Core Gamer Treff Podcast
Deutschsprachiger Podcast über den Core Gamer Treff aus Mönchengladbach.
Wir haben unseren eigenen Treffpunkt, wo wir regelmäßig zusammen kommen, einfach nur so zum Spielen, Quatschen und Spaß haben.
Und auch ihr seid herzlich eingeladen dabei zu sein!
Also kommt uns doch einfach mal besuchen. Wir öffnen regulär jeden Dienstag ab 17 Uhr, Freitags ab 17 Uhr und Samstags ab 14 Uhr und darüber hinaus veranstalten wir auch regelmäßig Special Events.
Kommt einfach in unser Discord oder schaut auf unserer Homepage vorbei um mehr über uns zu erfahren.
Core Gamer Treff Podcast
Podcast-Interview mit Michael über Medienkonsum bei Schulkindern und Retro-Videospiel-Liebe
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In dieser Podcast Folge spreche ich mit dem Lehrer Michael über Medienkonsum bei Schulkindern.
Michael ist Gamer, Lehrer und Vater zugleich und hat dementsprechend in seinem Alltag eine ganze Menge Eindrücke zum Thema Medienkonsum.
Ich frage Michael, wann und wie er angefangen hat sich für Videospiele zu begeistern und wie er selbst als Vater damit umgeht, dass sein Sohn sich bereits im sehr frühen Alter sehr von ihnen angezogen fühlt.
Anschließend sprechen wir über den Medienkonsum (man könnte schon fast Medienmissbrauch sagen) in unserer Gesellschaft.
Durch seinen Beruf als Lehrer, gibt er uns interessante Einblicke zu dem Medienkonsum seiner Schulkinder.
Zum Schluss erzählen wir euch, wie wir erfolgreich geschafft haben die Schulkinder dazu zu bringen auch mal etwas zusammen bei uns auf der Couch zu zocken.
Intro Soundtrack:
Artist : chibi-tech
Album : Psyvariar THE MIX
Release date: 2008
Dieser Podcast dreht sich um den Core Gamer Treff - ein Treffpunkt in Mönchengladbach NRW für volljährige Fans von lokalen Multiplayer Spielen.
Wir haben unseren eigenen privaten Treffpunkt, wo wir regelmäßig zusammen kommen, einfach nur so zum Spielen, Quatschen und Spaß haben.
Und auch ihr seid herzlich eingeladen dabei zu sein!
Also kommt uns doch einfach mal besuchen. Wir öffnen regulär jeden Dienstag ab 17 Uhr Freitags ab 17 Uhr und Samstags ab 14 Uhr und darüber hinaus veranstalten wir auch regelmäßig Special Events.
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Willkommen zurück, Leute, zum Core Gamer Treff Podcast. Ich habe heute wieder einen neuen, interessanten Gast hier bei mir, den Michael. Für alle, die dich nicht kennen, Michael, stell dich doch bitte einmal vor. Wie alt bist du, woher kommst du, was machst du so?
SPEAKER_00Ja, hallo zusammen. Ja, Micha, 42 Jahre alt. Ich bin über den Core Gamer Treff gestolpert, weil der Mo mir ein paar Spiele verkauft hat auf dem Flohmarkt. Und abgesehen vom Retrospielerdasein, bin ich im Nebenberuf Lehrer und arbeite seit vier Jahren an einer Ergänzungsschule in der Mönchengladbacher Innenstadt. Ergänzungsschule bedeutet, wir sind ein privates Unternehmen, gehört auch einer einzelnen Familie, die das vor knapp 40 Jahren gegründet haben. Und zu uns kommen Schüler, die im weitesten Sinne auf der staatlichen Schule nicht zurechtgekommen sind. Wie ihr alle wisst, es gibt Schulzwang, es gibt auch Schulzwang zu einer öffentlichen Schule. Das heißt, wer zu uns kommt als Schüler, dessen Eltern haben sich wirklich bemüht, dass er oder sie nicht an der staatlichen Schule mehr ist, hat jede Menge Anträge ausgefüllt, hat das nachgewiesen, eventuell auch selber das Schulgeld bezahlt. Und dann kommt man zu uns.
moJa, sehr interessant. Und da sprechen wir heute auch drüber aus deiner ganz interessanten Perspektive, weil du bist ja Lehrer, Vater von zwei Kindern und auch Gamer ein Leben lang. Ganz genau. Genau, und da gehen wir mal als erstes drauf ein, das ist hier schon so eine Tradition. Wie bist du denn eigentlich zu Videospielen gekommen? Kannst du da mal was aus dem Nähkästchen plaudern?
