halt auch für meinen Charakter so ein paar Sachen gezeigt. Hätte ich die mal Jahre zuvor gewusst, ey. Also das waren halt schon so krasse Tipps. Und da brauchen wir gar nicht über Talent sprechen. Also für mich stellt sich da irgendwie jetzt erstmal gar nicht die Frage. Also, ob jemand jetzt talentiert ist. Also Es gibt natürlich Leute, vielleicht, die auch einfach so mit den Steuergeräten einfach, also mit einem normalen, schlichten Arcade-Stick, einfach super gut zurechtkommen und ein gutes Gefühl dafür haben. Vielleicht ist da, kann man da ein bisschen von Talent reden, also dass man intuitiv gleich in den ersten Wochen super gut die Richtungen spürt und so, ne? Mal unabhängig davon, welche Teile darin jetzt verbaut sind. Und auch einfach diese Motorik, da kann ich es mir ein bisschen vorstellen, aber dieses ganze Fighting-Game-Konzept, dieses Spielsystem lernen und so, das ist halt extrem viel Fleiß und man muss da auch aktiv werden. Also zum Beispiel, also ich meine, du könntest halt auch ein Fighting-Game lernen, ohne dich mit jetzt mit Frames auseinanderzusetzen. Du könntest es auch einfach fühlen, wenn es in dem Spiel halt gut rüberkommt, wann du im Vorteil bist und wann du im Nachteil bist. Und dann sammelst du die Erfahrungen. Dann spielst du einfach ganz viel gegen Top-Spieler und dann weißt du, was garantiert ist und was nicht garantiert ist. Ist theoretisch möglich, aber ich denke, du würdest schneller vorankommen, wenn du dich halt dann auch zum Beispiel ein bisschen tief gehen und damit auseinandersetzt, wann ist wirklich, wann sind es hier so und so viele Frames, wie viel Nachteil ist das hier, kommst du halt, denke ich, schneller voran. Also sonst musst du einfach sehr, sehr viel spielen. Aber ich glaube, viele Japaner zum Beispiel, auch die sehr gut sind, haben einfach viel gespielt, ohne die Frames zu kennen. Aber die haben dafür einfach sehr viel gespielt und immer gegen extrem gute Leute. Und das ist halt auch ein Weg. Aber ich spreche da jetzt ehrlich gesagt auch nicht mehr über so viel über Talent. Das ist, ich finde eher so das Engagement. Also man muss sehr viel Engagement reinbringen, wenn man halt viel besser sein möchte. Und es hilft automatisch, wenn man sich halt gut vernetzt und viel mit Leuten spielt. Also eines der schlechtesten Dinge ist vielleicht, wenn man einfach nur alleine zu Hause sitzt und gegen die CPU spielt oder halt online immer nur so gegen so ein, zwei Leute. Ja. Ja, also es ist für mich tendenziell eher eine Fleiße.

mo

Du hattest eben schon gesagt, du hast mehrere längere Pausen von Fighting Games gemacht. Auf mich wirkt es auch immer so, weil ich immer Storys gehört habe, dass wir halt einen richtig guten Spieler hatten, einen Wirtschaftfighter in Deutschland, der dann auch bei den World Cyber Games gespielt hat. Ich war ja auch auf der Next Game Play und so weiter, da kannten nicht einige von den Sega-Fans dort. Und für mir kam es immer so vor, als ob du so plötzlich komplett verschwunden wärst, so von der Zeit, wo ich dann angefangen habe zu spielen. Ich glaube, das war aber auch, ja, Wirtschaftfighter wurde dann auch, glaube ich, nicht viel mehr gespielt. Wie kam es bei dir dazu, dass du so eine lange Pause gemacht hast? Brauchtest du einfach mal Abstand von den Spielen oder hat sich das dann nicht mehr gelohnt, für dich weiter zu spielen oder wie war das für dich?