SPEAKER_00Als ich klein war, ich will mal sagen, vielleicht so zehn Jahre alt oder so, hatten wir uns sehr sehnlichst von meinen Eltern, meinem Bruder und ich, einen NAS gewünscht, den ersten Nintendo. Und dann hatten wir einen weihnachten lange Gesichter, denn wir bekamen einen gebrauchten Atari 2600. Dann haben wir uns ein Jahr lang damit begnügt, festgestellt, dass man für ganz kleines Geld da die Kassetten kauft und dass man auch da mit dem Atari VCS viel Spaß haben kann. Und da diese ganzen zwei Spielerspiele durchgespielt, die es dann, Spiele gab, die es da gab. Im folgenden Weihnachtsgeschäft hatte Saturn Reit den Aktionspreis von 99 D-Mark für den NAS mit Super Mario Bros. 1. Wahrscheinlich, weil dann gerade schon der Super NAS raus war. Dann wird das Ding abverkauft. Und da hatten wir dann Glück und so begann dann die Videospielkarriere von mir und meinem Bruder, die bis in die letzten Züge des Nintendo 64, ich will sagen, Ende des letzten Jahrtausends angehalten hat. Und dann gab es mir einen harten Cut von ungefähr 20 Jahren. Denn in so einer Corona-Pause war mal irgendwo ein Flohmarkt und da habe ich dann Game Boy-Module gefunden, Game Boy Color Module und hab die aus Spaß, weil die ganz günstig waren, gekauft, hab dann zu Hause gekramt, bis ich den Game Boy Color gefunden hatte von mir, hab das dann gespielt und war wieder Feuer und Flamme. Und hab das, das ist jetzt zwei Jahre und acht Monate her, aber wer weiß es so genau, und hab da unheimlich viel nachgeholt. Ja. Zum Leitwesen meines Bankkontos.
moGenau, also du, wie man schon so unverkenntlich raushört, bist eher so einer aus der Retro-Spiele-Ecke. Du magst die alten Videospiele auch heute noch lieber als neue Spiele, kann man das so sagen?
SPEAKER_00Ich nähere mich immer wieder den neuen Spielen an, weil die ja auch unheimlich angenehm zum Reiten gekommen sind. Bei Superprotector war man ja ewig im ersten Level tot, bis man dann es irgendwann weitergeschafft hat oder einen Konami-Code eingegeben hat. Die neuen Spiele, da gehen ja zwei Stunden weg wie nix. Ich habe jetzt zum Geburtstag von meinem Bruder Batman Arkham Knight bekommen. Und dann stellt man das schön auf Easy und dann rumsbums sind knapp drei Stunden vorbei. Und man hat sich da auch herrlich amüsiert. Das ist natürlich ein ganz anderes Spielen. Heute Mittag habe ich mit größter Freude Cybernature, Batman Returns und Vampire's Kiss gespielt. Aber da geht man natürlich ständig in die Grube. Aber es ist auch eine ganz große Freude. Also ich glaube, inzwischen mache ich beides gerne. Aber für den schnellen Fix sind natürlich die Retro-Spiele gut. Auch weil man in unserem Alter vielleicht weniger den Anspruch hat, ich muss das jetzt alles durchspielen, sondern mehr so, ich habe jetzt mal 20 Minuten Zeit, ich mache jetzt mal den Gameboy an oder aber ich baue mir jetzt nochmal den Super Nintendo auf.
moJa. Und du bist dann viel auf Flohmärkten unterwegs, so haben wir uns ja auch kennengelernt. Da hast du vor allen Dingen eine spezielle Handheld-Konsole, so wie ich das rausgehört habe, die du sehr in dein Herz geschlossen hast, der Gameboy. Und da sammelst du dann immer aktuelle Spiele? Hast du da irgendwie vor, eine komplette Sammlung irgendwann zu kriegen? Oder was ist so dein Anspruch, wenn du auf Flohmärkten unterwegs bist?