SPEAKER_00

Das, ich glaube, als du angefangen hast, ich glaube, du meinst 2009 oder so, ja, das war tatsächlich die Zeit, da ging es bei mir an der Uni in Richtung Abschluss und da musste ich mich schon einfach auf andere Dinge konzentrieren und dann halt noch ins Berufsleben starten. Das war alles, hatte natürlich alles erstmal hervorrang und da habe ich den Fokus, glaube ich, da so ein bisschen verloren von Fighting Games, weil ich einfach, ich musste da pausieren, einfach um wichtigere Dinge zu priorisieren. Und ja, dann war das ja auch so, dass 2000, nee, sagen wir es mal so, also 2006 kam mir Waterfighter 5 raus, glaube ich. Also die erste Version, dann kam World Fighter 5 R an den japanischen Arcades raus, haben wir hier keinen Release bekommen, weder für Konsole noch für PC. Und dann guckst du halt nach Japan rüber und siehst, ja toll, die dürfen jetzt natürlich Wutterfighter 5R spielen und wir nicht. Und da war auch Takahadashi halt auch schon ein neuer Spieler und ich glaube Jean auch schon, Jean Kujo. Und dann kam 2010 Worter Fighter Final Showdown in den japanischen Arcades. Und dann denkt man sich so, ja, toll, dürfen sie wieder ein Spiel spielen und wir jetzt erstmal nicht. Und dann, das frustriert ein bisschen. Gerade wenn du Fan bist. Also ich meine, stell dir vor, dein Lieblingsgame bekommt halt Updates, neue Versionen. Kommt überhaupt nicht in den Westen. Und du kannst es auch nicht importieren. Ich meine, du kannst den Automaten kaufen, wenn du das nötige Kleingeld hast. Aber das war irgendwie auch so ein bisschen schade und auch so ein bisschen ein Grund, warum ich dann gesagt habe: so, nee, ach, ist irgendwie frustrierend. Ja, man kann auch Virtual Fighter 5 ein bisschen weiterspielen ab und zu, aber dadurch, dass die Community halt so verstreut ist, auch in Deutschland, ja, hat man sich dann wahrscheinlich gesagt, so okay, kann man jetzt auch mal wieder ein paar Monate Pause machen und dann muss man ein bisschen längere Pause. Aber irgendwann haben wir ja auch gesagt, bei Virtualfighter.com gab es ja eine Petition. Bringt Voltofighter Final Showdown für Konsole. Und da gab es eine respektable Petition und ich habe halt auch einen längeren Brief geschrieben und das wurde da halt mit beigefügt und ja, die haben es tatsächlich dann für Konsole gebracht. Also hat jetzt nicht zu 100% wahrscheinlich was mit der Petition zu tun, aber ich bin davon überzeugt, dass es zu einem gewissen Prozentsatz ausschlaggebend war. Und dann wurde es angekündigt und dann kam es, glaube ich, 2012 und dann habe ich da wieder gespielt natürlich, weil dann konnte ich endlich Takadashi spielen und die coolen Kombos machen. Und ja, und da gab es halt so ein bisschen Revival. Und da habe ich, glaube ich, ein, zwei Jahre gespielt. Und dann gab es sicherlich wieder ein paar Pausen, aber es war nicht so, die Leidenschaft war halt so nicht mehr ganz so stark wie Anfang der 2000er, glaube ich. Aber es hat immer noch Spaß gemacht, aber es war für mich einfach okay, wenn man es nur ab und zu spielt. Und aus den Foren, also deshalb hat man wahrscheinlich auch länger nichts mehr von mir gelesen, ich habe mich aus den Foren halt so ein bisschen mehr zurückgezogen, auch einfach, weil ich gesehen habe, hat viel Zeit gekostet. Und ich tausche mich ja schon so auch mit diversen Leuten aus. Und ich habe das halt immer sehr gemocht in den Foren, weil man einfach auch, da sind nette Leute unterwegs, man kann sich da halt vernetzen und auch das ein oder andere nützlicher erfahren für die Fighting Games. Aber wie gesagt, da ich halt auch die Pausen drin hatte und gesagt hatte, okay, ich brauche mich jetzt auch erstmal nicht weiterentwickeln oder so, weil es einfach, es macht Spaß, so wie es ist und es ist alles gut so. Es gab ja auch keine Turniere, also es gab auch keinen zusätzlichen Antrieb, da jetzt noch irgendwie besser werden zu wollen. Und dann war alles fein und ich habe mich einfach auf andere Dinge konzentriert.

mo

Ja, und ich glaube, das kennt auch jeder, der lange Fighting Games spielt, dass man manchmal diese Pausen einfach braucht. Das Leben kommt ja immer irgendwie auch mal dazwischen, sodass man auch mal sich um andere Dinge kümmern muss. Habe ich selber auch tatsächlich mal gehabt, jetzt nicht so lange, aber ich habe auch schon mal ein ganzes Jahr Pause davon gemacht und hat dann extrem gut getan, dann auch wieder zurückzukommen mit frischem Wind. Ja, was ist bei dir bei der Wahl deines Fighting-Games, was ja in dem Fall jetzt Virtual Fighter früh geworden ist, besonders wichtig, um dieses Spiel zu spielen? Ist das etwas Gameplay, technisch, Systemmechaniken? Brauchst du einen guten Online-Modus? Brauchst du Spieler, mit denen du lokalisch vernetzen kannst? Brauchst du Prestige, Preisgelder? Was ist für dich wichtig?

SPEAKER_00

Style, Style ist wichtig. Das Game muss stylisch sein. Also, ich habe es mal angesprochen, das Audiovisuelle zieht mich in den Bann. Ich sehe ein Video, ich sehe geiles Gameplay, ich sehe Leute spielen und es muss mich dann schon in den Bann ziehen. Alles andere ist erstmal egal. Für mich sind halt auch Videogames, es ist für mich halt auch Kunst und das, was die Entwickler schaffen. Und also ich meine, ich bin halt auch ein großer Fan von 2D-Games, klar bin ich damit aufgewachsen. Ja, es hat was mit Nostalgie zu tun. Aber Pixel Art begeistert halt auch jüngere Leute jetzt. Also ich meine, man sieht es halt in Indie-Games, also so wie sie präsentiert werden, das hat halt Retro-Flair und das hat etwas Schönes, muss nicht jeder mögen. Ich finde es geil. Aber das ist nur ein Aspekt von dem, was stylisch sein kann. Das Interessante ist, Wut of Fighter ist eines meiner Lieblingsgames, aber die Grafik ist halt kalter Kaffee. Also es ist ja nicht mehr zeitgemäß so, ne? Und es ist auch nicht, es ist eigentlich auch nicht besonders stylisch im Sinne der Grafik und so wie die Figuren aussehen. Es ist ja eher neutral, sag ich mal. Erstmal, wenn man die Charaktere so nimmt, wie man sieht. Und wenn man sie halt nicht irgendwie ausstattet mit den zusätzlichen Kleidungsobjekten, etc. Aber was halt style ist, sind halt die Kombos cool aus, es gibt coole Moves, es gibt coole Sounds. Also wenn Joe und Kujo zuschlägt, dann gibt es halt gute Schlaggeräusche. Akira's DLC oder Spot. All diese Moves, die sehen halt cool aus. Also gerade diese Stun Palm of Doom von Akira sieht auch mega geil aus. Drücke ich halt immer noch gern durch und gucke mir das an. Und das ist so ein bisschen, früher war ja Arcade-Hardware halt auch so schon auch wirklich beeindruckend. Das war in den 90ern, so um die 2000 herum. Das war ja etwas, das war sehr, sehr ansehnlich und die Grafik war halt auch sehr cool, es sah schön aus. Das hat halt auch natürlich ein bisschen begeistert, aber Top-Grafik ist jetzt nur die eine Seite. Also für mich ist es tatsächlich, das Audiovisuelle ist für mich sehr wichtig, extrem wichtig. Und ich verzeihe sogar Ungereimtheiten in der Spielbalance. Ich meine, deshalb spiele ich halt auch gerne Neo-Giospiele. Da sind ziemlich viele Games halt nicht so ganz ausbalanciert und ja, einige Sachen sind auch recht kaputt, ja. Egal. Macht Spaß. Es gibt Leute immer, es gibt immer noch Leute, die das leidenschaftlich spielen. Und es ist halt geil. Es ist geil, diese Kombos durchzudrücken. Es ist halt teilweise, es ist Kunst. Also gerade wenn ich mir, wenn ich mich zurückerinnere an einige Status-Hintergründe in Neo-Geo-Games und du drückst da geil stylische Kombos durch. Ich weiß nicht, für mich ist es kein Kampf wie der andere und es ist immer irgendwie ein bisschen anders. Und es ist eine Kunst, die man mit gestaltet, indem man spielt damit. Und das ist für mich enorm wichtig. Wenn es mir optisch nicht gefällt, also wenn der Style nicht da ist, wenn ich das Gefühl habe, es ist nicht da, lasse ich das Game liegen. Also es ist, Virtual Fighter ist die Ausnahme, weil das Gameplay mich halt auch sehr in den Bann gezogen hat. Aber es sind halt auch viele Moves, die ich einfach cool finde, immer noch cool fand. Also der erste Charakter, den ich cool fand, war Lau. Einfach nur dieses Punch, Punch, Punch und einen Kick und so, dieses durchzudrücken, es klingt komisch, aber ich fand es irgendwie an. Es sah geil aus. Irgendwie hat es mich gepackt und dann hat Klick gemacht. Und dann ja, und später bei Leife, also bei meinem aktuellen Main, der Shaolin-Mönch, kannst du halt diese Stances wechseln und halt so ein bisschen rumtanzen. Fand ich auch ziemlich cool. Also was fand ich unique und ja, das sind solche Dinge. Also es muss cool sein, es muss was Besonderes bieten. Bei World of Fighter ist es das Gameplay, das halt wirklich sehr, was mich schon sehr überzeugt. Und das schafft kaum ein anderes. Beat'em up, mich nur mit dem Gameplay zu überzeugen, auch wenn es stilistisch halt Abstriche gibt. Ich bin da halt sehr picky, ich bin, ich wähle gnadenlos aus, aber das ist das Recht eines jeden Fighting Game-Fans.

mo

Ja, und vor allen Dingen hat man ja auch extrem viel Auswahl. Es gibt ja extrem viele Fighting Games, viele davon sehen auch gut aus. Die unterscheiden sich alle in den Gameplay-Mechanics und ja, man muss halt einfach schauen, wofür man bereit ist, seine Zeit zu investieren, weil es ist natürlich eine Menge Zeit, die diese Spiele auch schlucken. Warum soll man dann irgendwas spielen, was einem nur so halbherzig gefällt. Also ich kann da total relaten und auch was du gesagt hast, zu kalter Kaffee, ich finde generell Segerspiele sind, ja, wie du schon beschrieben hast, die sind vielleicht nicht mehr aktuell auf der Höhe, was die Grafik betrifft, aber irgendwie haben die immer noch Style. Also wenn ich jetzt zum Beispiel an Spiele denke, auch aus der Zeit wie Daytona USA auf dem Dreamcast oder sowas wie Crazy Taxi, also da gibt es ganz viel aus der Zeit, das ist heute noch irgendwie ansinnig, obwohl es nicht mehr modern aussieht. Also die haben wirklich geschafft und das schaffen ganz wenige, finde ich, 3D-Grafik schön altern zu lassen, obwohl sie nicht mehr Zeit geben. Also so kann ich es eigentlich nur sagen. Bei Sega ist es irgendwie so ikonisch, dass ich da auch total das verzeile, dass die Grafik nicht mehr eigentlich nicht mehr so hoch aufgelöst ist und auch die Animationen gar nicht mehr so sind, wie was heute möglich wäre. Aber trotzdem ist da so ein Style einfach drin und das ist ja ganz besonders bei dem Spiel, da kann ich sehr relaten. Jetzt hast du gesagt, Gameplay ist vor allen Dingen das, was dich an Virtual Fighter weiterhin anzieht. Was genau würdest du sagen, macht das Virtual Fighter Gameplay so besonders, was du in anderen Fighting Games vermisst? Was ist das Tolle daran?