SPEAKER_00Das ist, das geht auch so in die Richtung schneller Fix, und zwar, dass ich dann sagen kann, ach, da habe ich mal 4 Euro schön ausgegeben und habe dafür jetzt so ein grottenschlechtes alte Spiel gekauft, womit man ein paar Minuten Freude dran hat, weil man es von früher kennt, ich habe da nicht den Anspruch, da irgendwie in Full Set oder sonstiges zu erwerben, das wäre ja auch viel zu teuer, sondern wenn dann irgendwas Schönes da rumliegt, dann sehr gerne. Und wenn da irgendwas Albernes rumliegt, wenn dann da Blade rumliegt und man sagt, ja, natürlich möchte ich dieses wahnsinnig schlechte Spiel haben, weil es kostet ja kleines Geld. Das ist, damit man auch vielleicht nicht den Spaß an diesem Retro verliert, ist es mir auch wichtig, dass man dafür jetzt nicht Unmengen Geld ausgibt und sagt, nein, ich brauche ja unbedingt den Karton zu und die Anleitung, sondern gerne nur die Kassette, wenn da einer auch schon auf die Rückseite mit Adding geschrieben hat, Kenny Schnabel. Großartig, das drückt ja dann auch den Verkaufspreis. Das kann man ja nachher wieder runterschrubben, wenn man möchte. Nee, das ist eigentlich nur so aus Gag. Und ganz genau, ja, der Gameboy ist natürlich eine super Konsole, also gerade wenn man da einen besseren Bildschirm reingebaut hat, um den mal eben anzumachen und ein bisschen zu spielen. Egal welcher Titel, finde ich. Und darum ja, wahrscheinlich meine Lieblingskonsole.
moJa, jetzt bist du ja auch seit einiger Zeit hier bei uns mit dabei im Core Gamer Treff und spielst hier auch immer freudig mit grundsätzlich. Was würdest du so sagen, für wen ist das hier was und für wen vielleicht nicht, für diejenigen, die zuhören und sich fragen, ob die auch mal vorbeischauen sollen?
SPEAKER_00Ja, genau wie du den auch gegründet hattest, ist natürlich das jetzt vor allem hier so eine lokale Multiplayer-Aktion, Couch Coop, genau wie das, was wir früher als Kinder gemacht haben und das, was ich jetzt feststelle, was bei den neuen Konsolen fehlt. Auch in den Rennspielen gibt es keinen Splitscreen mehr und das wird hier halt noch angeboten. Man kann dann zwei Bildschirme verbinden, beziehungsweise mehrere, oder aber hat halt hier noch die alten Spiele stehen, wo dann im Splitscreen Rennen gefahren wird, wo dann irgendwie Probotector gespielt wird, oder Tekken oder sonstiges. Und darum ist der Core Gamer-Treff, glaube ich, für alle, die etwas, die gerne miteinander spielen, egal ob jetzt Kompetenz, ob jetzt wettbewerbsfähig oder nur so aus Spaß, können hier gerne hinkommen. Ich glaube, oder was ich gesehen habe, sind jetzt so brutale Spiele oder Spiele, die sehr einzelspielerlastig sind, findet man hier nicht. Von der Gemeinschaft nicht so, ja, was erst gern gesehen hat, glaube ich, wird einfach nicht gespielt. Und das sorgt ja auch dann für eine entsprechende Atmosphäre. Das heißt, wenn jetzt hier jemand, ich weiß es nicht, vielleicht mit dem Shooter käme, mit dem Mortal Kombat käme, ich weiß nicht, ob er sich dann hier so zu Hause fühlen würde, weil das sind ja doch alles eher so zamere Spiele, die ich persönlich auch besser finde, weil das steckt ja auch im Wort Spiel mit drin. Die Grafik bietet heute alle Möglichkeiten, die man hat. Man kann mit Begeisterung sich darüber amüsieren, worüber man sich vor 20, 30 Jahren bei Doom oder bei Mortal Kombat 1, 2, 3 aufgeregt hat. Das ist natürlich alles kalter Kaffee. Aber immer noch, das finde ich sehr gut, dass gerade hier auf den großen Leinwänden hier nichts läuft, wo man pixelgenau, Polygon genau die Innereien von irgendwem sehen kann. Das finde ich auch deshalb gut, weil ich gerne meinen Sohn hier mitbringe, der 7 ist, der selber gerne spielt, wo ich