SPEAKER_00

Also erstmal musste ich sagen, toll, dass du Spiele wie Crazy Taxi oder Daytona USA halt nochmal erwähnt hast. Habe ich super gerne halt auch auf Dreamcast gespielt. Und das sind, das sind einfach so, das ist einfach so ein Arcade-Feeling, das halt tatsächlich so eine, das zeitlos ist und da gucke ich jetzt halt auch nicht so sehr auf die Grafik. Ich meine, ich habe auch noch einen Sega-Saturn, ich spiele ab und zu mal Sega Ready oder sowas. Das ist halt einfach einfach kult. Und ja, also auch die Musik ist auch einfach so extrem gut gewesen und so das Gesamtpaket, das war einfach richtig cool. Aber um zurück auf deine Frage zu kommen, bei Virtual Fighter, ich finde, dass, also insgesamt seit Virtual Fighter 4 das Gameplay, also das Spielsystem ist wirklich sehr, es wirkt auf mich sehr sauber, sehr gut durchdacht. Und es ist alles so, es ist sehr viel konsequent. Also ich sehe zum Beispiel auf wenig Fehler, also wenig Bugs oder so, ja, so schlimme Fehler oder so, sehe ich jetzt eigentlich kaum. Und es ist halt eigentlich an sich sehr simpel. Also du hast halt eigentlich nur drei Buttons, du hast den dreidimensionalen Raum und ja, und dann kannst du halt schon loslegen. Und was mich halt besonders beeindruckt hat, ist, der Gegner macht immer dasselbe. Ja, der Gegner macht immer dasselbe. Und wenn du das Spiel verstehst, wenn du den Charakter verstehst und das Spielsystem, dann wirst du das halt gnadenlos bestrafen. Und zwar im Vergleich zu anderen Fighting Games, die ich selber gespielt habe, von dem, was ich gesehen habe, wirst du den Gegner sehr viel schneller bestrafen. Weil es einfach Prinzipien hat, Regeln, die da kannst du wirklich eins in eins zusammenzählen und schon hast du den Gegner bestraft. Also das ist einfach sehr logisch, wenn du es einmal verstanden hast und dafür musst du jetzt nicht unbedingt alle Frames durchlesen oder so. Also solche Grundprinzipien wie, klingt jetzt auch simpel, aber so ist es halt. Medium-Attacken schlagen den Gegner, wenn er sich dukt. Los treffen den Gegner, wenn er steht. Wenn der Gegner steht, kannst du ihn auch werfen. Das sind halt also ganz simple Regeln, die man halt auch ganz schnell irgendwie greift. Aber vor allem, also das wirklich, das finde ich einfach so krass, dass wenn einer ein Spieler versucht, halt Sachen zu abusen, zu spammen, mit so einer cheapen Spielweise versucht zu gewinnen, das wird gegen einen Spieler, der so ein bisschen Erfahrung hat, dann wird to fight, das muss noch nicht mal ein richtig guter Spieler sein, der kann das, der kann das ausschalten. Normalerweise. Das ist halt das, was ich halt so cool finde. Denn ich meine, wir kennen es doch alle. Also noch nicht mal nur aus Games, sondern halt auch aus dem echten Leben, jetzt sag ich mal, im Sport zum Beispiel. Man weiß, was kommt, man weiß, was passieren wird, aber man kann nichts dagegen tun. So wie der Tennisspieler, der einfach immer wieder auf meine Voranseite spielt, weil meine Vorhinein schwächer ist als meine Rückanseite. Man weiß, er wird es tun. Aber ich kann nichts dagegen tun. Außer ich trainiere selbst drei Jahre, um meine Voran zu verbessern. Aber in Wutterfeiter ist das alles nicht notwendig. Weil du einfach sagen musst, okay, er greift halt, er mashed Punch. Bei den meisten Charakteren wird Punch eine hohe Attacke sein, dann mache ich halt Low Punch. Dann habe ich einmal den Low Punch gedrückt, kriege ein Counter-Hit dafür, habe sofort, weiß ich nicht, plus sieben Frames oder so, mach danach einen Combo-Launcher, wenn er weiter Punch mashed, juggle ich ihn bis zum Himmel und dann ziehe ich ihn 45% seiner Lebensleiste ab. Und das ist für mich das Geil an Virtual Fighter. Es ist so sehr konsequent. Also es gibt natürlich mittlerweile sehr viele Moves, die die Charaktere haben, auch sehr viele unique Moves, die sind halt schon schwerer zu verstehen als früher. Ich sage mal, bei vier war alles noch so ein bisschen mehr Barebone und es war alles, du hast gesehen, was das ist und das, was du siehst, das verstehst du sofort, was es für eine Attacke ist. Shoulder Ram, Psychick, Roundhouse. Mittlerweile gibt es halt sehr viele Schlagserien, auch sehr besondere Moves, die haben unique Properties und ist ein bisschen schwieriger geworden, was das angeht. Aber das Prinzip ist immer noch dasselbe. Also auch zum Beispiel, der Gegner reicht aus, du machst einen Roundhouse. Problem gelöst. Also dieses einfache, konsequente Spielen, das ist das, was mich halt am Gameplay gefesselt hat.

mo

Was denkst du jetzt über das Virtual Fighter 6 Announcement? Warst du da überrascht und glaubst du, Sega hat nochmal Chancen mit dem neuen Virtual Fighter ein Comeback zu starten? Ist ja jetzt keine moderne Firma mehr, Sega, wo man sagt, die spielen eigentlich auf der Bühne der Fighting Games noch eine große Rolle, die letzten Jahre besonders erst recht nicht. Ja, denkst du, die haben da eine Chance, im aktuellen Fighting Game-Ökosystem nochmal Fuß zu fassen und nochmal einen raushauen mit dem neuen Virtual Fighter 6 dann?

SPEAKER_00

Also Chancen haben die auf jeden Fall. Also ich will auch jedem, also Chancen hat man ja eigentlich immer. Es ist nur wünschenswert, dass Sega wirklich etwas diesmal daraus macht, denn es gab auf jeden Fall viele vertane Chancen in der Vergangenheit. Also dass man bestimmte Spiele halt nicht für den Westen veröffentlicht hat aus der Vortrafighter Reihe. Ich trauere immer noch Vortra Fighter 4 Final Tuned nach. Eines meiner Lieblingsspiele eigentlich gewesen, aber gibt es ja immer noch nicht für Konsole. Kann man aber, kann man sich anderweitig besorgen, aber gut, auch im Marketing hätte er auch vieles besser sein können, um Vortra Fighter irgendwie besser in die Öffentlichkeit zu bringen. Also da hätte er auf jeden Fall mehr klappen können. Und jetzt eigentlich auch mit den letzten Veröffentlichungen, warum gibt es kein Crossplay? Bei einer Community, die jetzt eh überschaubar groß ist. Aber es ist eine Core Community. Also da gibt es ja immer noch mehr Leute und ich bin immer froh, wenn Leute jetzt sagen, wie hier auf dem Bernackel, ich habe das Spiel gerade angefangen, ich habe Lust, was zu lernen und das zu spielen. Super. Aber dann muss Sega halt auch mal ein bisschen noch was liefern. Also Crossplay wäre jetzt zum Beispiel das Mindeste. Und sowas will ich dann halt auch für ein neues Spiel. Dass ein neues Spiel kommt, freut mich sehr. Weil man halt schon dachte, okay, 3D-Fighting Games spielt man Tacken. Das war momentan so mein Eindruck von der Community, von der Fighting Game-Welt aktuell. Und das ist doch geil, dass da jetzt halt auch nochmal was kommt. Ich glaube, der Tacken-Producer, ich habe seinen Namen vergessen, aber der meinte, glaube ich, auch, er vermisst, glaube ich, die Konkurrenz mit Worterfighter, jetzt bekommt er sie zurück. Also hoffentlich zumindest. Denn ich glaube, die Entwickler von dem neuen Worterfighter, das sind die Macher von Yakuza, von der Yakuza-Reihe. Und ich habe mal in ein Interview reingelesen und da meinten die, ja, also die wollen halt schon was anders machen und die haben auch keine Angst davor, etwas anders zu machen. Und das ist auch begrüßenswert. Also man sollte halt schon auch nochmal durchaus auch mal wieder was einen neueren Ansatz probieren. Also auch audiovisuell zum einen. Aber auch spielerisch kann man auf jeden Fall auch nochmal Neues ausprobieren. Die haben ja nochmal darauf hingewiesen, Wurf Fighter 3 hatte ja noch einen extra Button zum Ausweichen. Also das war nur so ein Beispiel, wer weiß, was da halt noch kommt. Also vielleicht sind es nicht mehr nur drei Buttons. Auch für sowas wäre ich halt offen. Und man darf nicht vergessen, Wurzelfighter 4, wenn es Wort of erschien, oh Mann, das müsste Anfang der 2000er gewesen sein. Mehr als 20 Jahre haben wir ein Spielsystem, also Dinge aus Wutterfighter 4. Gibt es immer noch in Wurtofighter 5 Hall Showdown Version 2.0. Also es gibt da schon Gameplay-Mechaniken, die sind immer noch vorhanden. Und vielleicht kann man sich auch langsam von einigen verabschieden. Also es begünstigt halt auch so ein bisschen die Leute, die schon lange Wurtofighter spielen. Es gibt so ein paar etwas fiese Setups, so. Die kennen Einsteiger vielleicht nicht unbedingt. Und diese Mechanik gibt es eigentlich seit Anfang der 2000er. Und kennt halt nicht jeder. Und auch sowas könnte man halt einfach auch nochmal resetten und komplett neu machen. Aber an sich, von dem, was man bisher gesehen hat, wo die Reise hingehen soll, bin ich zuversichtlich. Es soll ja halt nicht so ein übertriebenes, effektvolles Fighting-Game werden, sondern halt so Martial Arts Game. Nicht so übertrieben dargestellt, man hat eine Lebenslaste. Ja, es wird wahrscheinlich keine Super Specials geben oder sowas, was ich auch hoffe. Es soll halt irgendwo noch Wutterfighter sein, aber es darf neue Wege beschreiten und ja, ich bin gespannt.