mich dann als Vater bemühe, dass wir das in den entsprechende Kanäle gießen. Das heißt, erstens soll er auch Retro-Sachen kennenlernen, damit er weiß, okay, auch die alten Sachen sind gut, auch wenn die anders ausgesehen haben. Zweitens ganz klare Grenzen für den Konsum soll heißen, es gibt samstags eine halbe Stunde, sonntags eine halbe Stunde und dann dienstags abends oder dienstags spätnachmittags den Core Gamer-Treff. Immer daran geknüpft, dass das Verhalten vernünftig war. Denn das gelingt meinem Sohn auch schon mal. Dann hat er seine kleine Schwester geärgert am Sonntagmorgen und das bedeutet dann, dass am Sonntagnachmittag nicht eine Konsole aufgebaut wird.
moJa, das ist eine gute Überleitung zu dem Thema generell Medienkompetenz von Kindern. Wie beobachtest du das so als Lehrer und generell so in unserer Gesellschaft mit dieses ganze Thema der Digitalisierung? Wie ist da so deine Meinung zu? Wie läuft das so ab bei uns?
SPEAKER_00Ja, wenn ich da als Lehrer ganz weit ausholen darf, vor über 200 Jahren gab es schon die Diskussion zu dem Buch Die Leiden des jungen Wärter, wo sich dann junge Leser umgebracht haben, nachdem sie das Buch gelesen haben, um den Werter nachzumachen. Da gab es schon Mediendiskussionen, Medienhetze. Und so hat sich das dann fortgesetzt über Büchersucht, über erste Fernsehsucht, Kinosucht. Und das natürlich in unserer Zeit setzt sich das fort. Mir kommt es so ein bisschen vor, als ob die Debatte sehr abgeäppt ist und jetzt schon fast ins Gegenteil umgeschlagen ist, dass man sich da gar nicht mehr drum kümmert.
moSo anything goes, ne? Einfach machen.
SPEAKER_00Jeder hat ja alles. Jeder kann auf dem Handy spielen, jeder kann über einen Subskriptionsservice, über ein Amendement Hunderte oder Tausende von Spielen spielen. Es ist ja nicht mehr so, wie bei den in Anführungszeichen alten Gamern zwischen 40 und 50, die sich noch daran erinnern können, boah, da hatte ich mein erstes Spiel und da mein zweites Spiel und da mein drittes Spiel und dann war das Jahr wieder rum und ich musste wieder auf den nächsten Geburtstag warten. Jeder hat ja ununterbrochen so viele Spiele, wie er möchte. Dafür braucht er noch nicht mal auf den Flohmarkt gehen, um da für einen PS4-Titel 4 Euro auszugeben, sondern das wird ja so alles ins Haus gespült über die Downloads oder über das sehr kostengünstige Abonnement. Und genau wie in früheren Mediendebatten ist das so ein Dreieck. Die verschiedenen Protagonisten schieben sich gerne die Schuld zu. Die Eltern sagen bisweilen, das muss mehr von der Schule gemacht werden. Die Lehrer sagen, nein, die Eltern müssen solche Sachen im Griff haben, Smartphone, Videospielkonsolen. Und die Kinder, denen wird manchmal gesagt, du bist jetzt schon so groß, du sollst dir eigene Verantwortung dafür übernehmen, das ist deins. Oder umgekehrt, es wird sich gar nicht um das Kind gekümmert und es ist keine Grenze bekannt. Das Kind hat nicht gelernt, wie man damit richtig umgeht. Und das ist genau wie bei uns Erwachsenen. Auch wir würden wahrscheinlich gerne noch mehr Spiele kaufen, nochmal Peripherie kaufen, wenn wir nicht auch eine mahnende Ehefrau hätten oder Ehepartner oder ab und zu auch mal sagen würde, ui, da habe ich es diesen Monat schon das und das und das gekauft, das ist aber mal gut. Das ist ja ein Leben lang, dass man in der heutigen Gesellschaft sich fragen muss, okay, brauche ich das auch noch? Weil ja nur zwei, drei Daumendrucks entfernt, ist ja der nächste Kauf. Das ist ja nicht wie früher, wo man ins Spielwarengeschäft gegangen ist, egal ob es als Erwachsener, der sich noch eine Modelleisenbahn kauft, oder als Jugendlicher, der sich Super Mario Bros. 3 kaufen möchte.