mo

Ja, finde ich sehr interessant, dass du das ansprichst. Das ist mir nämlich auch aufgefallen, dass die ja auch bei der Präsentation und dem Trailer, glaube ich, auch immer wieder das Wort Innovate benutzt haben. Die wollen anscheinend tatsächlich wieder auch in irgendeiner Form innovativ sein, vielleicht auch ein Stück weit Pionier sein, was Neues sich zu trauen. Und wenn man sich das anschaut, das wissen ja viele tatsächlich gar nicht, aber Wirtschaft Fighter 1 war ja im Prinzip saumäßig innovativ, weil es das erste vollwertige 3D-Fighting-Game war vor Tacken tatsächlich. Also Tekken hat sich ja sehr stark an Wirtschaftfighter, kann man sagen, auch inspirieren lassen wahrscheinlich. Hat Harade auch schon in einigen Interviews gesagt, dass es für ihn auch wahnsinnig inspirierend war und der auch das immer zu schätzen war, was Sega damals mit Wirtschaftfighter da für einen Grundbaustein gelegt hat für die 3D-Fighting Games. Ich hatte auch 1995 tatsächlich einen Sega Saturn bekommen als Kind und mit Wirtschaftfighter 1, das war unfassbar. Also dieses Gefühl, so ein System zu besitzen und da in 3D, auch wenn es wahnsinnig furchtbare Polygone nach heutiger Zeit, also nur noch Klötze gefühlt, war das damals echt der Hammer. Also das konnte man sich gar nicht vorstellen, dass man sich da so in 3D bewegen konnte und alles. Genau, abschließend noch die Frage bei Fighting Games, genau, geht natürlich eine ganze Menge Zeit drauf. Gerade du hast ja jetzt 20, fast 30 Jahre deiner Zeit in dieses Hobby auch gesteckt, immer mal wieder mehr, mal weniger. Ist das, was, was du in der Rückschau betrachtest, manchmal auch bereust, dass du sagst, ich hätte meine Zeit vielleicht auch in was anderes stecken können, in andere Spiele oder stehst du da voll und ganz hinter so viel Zeit in dieses Hobby gesteckt zu haben.

SPEAKER_00

Also für jede Stunde, die ich Fighting Games gespielt habe und Spaß hatte, da verspüre ich eigentlich keine Reue. Klar, es hätte vielleicht so ein bisschen in einigen Phasen ein bisschen weniger sein können, dann hätte ich mich auch um andere Dinge nochmal kümmern können. Ich meine, es gibt genug Schönes im Leben. Und es gab auch mal Phasen, da habe ich wirklich, also da war ich halt ein bisschen engagierter und habe gesagt, so, ich trainiere jetzt. Also es ist egal, wie viel Lust ich drauf habe, ich trainiere jetzt. Ich sollte das machen, ich werde es tun. Und ja, es gab mal Phasen, da hat es halt nicht 100% Spaß gemacht. Da hat es nur zu 60% Spaß gemacht. Es war okay, so. Aber weil es halt Training war, ist jetzt nicht unbedingt super geil. Das ist nicht, darum habe ich mich nicht entschlossen, Videospiele zu spielen oder Fighting Games. Aber es war so ein bisschen part of the deal. Also gerade wenn es halt mal ein Turnieranstand oder so, absolut, habe ich trainiert. Gerade früher mehrfache ausweichende Wurfluchten. Sowas musste man halt schon trainieren, sonst geht das übel aus. Also ich bin auch ein bisschen froh, dass das nicht mehr so eine Rolle spielt und man das vereinfacht hat. Ja, aber ne, mittlerweile sieht man ja leider, wie viele Stunden man gespielt hat, also auf einigen Spieleplattformen. Und da denkt man halt schon so, boah, das ist aber nicht richtig, oder? Also das da denke ich mir halt schon so, okay, ja, vielleicht hätte ich ein bisschen weniger spielen können, aber eigentlich denke ich mir sehr oft, war halt aber auch geil, ne?

mo

Ja, cool. Ja, du hast gerade schon die Phasen angesprochen, wo du besonders viel trainiert hast. Das waren dann wahrscheinlich auch die Phasen, wo du richtig aktiv warst. Du hast ja in einer Zeit, hast du erzählt, auch mal in Japan kurz gelebt und du warst auf der World Cyber Games 2014, war das in der? 2009, 2010, 2019. 2009, 2010 in Korea war das?

SPEAKER_00

Einmal in Deutschland und einmal in China.

mo

Ach, Deutschland und China, okay. Da bin ich da völlig auf dem falschen Dampfer. Jedenfalls, worauf ich hinaus will, ist, wie war es für dich dann, sich mit den besten Spielern der Welt zu messen und seine eigenen Limits dann kennenzulernen und von denen dann noch was zu lernen? Hat dir das durchweg Spaß gemacht oder wurde das irgendwann auch anstrengend, sodass du dann auch, ja, vielleicht auch ein bisschen, bezogen auf die vorherige Frage, das ein Stück weit dann auch zu viel wurde für dich, zu anstrengend, dann das zu spielen?