moJa, aber was würdest du sagen? Wie ist denn der Status quo, zumindest generell bei euch an der Schule oder was du so mitkriegst, vielleicht unter Kollegen mit Medienkompetenz in Schulen? Läuft da überhaupt irgendwas oder ist das etwas, was irgendwie, was ihr da auch noch on top kriegt oder wo ihr euch dann auch noch mit beschäftigen sollt und die Zeit gar nicht für da ist?
SPEAKER_00Wir haben da keine klare Linie, was Medienkompetenz angeht. Wir haben nur natürlich die ganz klaregelung, keine Mobiltelefone während des Unterrichts bzw. während des Schulablaufs. Auch das wird nicht immer so umgesetzt, wie man es gerne hätte. Das heißt, dann gibt es dann schon mal die ein oder andere Situation, wo dann ein Schüler entweder im Handy erwischt wird oder aber die Lehrkraft ist krank, der Vertretungslehrer hat keine Materialien bekommen und dann dürfen die Schüler ans Mobiltelefon. Das ist auch etwas, was wir auch schon mal falsch machen. Vielleicht läuft es anderswo besser, das wäre schön, aber perfekt ist das auch bei uns nicht. Ich sehe auch, genau wie die anderen Lehrer, viel Medienkompetenz oder Medienverantwortung bei den Eltern. Irgendwer muss ja die teure Konsole ins Haus stellen. Irgendwer muss ja das Smartphone, was man ja mit einer jugendlichen Unterschrift noch nicht bekommen kann eigentlich, ins Haus holen. Das sind natürlich eins A Babysitter. Das Ding hält das Kind ruhig und still und wenn man möchte, über Stunden. Danach ist aber die Aufregung umso größer, was jeder schon mal festgestellt hat, der sein Kind an der Konsole hatte oder an einem Videospiel. Danach diese Aufregung, dieser Adrenalinstoß, das sorgt dafür, dass man hinterher wieder unruhiger wird. Und das, auch das merken, glaube ich, wir Erwachsene, auch das kann jetzt zu einer Sucht führen. Das ist ja nicht bei Kindern allein, das ist ja auch bei Erwachsenen so, die dann vor einem Spiel sitzen und auf einmal gar nicht merken, wie die Zeit vergangen ist, wie mir das jetzt gerade bei Batman gegangen ist mit drei Stunden. Ein Freund hat sich ein neues Aufbauspiel gekauft vor zehn Tagen, schickte mir dann ein Screenshot heute und sagte, guck mal, ich habe 70 Stunden an dieses eine Spiel verbraten innerhalb von zehn Tagen. Also kann man sich relativ schnell herunterrechnen, wie viel Lebenszeit, wie viel Wachzeit er jetzt mit so einem Aufbaustrategiespiel verbracht hat.
moEs ist schon verrückt, dass man in einer Zeit lebt, wo man da fast so mit prahlt. Guck mal, ich habe hier 70 Stunden meines Lebens in ein Spiel gesteckt.