SPEAKER_00

Beziehungsweise zurück zur Frage, ob man verlieren kann. Also, also es war eine gerade, also Japan, da war ich 2007, kurz nach dem Virtual der 5 Release, halt, da habe ich ein halbes Jahr gelebt und da hat er in Arcade gespielt. Da ist Verlieren tatsächlich insofern auch so richtig scheiße, weil es ums Skate geht. Also du wirfst Münzen in den Automaten, also da willst du wirklich gewinnen. Das ist nochmal eine andere Motivation. Das war natürlich top. Ich habe da gar nicht so viele Top-Spieler persönlich kennengelernt und es war auch, wenn ich halt mal so eine japanische Gruppe gesehen habe, die da Virtualfile gespielt hat, hieß es halt so, wenn ich eine Frage gestellt habe, so, ja, hier, das ist die Antwort. Aber dann kannst du auch wieder zurück an deinen Automaten gehen. Also man kann mit denen spielen so, aber der Austausch war da halt, die waren auch nicht unbedingt immer so interessiert daran, jetzt mit dem Ausländer zu reden. Aber ich hatte halt auch Arcades besucht. Da war das einfach so, dass Leute halt auch interessiert waren und haben mich gefragt, ja, wo kommst du her? Und ja, lass mal spielen oder so, ist ja interessant, dass du Wörterfeiter spielst und so. Und dann hatte ich, also in der Nähe von meiner Uni da gab es eine Arcade, eine kleine. Und da waren halt so ein paar Japaner und die haben dann halt immer, die kamen dann auch zu mir und haben mit mir gequatscht. Und dann meinte einer auch mal so, okay, lass mal eine größere Arcade fahren. Die bekannteste ist hier Monte Carlo in Ost, Rosa Car. Und dann haben die mich dahin kutschiert und dann durfte ich dann halt mit den Besten so aus der lokalen Szene da spielen. Also ich hatte da jetzt auch nicht so groß mit Leuten geredet, aber gespielt. Und das war ziemlich cool. Das war tatsächlich, du verlierst dann halt sehr viel, aber du wirst sehr stylisch fertig gemacht. Also die Leute können unglaublich schön spielen mit ihren Charakteren, wo wir wieder beim Thema Style sind und es sieht geil aus. Also ich nicht gerne platt machen, wenn da jemand halt einfach coole Sachen drauf hat. Also es war wirklich richtig geil. War echt cool. Es gab natürlich auch so Leute, da hatte man, die waren halt so ähnlich gut wie du, so Japaner. Und dann war das halt sehr zäh und naja. Es ist lustig, wenn dann halt mal so einer vom Automaten aufstehen muss und an dir vorbeigeht, sieht, dass du, dass du vielleicht jetzt nicht so aus Japan kommst unbedingt und dann muss er halt einmal Geld wechseln am Automaten. Da gab es halt auch manchmal ein paar Sprüche so, also in beide Richtungen. Also da gab es, also da war wieder so ein bisschen aufgeheizte Atmosphäre. Sowas gab es natürlich auch. Sowieso manche Japaner, auch in anderen Spielen, die waren keine guten Verlierer, wie ich das gesehen habe. Also ich erinnere mich an Hoktono-Ken, also ein sehr spezielles Speed'em-up zu einer bekannten Anime-Serie. Da hat halt einer tatsächlich halt den Automaten mit beiden Händen genommen und halt nach vorne und hinten gerüttelt und geschüttelt und ist dann voll ausgerastet und hat geschrien. Und dann, also so viel wie du, ah, du Arschloch. So, und hat den Automaten fast umgeworfen. Das war halt schon sehenswert. Na, jedenfalls in Japan habe ich auf jeden Fall viele coole Erfahrungen gesammelt, auch in der Arcade gegen viele unterschiedliche Leute gespielt. Und das Niveau war sehr unterschiedlich. Also ich würde behaupten, also auch Leute, die gerade mit Wuttofahrt angefangen haben und so ein bisschen gespielt haben, die konnten damals auch mal in Arcade gehen und auch halt gewinnen. Also das kann passieren. Denn einige Leute spielen halt auch nur Casual. Aber die sind, die können halt so ein bisschen was, aber die sind jetzt auch nicht so engagiert bei Werke. Aber es ist halt auch Teil der Szene. Und das, was man halt im Ausland mitbekommt, sind halt immer so die Top-Namen, so Chibita, Fudo, Itasan, aber die siehst du ja selten. Also da musst du halt richtig in die Arcades gehen, wo die halt auch sind und zu der richtigen Zeit. Aber das ist halt nicht selbstverständlich und das darf man auch nicht erwarten. Aber ja und World Cyber Games, das war auch nochmal richtig geil, weil du da halt wirklich aus unterschiedlichen Ländern die besten Leute da hattest. Japan, USA, England, Kanada, Singapur, Korea. Das sind halt schon so Namen, die auf jeden Fall in Erinnerung bleiben. Also ich habe ja selber auch gegen die US-Amerikaner gespielt, Adam Yuki und Chief Flash zum Beispiel, extrem gute Spieler. Also die schätze ich, also die sind auch stärker eigentlich als ich. Aber man hat da halt immer so ein bisschen Anschluss und man konnte immer noch so sagen, da ist irgendwo eine Chance vielleicht so. Und ja, und halt so gegen einige Nationen hat es halt auch gut funktioniert. Also, und ja, also gerade Leute aus England, Ryan Hart war jetzt zum Beispiel nicht mehr dabei, schon länger nicht mehr. Und einige andere, da konnte man, ja, konnte man gute Matches machen und da war halt auch was drin. Also ich bin dann auch noch weitergekommen zu einem gewissen Grad. Korea, sehr hartes Brot. Also da ein bekannter Spieler ist, äh, bekannter Spieler Shins und Rico Jang, die sind auf jeden Fall hart zu besiegen. Bei Rico Jiang in China, als ich in ihn gespielt hatte, im Spiel um Platz 4, hatte ich halt schon so ein bisschen das Gefühl, da geht was, aber hat leider nicht geklappt. Gegen Shins bin ich ganz schön eingegangen. Ja. So war das ungefähr. Ja, und das war eigentlich eine tolle Erfahrung. Ich habe mich dann mit den, wir waren im Hotelzimmer und dann waren wir da zu 5-6 und haben eine geile Session gehabt. So auf dem Hotelbett gesessen und dann hat man sich abgewechselt und naja, das, was ich jetzt mal so erzählen will, also ich will jetzt nicht so angeben oder so, aber erstes Match gegen Fudo habe ich gewonnen. Der war halt noch nicht warm. Aber es war lustig, dann habe ich halt den US-Amerikaner und den Kanadier gesehen, so im Augenwinkel, wie die sich dann so angeguckt haben, so, ey, was passiert? Die kannten mich halt nicht. Aber gut, es passiert halt auch denen, dass sie, den Japanern, dass sie halt mal ein Match abgeben und der war halt noch nicht warm. War trotzdem lustig, ne? Dann verliert man halt 20 Matches hintereinander gegen den. Und ja, der hat ja auch zu Recht gewonnen. Es hatten immer die Japaner gewonnen. Fudo war ein toller Spieler, der mit einem eigentlich der schlechtesten Charaktere gespielt hat, damals mit Leon. Und das ist sehr inspirierend. Man lernt neue Dinge kennen, man lernt neue Leute kennen natürlich. Und ja, es macht richtig, hat richtig Spaß gemacht. Also diese World Survey Games, Events waren richtig cool. Also tolles Netzwerken. Ich meine, du hast wirklich aus verschiedenen Ländern Leute da gehabt. Es war richtig geil. Eigentlich auch noch geiler als einfach einen Arcade-Besuch in Japan, weil du hast da halt auch meistens Japaner da und auch viele Leute aus verschiedenen Ländern mit verschiedenen Erfahrungen und der Austausch ist einfach super interessant. Und als wir in Deutschland gespielt hatten, da bin ich auch gegen Itasan rausgeflogen. Der hat schon gespielt. Das war eine der krassesten Niederlagen, die ich so hatte, einfach weil es völliger Einbahnstraßenwutorfighter, das war völlig Einbahnstraßenwutorfighter und ich habe nicht verstanden, was er damit schon da gemacht hat, weil das ist halt so ein uniker Charakter und er hat so kreativ gespielt und brutal. Das war richtig heftig. Also bei Fudo, da wusste man ungefähr, was halt ungefähr kommt und er wird dich mit deiner überragenden Technik halt einfach, wird er einfach alle deine Würfel fluchten, er wird immer fussigaden bis zum Abwinken und dann bist du halt irgendwann tot. Aber Itasan zerstört dich. Zerstört dich richtig. Und zerstört dich vielleicht auch so ein bisschen in deiner Seele mit der Art und Weise, wie er halt spielt, mit diesem Schun, der dich halt richtig auf den Arm nimmt. Ja, ansonsten waren halt halt coole Matches, kann ich nur so sagen.