SPEAKER_00Das ist der Luxus, den wir heute haben. Wir haben so viel Freizeit und uns wird immer so angedient, macht dieses Spiel noch und dieses jenes noch. Und das merkt man ja gerade auch bei den Handyspielen oder gerade bei den Free-to-Play-Handyspielen, wie die einen mit glitzernden Farben und Tönen und nächstes Level und da nochmal der Aufbau, dann wirklich da reinziehen wollen. Das hat es ja, das ist auch wieder das Schöne am Retro, ist ja, da ist ja relativ schnell so eine Frustrationsgrenze, zum vierten Mal in die Grube gefallen, zum vierten Mal aufgefressen worden. Boah, jetzt habe ich keine Lust mehr. Und die modernen Spiele, die leiten einen da so entspannt rein. Man hat da viel mehr Glücksmomente, man hat da viel mehr Erfolgsmomente. Und das kann bei einigen sicherlich auch zu mehr Sucht führen, zu mehr Abhängigkeit führen.
moJa. Beobachtest du das auch so bei deinen Schülern oder kriegst du mit, was die so spielen heutzutage?
SPEAKER_00Ja. Am Handy wahrscheinlich? Ja, das ist, ich habe die mal gefragt, was sind denn so die täglichen Handyzeiten und das ist bei vielen geht das ein bisschen zu zehn Stunden oder mehr am Tag nur am Handy und die werden ja zu Hause auch alle einen Laptop haben, einen Computer haben und viele auch nochmal irgendeine Gaming-Konsole. Und das ist natürlich schon viel zu viel. Vor allem auch, weil, und das sage ich jetzt ganz plakativ, die sich ja auch wahnsinnig viel Mist angucken. Das ist, wenn die mir schon mal zeigen, was dann bei TikTok lustig ist oder bei Twitch oder sonst irgendwo. Das ist ja so für meinen alten Kopf ist das ja so ganz ohne Wert. Also, was da rumläuft, das ist ja sehr, sehr, sehr ziemlich bodensatz. And ob wir damals so viel besser waren, wenn die als Kinder Masters of the Universe gesehen haben, weiß man nicht, aber wenigstens war das eine halbe Shop on Samstagmorgen and not each time. But so hat so jeder seine Entschuldigungsphasen. Also, upgraded, dass there consumed than frontier, all it's not reached, while it's in the Hosentash, is auch so eine Fragmentierung. That he is, the jugliend and kind of garage to write A, what is frontier, and B, what is außer the trendspiel jetzt gerade? Sondern es gibt jetzt dann für acht Wochen, for three Monate or vier, gibt es dann nur Among Us und Brawl Stars. Und das wird dann wieder abgelöst durch was Neues. Aber ganz, ganz wenige von denen kennen jetzt Spiele, die zehn Jahre oder älter sind. Also wenn ich die mit irgendwelchen Pixel-Sachen quälle, wissen die damit schwer umzugehen, aber das auch nicht einzuordnen. Das können auch Sachen sein, die in unserer Generation ganz groß waren, aber das findet bei denen nicht mehr statt. Und ich glaube auch, weil die sich ja ihre Informationen heute ganz anders zusammensuchen. Wir haben ja dann noch am Kiosk die Hefte gekauft, die Computer- und Videospielzeitschriften, wo der ganze Überblick war. Und die bekommen das natürlich heute auch wieder über TikTok oder über irgendwelche Streams, wo dann auch nur über dieses eine Spiel geredet wird, welches dann natürlich zu artverwandten Spielen leitet, aber es bleibt dann innerhalb dieser Blase drin. Das heißt, auch bei topaktuellen Titeln, dann kann ich sagen, boah, hier, ich habe am Wochenende Grand Turismo gespielt, dann wissen die nicht, was das ist. Und das ist ja doch eine sehr, sehr große Marke und eine immer noch sehr aktuelle Marke. Aber auch das ist denen, dass die nicht wissen, was Castlevania ist, das kann ich vor Schmerzen. Aber dass die dann so etwas nicht kennen, war ich doch leicht überrascht. Aber aufgrund dieser großen Fragmentierung, glaube ich.
moJa, das ist auch eine super Überleitung, weil das ist ja auch ein bisschen mein Thema hier. Mir geht es ja auch ein bisschen hier um Aufklärungsarbeit und Medienkompetenz, ist ja auch etwas, was ich mir jetzt auf die Fahne geschrieben habe, seitdem ich mich hier selbstständig gemacht habe. Und ja, wir haben ja auch schon was zusammen hier gemacht. Wir hatten ja schon drei deiner Schulklassen hier gehabt. Und haben einfach mal geschaut, die Kids hier mal was spielen lassen, was man so zusammenspielt. Und ja, da war auch so meine Beobachtung, dass die einerseits erstmal viele Sachen nicht kannten, aber andererseits dann schon irgendwie, wenn sie es dann mal gezeigt bekommen haben, das auch interessant fanden und auch diesen Aspekt, zusammen was auf der Couch zu spielen, durchaus toll fanden dann.
SPEAKER_00Ja, in der Tat, das hat, das ist bei allen, den drei verschiedenen Gruppen ist es ja sehr, sehr gut angekommen. Ganz viele haben sich auch auf neue Sachen eingelassen, beziehungsweise auf neue, ganz alte Sachen. Dass die dann Puzzle Bobble gespielt haben oder Bubble Bubble, das fand ich auch beachtlich. Dass die sich auch mit solchen Sachen dann oder ganz lange dann auch mit Snipper Clips dann zugange waren, fand ich auch toll. Natürlich, Mario Kart 8 Deluxe, das läuft immer bei allen. Aber generell, die haben sich dann da gut mit unterhalten. Das bedeutet auch, egal welches Alter oder egal welche Generation, Spiele, die Klassiker sind, behalten so ihre Wertigkeit. Das heißt dann, auch da kann man noch Schüler oder Jugendliche von 10 Jahren, von 15 Jahren von mir aus an Outrun Coast to Coast heranführen.
moJa, das haben wir ja auch gemacht, genau.
SPEAKER_00Und deshalb, nein, also es ist alles, es ist nichts verloren, aber sie müssen die Möglichkeit haben, da herangeführt werden. Und das funktioniert natürlich nicht über einen Stream, das funktioniert natürlich viel einfacher über das Sofa. Und das ist natürlich auch eine schöne Sache hier, was ich gerne mit meinen Schulklassen nutze, so als Belohnungsmorgen, dass wir mal was anderes machen. Dass wir hier sportlich 45 Minuten hinlaufen.
moWir kommen mal zu Fuß hier hin.
SPEAKER_00Wir kommen mal zu Fuß hier hin, von der Gladbacher Innenstadt in die Reiterinnenstadt, da hat man einiges gesehen und dann hinterher wieder zurück. Und so kann ich es auch so ein bisschen rechtfertigen, dass wir dann hier zwei Stunden sitzen und Videospiele machen während des Schulalltags. Wenn das so ein, zweimal im Jahr ist, ist das, glaube ich, okay.
moJa, schön. Ich finde es auf jeden Fall super, dass wir das gemacht haben und würde mich freuen, wenn wir das auch hier in Zukunft noch häufiger hinkriegen. Ich bin ja auch generell Konzepte am Erarbeiten, wie man hier den Alltagsdurchschnitt insgesamt ein bisschen schafft zu senken und auch mal öfter Kids und Jugendliche hier hat, weil wie du schon eben gesagt hast, von den Spielen, die hier gespielt werden, spricht eigentlich in der Regel in den allermeisten Fällen nichts dagegen, weil hier sowieso keine Ballerspiele oder Horrorspiele oder sowas groß gespielt werden. Ja, aber ich glaube, uns rennt jetzt die Zeit davon. Von daher, ich danke dir, dass du hier mein Gast warst und danke an alle, die zugehört haben. Und dann sehen wir uns bzw. hören uns dann beim nächsten Mal im Podcast. Tschüss, Michael. Dankeschön.