mo

Ja, auf jeden Fall sehr inspirierend und sehr eindrucksvoll, was du da erlebt hast mit Wirtschaftfighter. Und ja, ich glaube, wir kommen auch zum Ende des Interviews. Wir werden ja gleich hier auch noch ein Wirtschaftfighter-Turnier spielen auf dem Bernakkel-Altona. Deshalb bist du ja auch gekommen hier. Ja, und ich freue mich auf jeden Fall, dass du hier für das Interview zu haben warst. Und danke dir für deine Zeit. Und ja, ich hoffe, dass man dann mit Wirtschaftfighter 6 irgendwie in Deutschland schafft, ein bisschen auf der Welle zu reiten und nochmal eine Szene aufzubauen. Ich wäre auf jeden Fall dafür zu haben und hatte auch schon gestern zu dir und zu dem Fred gesagt, ich würde auch gerne mal vielleicht im Vorfeld nochmal ein versuchen, ein deutsches Wirtschaftfighter-Treffen zu organisieren, irgendwann, wo man mal mit ein paar Leuten nochmal zusammenkommt und spielt, einfach um vorbereitend für Wirtschaftfighter 6 die Szene mal ein bisschen zu pushen, dass die Leute auch Bock haben und merken, ey, da geht vielleicht was demnächst mit dem neuen Spiel dann. Also dann, wir schauen, wie es läuft. Und ich werde euch auf jeden Fall informieren, wenn wir sowas machen können. Wo auch immer. Ja, vielen Dank nochmal. Willst du noch abschließend was sagen?

SPEAKER_00

Ja, vielen Dank. Hat mir auch Spaß gemacht. War auch einfach eine schöne Überraschung, jetzt irgendwie beim Podcast spontan dabei zu sein und ein bisschen was darüber zu erzählen. Ich hoffe, der den einen oder anderen interessiert ist. Und ja, ich finde es sehr lobenswert, dass du sagst, okay, ich würde hier vielleicht nochmal so ein Wutto-Fighter-Treffen organisieren. Denn ich sage dir, würde man aus den letzten 20 Jahren alle deutschen Spieler, die halt mal ein bisschen Wuttofighter gespielt haben, vier, fünf, finde Showdown, zusammenwerfen in ein Gebäude, dann hätten wir 20 bis 30 Leute. Und die Sache ist halt, einige sind halt mal ein bisschen vielleicht verschwunden von der Bildoberfläche. Ich habe noch ein paar Kontakte, die haben halt nicht immer alle Zeit und es kommt immer mal was dazwischen. Aber wenn man mal die Initiative übernimmt, dann ist er eine Chance. Und es gibt halt auch noch einen aus Norwegen, der in Berlin wohnt, der auch ein sehr extrem guter Spieler ist. Und wenn der hier halt noch mitmischen würde, dann wird es auch nochmal richtig herausfordernd. Also es gibt auch Leute, die jetzt nicht unbedingt den deutschen Pass haben, aber in Deutschland leben und Wirttofälter können. Insofern hoffe ich, dass wir da uns nochmal irgendwie treffen und zusammen Würdwalter spielen.

mo

Ja, cool, das motiviert mich auf jeden Fall dann zusätzlich, wenn du da auch an Bord bist bei der Idee. Und ja, dann werden wir das auf jeden Fall machen. Da freue ich mich drauf und dann schauen wir einfach mal, was da möglich ist. Also dann nochmal, danke dir fürs Interview und danke euch fürs Zuhören und bis zum nächsten Mal. Ciao.